Migrantenmelodramen und Einwanderungskomödien: Medienformate deutsch-türkischer Gemeinschaftsgefühle

Institution:

Freie Universität Berlin - SFB Affective Societies
Teilprojekt C06

Förderung:

Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG)

Projektlaufzeit:
01.07.2015 — 30.06.2023
Filmstill aus Geschwister - Kardeşler (Thomas Arslan 1997)

Das Teilprojekt Migrantenmelodramen und Einwanderungskomödien: Medienformate deutsch-türkischer Gemeinschaftsgefühle des SFB Affective Societies untersucht aus medienwissenschaftlicher Perspektive, wie Filme, TV-Serien und Internet-Videos daran arbeiten, deutsch-türkische Gemeinschaftsgefühle herzustellen und zu modulieren. Wir begreifen die entsprechenden Formate nicht als Repräsentationen einer unterstellten deutsch-türkischen Lebensrealität. Vielmehr interessiert uns, wie sich diese Formate, die üblicherweise unter dem Label „deutsch-türkisch“ zusammengefasst werden, in Bezug auf die dominante audiovisuelle Kultur selbst verorten. Daher analysieren wir, auf welche Weise sie die Affektpoetiken global zirkulierender Bildinszenierungen aneignen, um partikulare, abweichende und konkurrierende Positionen in Bezug auf die Populärkultur zu bestimmen – Positionen, die man als Artikulationen je spezifischer Gemeinschaftsgefühle beschreiben kann. Auf dieser Basis kann das Verhältnis zwischen Migrationsdiskurs und audiovisueller Medienproduktion neu justiert werden.

Der Ausgangspunkt unserer Arbeit war eine sowohl theoretisch wie auch politisch begründete Kritik am Konzept des „deutsch-türkischen Kinos“ (vgl. den entsprechenden Aufsatz von Hauke Lehmann: zum Aufsatz). Auf der Grundlage dieser Kritik stand die Bearbeitung unserer übergreifenden Fragestellung im Mittelpunkt: In welchem Verhältnis stehen die Filme, die man unter dem Begriff des „deutsch-türkischen Kinos“ subsumiert, zu Prozessen von Gemeinschaftsbildung, und welche Funktion erfüllen sie in diesen Prozessen? Diese Frage wurde in dem Projekt auf drei Wegen bearbeitet: zum einen durch eine theoretische Präzisierung und Weiterentwicklung der zentralen Terme, aus denen sie sich zusammensetzt; zum anderen durch eine vergleichende Analyse des Korpus der Filme; und schließlich mittels der Durchführung einer Fokusgruppe mit Filmenmacher*innen.

 

Schlagwörter

  • Filmwissenschaft