Über uns

Sehr geehrte Damen und Herren,
liebe Freundinnen und Freunde des Italienzentrums!

Es ist uns Ehre und Freude zugleich, dass unser Programm in diesem Wintersemester mit einem Vortrag des Botschafters der Republik Italien in Deutschland eröffnet wird. S.E. Luigi Mattiolo wird zu Semesterbeginn am 14. Oktober anhand der politikwissenschaftlichen Begriffe „Soft Power“ und „Public Diplomacy“ die Rolle erklären, die kulturelle Einrichtungen Italiens im Ausland für italienische diplomatische Vertretungen und ihre Arbeit spielen.
Bereits Mitte September fand in Ferrara und Castiglione delle Stiviere eine Tagung zum „Rinascimento plurale“ statt, deren Konzept letztes Semester in der italienischen Botschaft in Berlin vorgestellt wurde und die das Italienzentrum in Kooperation mit dem Museo Nazionale dell’Ebraismo Italiano e della Shoah (MEIS) und der Stiftung Palazzo Bondoni Pastorio veranstaltet hat.

In unserer Reihe Sprache und Literatur begrüßen wir am 17. und 18. Oktober zusammen mit unseren Partner*innen des Dahlem Humanities Centers und der DFG-Forschungsgruppe 2305 „Diskursivierungen von Neuem“ internationale Kolleg*innen zu einem Workshop über französische Epik der Renaissance im Kontext des europäischen, vor allem italienisch geprägten Humanismus.
Dem Thema der vier Elemente und ihrer Kodierung in Dantes Commedia widmet sich Ende Oktober die 96. Jahrestagung der Deutschen Dante-Gesellschaft e.V., die von unserem Beiratsmitglied Prof. Dr. Cornelia Klettke an der Universität Potsdam ausgerichtet wird.
Warum Italienisch die schönste Sprache der Welt ist und man sie einfach lieben muss, erklärt uns am 7. November Prof. Stefano Jossa von der Royal Holloway University London anhand einer sprachlichen Reise, die den Bogen von Dante bis zum Sanremo-Festival schlägt.
In Zusammenarbeit mit dem Italien-Zentrum der Technischen Universität Dresden laden wir Prof. Fabio Forner von der Universität Verona ein, der am 4. Dezember über die Rezeption und Ikonographie von Petrarcas Canzoniere (Rerum Vulgarium Fragmenta) in Dresden spricht. Über die Illustrationen des Canzoniere im 15. und 16. Jahrhundert referiert dann zwei Wochen später Prof. Luca Marcozzi von der Universität Roma Tre. Den Themenkreis um Petrarcas berühmtestes Werk beschließt Professor Andrea Torre von der Scuola Normale Superiore Pisa mit seinem Beitrag über „Alcune letture visive dei Fragmenta“ am 15. Januar. Diese Beiträge stehen im Kontext des neuen Projekts „Petrarchan Worlds“ im DFG-Excellenzcluster „Temporal Communities“, das mit dem Italienzentrum kooperiert.
In Zusammenarbeit mit der bereits oben erwähnten DFG-Forschungsgruppe 2305 „Diskursivierungen von Neuem“ heißen wir Dr. Daniele Conti vom Harvard University Center for Italian Renaissance Studies, Villa I Tatti, am 7. Januar willkommen. Dr. Conti stellt uns seine Forschung zum Motiv der ‚Senectus Mundi‘ im italienischen 15. Jahrhundert vor und untersucht dabei die Dialoge zwischen italienischen Ärzten, Astrologen und Humanisten zum Begriff der imitatio.
Unter dem Motto „Gender, Autorschaft und Kanonisierung“ widmet sich ein von Nachwuchswissenschaftler*innen des Instituts für Romanische Philologie in Kooperation mit dem Italienzentrum und dem Fachbereich Philosophie und Geisteswissenschaften organisierter Workshop dem literarischen Diebstahl als einem Mechanismus zur Überwindung gender-stereotypisierter Grenzen innerhalb des Literaturkanons. Die Veranstaltung wird von der leistungsorientierten Mittelvergabe Frauenförderung und Gleichstellung gefördert und findet am 23. und 24. Januar statt.
Zum Abschluss der Reihe und des Semesters spricht der Literaturwissenschaftler und Primo-Levi-Experte Professor Marco Belpoliti am 11. Februar über Levi als „unbekannten Autor“ unter dem Titel „Dal testimone allo scrittore“.

Unsere ehemalige Gastdozentin der Rechtswissenschaft Dr. Eleonora Branca diskutiert am 13. November mit juristischen Kolleg*innen aus Italien und Deutschland die Frage der Staatenimmunität am Beispiel des IGH-Verfahrens zwischen den beiden Staaten. Neueste Entwicklungen im italienischen Gesellschaftsrecht präsentiert die Anwältin Dr. Cecilia Carrara zwei Wochen darauf am 26. November.

Die Inklusion Geflüchteter in italienischen und deutschen Gemeinden, die Aufgaben der jeweiligen Bürgermeister und die Reaktionen ihrer Zivilgesellschaften vor Ort möchten wir am 25. November ins Zentrum des Gesprächs zwischen dem ehemaligen Bürgermeister von Riace und dem Bürgermeister der brandenburgischen Gemeinde Mühlenbecker Land stellen. Domenico Lucano und Filippo Smaldino werden mithilfe der Migrationsforscherin Dr. Edith Pichler (Universität Potsdam) Unterschiede und Gemeinsamkeiten zwischen den Herausforderungen und Erfolgen ihrer Integrationsprozesse beleuchten. Die Veranstaltung findet in Zusammenarbeit mit der ANPI Berlin-Brandenburg und der Gemeinde Mühlenbecker Land statt.
Anlässlich des Gedenkjahres 500 Jahre nach dem Tod des Universalgenies Leonardo Da Vinci spricht Dr. Fabio Frosini von der Universität Urbino am 11. Dezember über die Entwicklung von Da Vincis Denken von der Magie zur Philosophie.
Einem politisch-historischen Thema widmet sich am 30. Januar der Autor Claudio Fava, der seine Monographie „Il Giuramento“ vorstellt. Darin skizziert Fava anhand des Beispiels des Turiner Medizinprofessors Mario Carrara den Konflikt und die Gewissensentscheidung der zwölf Wissenschaftler, die sich weigerten, den Treueeid auf Benito Mussolini abzulegen, der von Universitätsprofessor*innen ab 1931 eingefordert wurde.

Unsere fruchtbare Kooperation mit dem Institut für Klassische Archäologie der Freien Universität Berlin führen wir auch in diesem Semester fort. Am 10. Februar spricht Professor Lorenzo Campagna von der Universität Messina über Kultstätten in der Provinz Sizilien zwischen dem 3. und 2. Jh. v.Chr.

In unserer Reihe Film und Theater begrüßen wir am 22. Oktober die Theaterkritikerin und Kulturjournalistin Sabine Heymann aus Gießen, die in den letzten Jahren mehrere Dramentexte italienischer Autor*innen übersetzt hat, die sich der Flüchtlingsproblematik widmen. In ihrem Vortrag, den wir im Rahmen der 19. Settimana della lingua italiana nel mondo in Zusammenarbeit mit dem Italienischen Kulturinstitut Berlin und dem Institut für Theaterwissenschaften der Freien Universität Berlin ausrichten, stellt sie einige dieser Texte vor, die zuletzt durch Aufführungen im deutschsprachigen Raum auch hier ein mediales Echo erhalten haben.
Ebenfalls in Kooperation mit dem Italienischen Kulturinstitut Berlin und im Rahmen des Italian Film Festivals begrüßen wir am 8. November den erfahrenen Filmfestivalleiter Marco Müller. Müller war bereits Direktor der Festivals von Pesaro, Rotterdam, Locarno, Venedig und Rom und ist nun Direktor des Pingyao Crouching Tiger Hidden Dragon International Film Festivals (Pingyao, China). Über seine Experimente mit der Auswahl italienischer Filme für die besagten Festivals und seine Erfahrungen mit den jeweiligen Zuschauer*innen und ihren Erwartungen diskutiert Marco Müller mit uns und unserem Publikum.

Zu guter Letzt freut es uns, dass wir gemeinsam mit unserem Kollegen Alan Pérez Medrano wieder ein Cineforum, diesmal zum Thema „Reise und Erzählung im italienischen Film“, anbieten können. Im Rahmen von Herrn Pérez Medranos Seminar „Viaggi e racconti nella narrativa italiana contemporanea“ werden an drei Mittwochsterminen im Semester (30. Oktober, 27. November und 18. Dezember) die Filme La leggenda del pianista sull’Oceano von Giuseppe Tornatore, Tickets von Ermanno Olmi, Abbas Kiarostami und Ken Loach sowie L’ingorgo von Luigi Comencini gezeigt.

Wir freuen uns darauf, Sie auch in diesem Semester wieder zahlreich begrüßen zu dürfen.

Cordiali saluti

Prof. Dr. Bernhard Huß
Sabine Greiner