Best-of – die Phrase weckt Assoziationen an Hitparaden und wohl kaum an Neue Musik: diese radikal experimentelle Kunstform, die sich im Geiste der Avantgarden und teils bis heute als Bollwerk gegen Kanonisierung und Formen kultureller wie ökonomischer Verwertbarkeit versteht – und die doch ihre eigenen Kanones entwickelt und unsterbliche Held*innen hervorgebracht hat. Diese paradoxe Spannung eröffnet Fragestellungen, die uns durch das Seminar begleiten: Wie kann es ein Best-of einer Musikszene geben, deren Name, Programm und Währung ›das Neue‹ ist – und in der die Uraufführung den Klassiker und Innovation die Tradition schlägt? Wie funktioniert Kanonbildung in einer Kunstform, deren Gegenstand beständig altert? Und welche ästhetischen, institutionellen und gesellschaftlichen Prozesse entscheiden darüber, was einst in die Bestenlisten der Musikhistorie eingegangen sein wird?
Eine Zusammenarbeit von inm / field notes, klangzeitort, dem gemeinsamen Institut der HfM Hanns Eisler Berlin und UdK Berlin, dem Seminar für Musikwissenschaft am Institut für Theaterwissenschaft der Freien Universität (FU) Berlin und Positionen. Texte zur aktuellen Musik.
Die »Schreibwerkstatt Neue Musik« richtet ihr Ohrenmerk diesmal auf »Ultraschall Berlin – Festival für neue Musik 2027«. Das Praxisseminar bietet eine Einführung in musikjournalistische Praxis und erkundet unterschiedliche Formen, über zeitgenössische Musik zu publizieren. Die klassische Musikkritik bildet dabei nur eine von mehreren Perspektiven. Neben kritischen Texten und Audiobeiträgen möchten wir diesmal auch kreatives Schreiben sowie Formen der Netzkultur (Memes, Reels) erproben. Ausgehend von den besuchten Konzerten können die Studierenden frei wählen, welche Form ihr eigener Beitrag annehmen soll. In Workshops mit Autor*innen, Journalist*innen und weiteren Gästen werden die Beiträge entwickelt, diskutiert und redaktionell begleitet. Eine Veröffentlichung der im Rahmen der Schreibwerkstatt entstehenden Arbeiten ist geplant.
UNTWELVING: Xenharmonic Spaces, Netzkulturen und mikrotonale Komposition jenseits der Genres
Teamteaching mit Genoël von Lilienstern
UNTWELVING bezeichnet eine Praxis der De- und Rekonstruktion musikalischer Ordnungen – von Stimmungssystemen und Instrumenten über Genres und Wissensformen bis hin zu den Infrastrukturen, auf denen musikalisches Denken, Produzieren und Kuratieren beruhen. Untwelving versteht sich damit sowohl als musikalische Technik als auch als Praxis des Zerstückelns, Erweiterns und Neuzusammensetzens von Systemen: to untwelve.
ZU_HÖREN VER_LERNEN - eine etwas andere Gehörbildung
Mit den Ohren nehmen wir die Welt auditiv wahr – und Hören ist der Hauptsinn musikalischer Erfahrung. Das Englische unterscheidet hierfür präziser zwischen hearing und listening: zwischen physiologischem Hören und kulturell geprägtem Zuhören. Wie wir hören und was überhaupt als Musik, Klang oder Geräusch wahrgenommen wird, ist biologisch ebenso wie historisch, kulturell, medial und individuell geprägt. Die Übung versteht sich in diesem Sinne als eine etwas andere ›Gehörbildung‹: Im Sinne eines Undoing Listening geht es darum, eingeübte musikalische Hörweisen zu ver_lernen und das Ohrenmerk für andere Formen des Zu_Hörens zu sensibilisieren.
Aporien der Anwendung: Künstliche Intelligenzen in Geisteswissenschaften und Künste
Ringvorlesung im Rahmen des »Offenen Hörsaals« – gemeinsam mit: Elisabeth Korn, M.A., Thekla Neuß, M.A., Dr. Friederike Oberkrome, Dr. Helene Romakin, Till Rückwart, M.A., Alina Saggerer, M.A., Thore Walch, M.A
Forschung || Vorträge | Publikationen etc. (*AnnaSchürmer)
Jahrestagung der Gesellschaft für Musikforschung 2026
100 Jahre Elektronische Musik in 4 Zwischenspielen | eine feministische Spekulation
September/Oktober 2026 | Frankfurt am Main
Vorträge "Bruchstellen des musikalischen Erinnerns: Zum
Zusammenspiel von Gedächtnisinhalten, -medien und -institutionen" und "Speicher | Archiv | Erinnerung – Dispositive musikalischer Gedächtnis-Medien" bei der 78. Jahrestagung der Gesellschaft für Musikforschung 2026 an der Universität Frankfurt am Main.
September 2026 | Wien
Workshop „HÖR:RÄUME – Sound and Listening in Urban Space" als Beitrag zur International Conference „Groove the City – Move the Streets“ an der Universität für Musik und darstellende Kunst in Wien.
September 2026: Anna Schürmers Vortrag „Translocal ↔ Transtemporal" bereichert das Symposium „Translocal Spaces Between Listening, Ecology and Sound Art" an der Hochschule der Künste Bern (HKB).
Juli 2026: als mitgestaltende wissenschaftliche Persönlichkeit tritt Anna Schürmer unter anderem mit dem Vortrag und Talk „Wieviel KI braucht die Musikpädagogik?" bei der AI MusicCon des „Sound TRack Cologne 2026" in Köln in Erscheinung.
Juni 2026: Anna Schürmer trägt mit dem Vortrag und anschließendem Roundtable „SON[o/u]TOPIEN Sound Mapping zwischen auditiver Welterschließung und spekulativer Zukunftspraxis" zur Austellung „Christina Kubisch. The Emergence of Sound" am Ludwig Forum Aachen bei.
Mai 2026: Bei der Convention für aktuelle mikrotonale und xenharmonische Musik aller Genres in München nimmt Anna Schürmer an einem Roundtable mit Catherine Lamb, Benjamin Sprick, Pierluca Lanzilotta und Ed Williams teil. Der Titel: „UNTELFING THE SYSTEM: Microtonal Practice as a Form of Critique".
März 2026 | Basel
Keynote „Studio 2099, oder: a trans-historic approach" beim Festival „50 Jahre Elektronisches Studio Basel" an der Hochschule für Musik / Fachhochschule Nordschweiz.
POSTDIGITAL || POSTHUMAN: Musicking Future – Futuring Music
März 2026: Vortrag @ Hochschule der Künste Bern
Anna Schürmer hält den Vortrag „POSTDIGITAL || POSTHUMAN: Musicking Future – Futuring Music" im Rahmen der Tagung „Postdigital Resonances 2026" in Bern.
Bildquelle: KI-generiertes Bild, entstanden im Rahmen des Projektes
Insta Screenshot
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Projektfoto
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Veranstaltungen
Dokumentation zur Ernst von Siemens Musikstiftungsprofessur 2024-2026
Hier finden Sie Informationen und Dokumentationen zur Ernst von Siemens Musikstiftungsprofessur unter der Leitung von Prof. Dr. Miriam Akkermann für den Zeitraum 2024 bis 2026.