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Forschungsprofil Musikwissenschaft an der FU

Einleitung

Gegenstand und Forschungsprofil

Musikwissenschaft an der FU versteht sich als Schnittstelle zwischen Musik-, Theater-, Tanz- und Kulturwissenschaft und basiert methodisch auf musikhistorischen bzw. -theoretischen Forschungsansätzen ebenso wie auf Ansätzen der performance und gender studies, post- und decolonial studies, science and technology studies und der environmental humanities. Mit Hilfe dieser unterschiedlichen Methoden verstehen wir Musik als eine kulturell markierte Form von Klang und fragen nach spezifischen Diskursen, Praktiken und Vorannahmen, die dazu führen, dass wir zu bestimmten historischen Momenten einige Klänge als Musik bezeichnen und andere nicht.

Zum Gegenstandsfeld gehören musikalische Aufführungen aller Gattungen des späten 19., 20. und 21. Jahrhunderts, des Musiktheaters, aber auch der Instrumental- und Vokalmusik, musikalische Performances in anderen medialen Zusammenhängen (Radio, Film, Internet etc.), Installationen sowie auch alle anderen Klangkulturen der modernen, globalen Gesellschaft.

Forschungsprofil

Welche künstlerischen Praktiken entstehen im Zusammenhang musikalischer Aufführungen? Welche spezifischen Medialitäten von Klang (Musik, Intermedialität, Körper etc.) spielen hierbei eine Rolle? Welche Dynamiken lassen sich beschreiben? Wie werden Fragen von Identität, Macht und Wissen in diesen Aufführungen und musikalischen Praktiken verhandelt? Mit welchen Netzwerken, Materialitäten, Dingen und Körpern, Infrastrukturen und Formen der Vermittlung sind sie verwoben?

Diese und andere Fragen verfolgen WissenschaftlerInnen, assoziierten KünstlerInnen und KuratorInnen an der FU historisch fundiert mit Blick auf ein breites Themenspektrum.

Dieses umfasst: globale Entwicklungen musikwissenschaftlichen Wissens im 20. Jahrhundert, Konstellationen von Technologie und Musik im frühen 20. Jahrhundert bis hin zu mixed music und hybriden Aufführungsformaten, sowie Forschungen zu Sound Art und zeitgenössischem, experimentellem Musiktheater bis hin zu Zusammenhängen von Musik und Schlaf. Laufende Projekte werden u.a. gefördert von der DFG, der Ernst von Siemens Musikstiftung, der BUA Berlin, der Paul Sacher Stiftung und dem Flämischen Nationalfonds (NWO).

Aktuelle Publikationen der Mitarbeitenden

Miriam Akkermann, Neue Praxis Vergangener Ideale? Multiperspektivische Annäherung an das Denkmodell ‚Musikalische Aufführungspraxis‘, Habilitationsschrift Universität Bayreuth 2022, (Buchveröffentlichung im Druck 2026).

 

Miriam Akkermann, „Composing Music Inside Out. Concepts between Instrument and Composition“, in: Germán Toro-Perez et al. (eds.), Performing Live Electronic Music, Hofheim: Wolke 2024, pp. 137-150.

 

Miriam Akkermann, „Analyzing Mixed Music – Analyse als Bindeglied zwischen Quelle und Aufführung“, in: Asmus, B. (Hg.), Analyse & Interpretation.

Stuttgarter Musikwissenschaftlichen Schriften, Bd. 7, Mainz: Schott, 2024, S. 133-143. Miriam Akkermann, Bittner, M.-I., Hof, C., Kretschmer, R., Pflüger, D., Winkelmann, R., Expedition Anthropozän, Berlin 2024.

 

 

Camilla Bork, Intimität des musikalischen Radiosounds. Zu ästhetischen und materiellen Grundlagen des musikalischen Hörspiels in Weimar, in: Dis/kontinuitäten. Oper und Operngeschichte zwischen Weimarer Republik und früher Bundesrepublik, Campus Verlag Frankfurt/ New York, S. 173-186

 

Camilla Bork, Virtuosität – Text – Performance. Perspektiven aufführungsbezogener Musikgeschichtsschreibung, Metzler-Bärenreiter, (im Druck 2026).

 

Camilla Bork and Mathias Hinke, What the Rubbing of Forks Has to Do with Curating Music: Experimental Ways to Approach Aboutness, Collective Practice, and Situated Knowledge, in: Journal of Music History Pedagogy (2026) No. 1

 

Abhishek Choubey, Bagmish Sabhapondit, Tristan O’Leary et al., „Sleeping Soundly: an Interdisciplinary Approach to Communicating Individual Sleep Experiences Through a shared Sonic Domain“, Paper at SoniHED: Conference on Sonification of Health and Environmental Data, (29 January 2025),

 

 

João Romão, Musical and Technical Negotiations: A History of the WDR Studio for Electronic Music, 1951–2001, Doctoral Dissertation at Humboldt Universität Berlin, 2022.

 

João Romão, Zur Bedeutung des Klangs in der elektronischen Musik Karlheinz Stockhausens. Musiktheorie: Zeitschrift für Musikwissenschaft, Heft 2/2025

 

Julia H. Schröder, „Overwhelmed by Sound? Staged Effects of Sound and Music on the Audience“, in: David Roesner, Tamara Yasmin Quick (eds.), Music and Sound in European Theatre. Practices, Performances, Perspectives, Routledge, 2025, pp. 159–170.