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Inszenierung der Affektkontrolle im deutschen Barocktrauerspiel (Arbeitstitel) - (Dissertationsprojekt)

Institution:

Institut für Deutsche und Niederländische Philologie - Neuere deutsche Literatur

Projektleitung:
Förderung:

Das Dissertationsprojekt wird durch ein Forschungsstipendium des DAAD gefördert.

Projektlaufzeit:
01.10.2025 — 30.09.2029
Ansprechpartner/in:
Prof. Dr. Kai Bremer

Das Dissertationsprojekt untersucht die inszenatorische Funktion und die Mechanismen der Affektkontrolle im schlesischen Barockdrama (u.a. bei Andreas Gryphius, Daniel Caspar von Lohenstein und Johann Christian Hallmann). Ausgehend vom Spannungsverhältnis zwischen der rhetorischen Intensität (Pathos) und dem ethischen Ideal der Beständigkeit (Constantia) wird analysiert, wie Affekte im Trauerspiel dynamisch reguliert und funktionalisiert werden. Im Zentrum der Analyse steht die Frage, inwiefern der dramatische Affektverlauf durch zwei zentrale Strategien bestimmt wird: Zum einen durch die theologische Transformation, bei der, angelehnt an Martin Luthers Affektlehre und das Konzept des Novus Affectus, irdisches Leid in heilsgeschichtliche Zuversicht überführt wird. Zum anderen durch die politische Regulierung, bei der Affektkontrolle als Herrschaftstechnik oder als Form der höfischen Dissimulatio dient.