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Daniela Dröscher

Daniela Dröscher

 

E-Mail: droescher [at] schriftbildlichkeit.de

 

Forschungsvorhaben

"Schriftbildlichkeit als Gesichtlichkeit"

 

Projektbeschreibung

Anliegen des medienkunstwissenschaftlichen Vorhabens ist es, in dem diskreten Anordnungscharakter alphabetischer, nicht-alphabetischer und abstrakter Schriften eine immanent aisthetische Dimension aufzuzeigen.

Der Korpus versammelt ästhetische Praktiken, die durch mediale Strategien die notationale Ikonizität und Zwischenräumlichkeit von Schrift vor Augen stellen und dahingehend radikalisieren, dass sie Schrift nicht primär lesen, sondern als ein Gewebe räumlicher Relationen wahrnehmen lassen: als Textur, die eine physiognomische Wahrnehmung initiiert.

An der spezifischen Physiognomie von Schrift zeigt sich das Gesichtliche als ein Flüchtiges, das aus einer Reihe von Negationen  erwächst, und das zu bestimmen eine negative Medientheorie erfordert. Seine Wahrnehmung obliegt weder der Logik der Zeile, noch des Bildes, noch des Rasters, noch der Logik einer musikalischen Partitur,sondern agiert in einem Dazwischen, das es noch auszubuchstabieren gilt.

Entscheidend für das Gesichtliche ist zum einen seine chiastische Blickstruktur: Man sieht und wird zugleich angesehen durch einen Blick im Schriftbild, der das Gesichtliche zwischen Sichtbarkeit und Unsichtbarkeit aufspannt.

Entscheidend ist zum anderen der Konnex von Gesicht und Stimme. Die implizit musikalische Dimension (Rhythmus, Klang, Melodie), die der Medialität von Schrift eingefaltet ist, evoziert in der physiognomischen Wahrnehmung von Schrift eine Form von Stimme, die keineswegs als phonologische Recodierung zu identifizieren ist, sondern ebenfalls in einer Reihe von Negationen zu suchen: in einem Dazwischen aus Sprache und Musik, Stille und Laut.

Die Perspektive des Gesichtlichen prononciert im Feld der Schriftbildlichkeit ein synästhetisches Moment und rückt an Schriftpraktiken die Dimensionen der Wahrnehmbarkeit von Schrift in den Vordergrund.

 

Curriculum Vitae

Mai 2008

Einreichung der Dissertation

2006

Organisation und Konzeption der Tagung „Schauplätze Erscheinen – für eine kleine Organisation“ an der Universität Potsdam

2005

Organisation und Konzeption des Graduiertenworkshops „Punkt Punkt Komma Strich“ an der Universität Potsdam

2005

Koordinationsstelle der Graduate School „Visualisierungen / Visuelle Kulturen“

2004

Beginn der Promotion zum Thema „Un/hörbare Stimme, un/sichtbares Bild. Zur negativen Performativität von Literatur am Beispiel der Ästhetik Yoko Tawadas“ im Rahmen der Graduate School „Visualisierungen / Visuelle Kulturen“ an der Universität Potsdam; Betreuung durch Prof. Dieter Mersch (Medienwissenschaft)

2003

Förderstipendium durch den Berliner Senat

2002

Abschluss des M.A. an der Universität Trier (Note: 1,0)

2000-2001

Forschungsstudentin des Graduiertenkollegs „Identität und Differenz. Interkulturalität und Geschlechterdifferenz vom 18.-21. Jahrhundert“ an der Universität Trier

1999-2000

Studium an der Middlesex University London; BA im Fach English Literary Studies (First Grade Honours)

1996-1999

Magisterstudium der Fächer Germanistik, Anglistik und Philosophie  an der Universität Trier

 

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