Prof. Dr. [a. D.] Norbert Dittmar (*1943)

Portrait mit Buch

Institut / Einrichtungen:

Fachgebiet / Arbeitsbereich:

Soziolinguistik, Grammatik und Pragmatik der gesprochenen Sprache, Zweitspracherwerb, Diskursanalyse

Professor

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Aktuelles:

Was mich gerade beschäftigt.

To whom it may concern   Please give me feedback for the following problem!

Who would like to help me to interprete a pragmatic picture / photo which challenges the methodology of typology in linguistics? To say it in another way: how can we cope with the different coding of pragmatic messages in a sociolinguistic approach?

I am explaining the problem in German – if you can't understand that (although German – as many other languages – is a wonderful language) you can send me a mail (nordit@zedat.fu-berlin.de), and I will try to send you an English version.

 

Im Juli dieses Jahres fand ich, als ich meine Freunde besuchte, dieses Werbeplakat (siehe das Foto) in Nantes (Frankreich). Auf Deutsch wüde es so lauten:

„Hör mal, du bist ein Mädchen und weisst nicht, wie man Nudeln kocht? -

Aber hállo! Mit Wasser natürlich! “

Paraphhrasiert wird damit folgendes ausgedrückt: „Ja meinst du ich wär blöd (wörtlich: aber ey! Bin voll da), mit Wasser natürlich“. Das hállo! wird auf dem [a] stark betont, das ganze Wort wird prosodisch markiert / hervorgehoben artikulilert. Mit „hállo!“ provoziert der/die Angesprochene den/die Sprecher(in) etwa in folgender Weise: hör mal, kann doch wohl nicht wahr sein, dass du mich für so blöde hälst, dass ich nicht weiss, dass Nudeln mit Wasser gekocht werden …. Das so zu sagen setzt meist eine informelle Sprechsituation bzw. ein unkompliziertes, „vertrauensvolles“ Verhältnis zu dem Gesprächspartner voraus.

Im Berliner Raum wird diese kommunikative Formel (Routine ?) viel gebraucht, vor allem von Sprechern jüngeren und mittleren Alters. Soweit ich beobachten konnte, ist es derzeit in Norddeutschland in Mode. Mir scheint, dass es in Süddeutschland auch in den großen Städten benutzt (zumindest verstanden) wird, bin mir dessen aber nicht sicher. Wie würde man dasselbe in München, Stuttgart, Wien oder Zürich sagen?

Ich fände es sehr spannend, wenn du / ihr / Sie mir mitteilen könntet, wie das gleiche – Bild und Wortlaut im Französischen, Übersetzung ins Deutsche – in einer ANDEREN Sprache lauten würde (romanische, germanische, arabische, slawische, asiatische … Sprachen, Mandinga, Wolof, Hanyauku, Mamihlapinatapei, Ribuytibuy, Tingo,Ilunga, Urdu etc.

Ich würde mich über eure Antworten und Ansichten und Argumente SEHR FREUEN! Merci, danke, grazie tanto, thanks!

Norbert Dittmar

Aktuelle Funktionen und Aufgabenbereiche

Professor Dittmar ist seit 2008 emeritus der Freien Universität Berlin. Für Staats- und Magisterexamina steht er nicht mehr zur Verfügung. Derzeit laufen noch zwei Promotionen, eine an der FU, die andere an der HU. 2012 hat er im Rahmen des italienischen dottorato Promotionen an der L'Orientale in Napoli abgenommen. Für Promotionen im In- und Ausland steht er weiterhin zur Verfügung, vorausgesetzt, die interessierte Universität hat die Prüfungserlaubnis im Vorhinein geklärt. Voraussetzung für gutachterliche Stellungnahmen ist die Prüfung, ob in einem gegebenen Verfahren die Geltung des Gutachtens gesichert ist.

Zu aktuellen Forschungsinteressen und Projekten siehe den Eintrag unter FORSCHUNG.

Vita

Studium der Germanistik, Romanistik, Slawistik, Philosophie und Soziologie in Freiburg i.Br., Konstanz, Berlin (FU) und Aix-en-Provence. Promotion 1974. Wissenschaftlicher Mitarbeiter im DFG-Projekt "Zweitspracherwerb ausländischer Arbeiter", Lehrveranstaltungen (Heidelberg 1974-1978), "Visiting Professor" in Toronto (Vorlesung und Übungen zum Zweitspracherwerb) Ende 1978-April 1979), Professor Berlin seit dem Sommersemester 1979). Teilredaktion der Zeitschriften "Linguistische Berichte" und "Linguistics". Herausgeber des "Handbuchs der Soziolinguistik", Mitherausgeber der Reihe "Pragmatics and Beyond". Mitglied der Beraterkommission bei der "European Science Foundation" (Straßburg) für das Zweitspracherwerbsprojekt (Vergleich von fünf europäischen Ländern).

Auswärtige Tätigkeiten

  • Gastprofessor am OISE (Ontario Institute of Second Language Learning and Education) in Toronto, 1978/79.
  • Summer School in Linguistics, Victoria, Vancouver (1985).
  • Gastprofessor für Linguistik an der Université Paris VIII à St. Denis, 1989
  • Gastprofessur für Linguistik der deutschen Sprache an der L'Orientale, Università di Napoli (Italien), 2011 bis 2013.
  • Gastprofessor an der Università di Cagliari, Mai 2014
  • Mitbegründer des DaF-Zusatzstudiums "Deutsch als Fremdsprache" (Studienangebot seit 1990).
  • Italienisch-deutsches Projekt zum Zweitspracherwerb im Rahmen des VIGONI-Programms seit 1.1.1994.
  • Vizepräsident der Società Linguistica Italiana von 2012 bis 2014.
  • DFG-Projekt "Erwerb von Gradpartikeln im Deutschen als Zweitsprache (Längsschnittstudie)" (DFG-finanziert, Teilprojekt im europäischen Projekt "Struktur von Lernervarietäten", zus. mit MPI, Nijmegen, Universitäten Pavia, Paris, Aix-en-Provence.
  • DFG Projekt „Jugendsprache“ von 2005 bis 2007
  • Festakt an der Univerità di Siena (Oktober 2013), festliche Überreichung der Festschrift Di Linguistica e di Sociolinguistica, Studi offerti a Norbert Dittmar, ed. Immacolata Tempestà e Massimo Vedovelli, Bulzoni Editore, 2013
  • Mitarbeit am Projekt „Armut und Reichtum der deutschen Sprache“ der Akademie für deutsche Sprache und Literatur, Darmstadt. Durchführung des Projektes „Multiethnisch geprägtes Deutsch“, Norbert Dittmar und Yazgül Şimşek (Universität Münster). Umfassende Korpusbeschreibungen, Veröffentlichung 2017

Aktuelle Forschungsvorhaben

1 Korpus- und soziolinguistische Auswertung des berliner WENDEKORPUS (Gesprächsaufnahmen von Ost- und Westberlinern nach der „Wende“ Anfang der neunziger Jahre). Mit dem Plan einer grösseren Veröffentlichung werden derzeit auf breiter _Basis umfassend Eigenschaften des gesprochenen Deutsch ausgewertet: u.a. der Gebrauch von deiktischen Ausdrücken, Parenthesen, Konnektoren, pragmatische Muster der Vorfeld- und Nachfeldbesetzung, gesrächseinlietende und -ausleitende Diskursmarker, syntaktische Merkmale von Emotionen, Fokussierungen, Intensivierungen, narrative Muster, pragmatische und stilistische Eigenschaften des Berlinischen etc.

Einen Überblick über Inhalt und Eigenschaften des Korpus sind zu finden unter :
Institut für deutche Sprache (IdS), <http://dgd.ids-mannheim.de>

(weitere Schritte: – > Archiv für gesprochenes Deutsch – > 2. Gesprächskorpora – > Wendekorpus) Unter diesem Link finden sie alle relevanten
Materialbeschreibungen/
-inhalte.

Wichtige Veröffentlichungen zum Wendekoprus finden Sie hier


Es arbeiten derzeit mehrere Linguisten an und mit dem Korpus. JEDE(R) LINGUIST(IN), der / die am und mit dem Korpus arbeiten will, ist höchst willkommen. Bitte bei ND melden (nordit@zedat.fu-berlin.de) zwecks Arbeitskooperation und -koordination. Danke – merci – grazie – thanks.


2 Projekt Das Deutsch von Jugendlichen mit Migrationshintergrund: Vorstellung eines Teilprojektes der Akademie der deutschen Sprache und Literatur (Darmstadt)

Dieses Projet wird im Rahman der Akademie für dt Sprache und Dichtung im Laufe des Jahres 2016 durchgeführt . Die Veröffentlichung der Ergebnisse ist im Jahre 2017 vorgesehen. Im folgenden wird das Forschungsvorhaben ausführlich dargestellt. Derzeit suchen wir Informanten mit türkischem Migrationshintergrund – siehe dazu AKTUELLES (oben). Informationen zum Projekt: <nordit@zedat.fu-berlin.de> und<simseky@uni-muenster.de> (Yazgül Ṣimṣek, Universität Münster).

Den Projektantrag finden Sie hier

Norbert Dittmar  (FU-Berlin)

Yazgül Şimşek  (Westfälische Wilhelms-Universität Münster)

 

Dittmar, Norbert und Bahlo, Nils (Hrsg.) (2010): Beschreibungen für gesprochenes Deutsch auf dem Prüfstand. Frankfurt a.M.: Peter Lang.
  • Dittmar, Norbert (2010): “Urbane Ethnolekte am Beispiel von Berlin“ In: Földes, Csaba (Hrsg.): Deutsch in soziolinguistischer Sicht. Sprachverwendung in Interkulturalitäts-kontexten. Tübingen: Narr (Beiträge zur Interkulturellen Germanistik, Bd. 1), 1 – 27.
  • Dittmar, Norbert und Daniel Steckbauer (2013), „ Emerging and conflicting forces
    of polyphony in the Berlin speech community after the fall of the wall: On the
    social identity of adolescents, in: David Singleton, Joshua A. Fishman, Larissa
    Aronin '& Muiris Ó Laoire, eds. Current Multinlingualism. A New Linguistic
    Dispensation. De Gruyter / Mouton : Boston & Berlin, 187-230

  • Dittmar, Norbert (2014): “Reflexionen über das Entstehen eines deutschen Dialekts am Beispiel multiethnisch geprägter jugendsprachlicher Stile in Großstädten“ In: Schneider-Wiejowski, Karina; Kellermeier-Rehbein, Birte & Haselhuber, Jakob (Hrsg.): Vielfalt, Variation und Stellung der deutschen Sprache. Festschrift für Ulrich Ammon. Berlin: de Gruyter, 195 – 207.

  • Dittmar, Norbert (2014): “Dudenlegitimiertes vs. ethnolektales Deutsch. Realität vs. Mediale Inszenierungen“ In: Germanistik in der Schweiz. Zeitschrift der Schweizerischen Akademischen Gesellschaft für Germanistik 10, 169 – 178.

  • Dittmar, Norbert (2014)

    Steckbauer, Daniel, Nils Bahlo, Norbert Dittmar und Bernd Pompino-Marschall (Berlin) (2014)
    „...erzähl mal das mit dem Insulaner...“ – Formale, funktionale und prosodische Aspekte
    jugendsprachlicher Narrationen. In: Helga Kotthoff und Christine Mertzlufft, eds. Jugend-
    sprachen. Stilisierungen, Identitäten, mediale Ressourcen. Frankfurt a.M.(u.a.) Peter Lang, 137-
    159

Sonstiges

Schlagwörter

  • Norbert Dittmar Soziolinguistik Linguistik Freie Universität Berlin Sprachwissenschaftler Berlinisch Jugendsprache