Geschichte der Ode

»Nur darin kommen alle Kunstrichter mit einander überein, dass die Oden die höchste Dichtungsart ausmachen; dass sie das Eigentümliche des Gedichts in einem höheren Grad zeigen und mehr Gedicht sind als irgend eine andere Gattung.« Johann Georg Sulzers Charakterisierung der Ode soll dem Seminar Anlass geben, die ›Lyrizität‹ der deutschen Odendichtung vom 17. bis zum 20. Jahrhundert kritisch zu prüfen. Mit Blick auf die Entwicklung der Gattung werden dabei, unter besonderer Berücksichtigung der gattungsspezifischen Affektpoetik, insbesondere die Kategorien Sangbarkeit, Hochstil und Übernahme der Horazischen Strophenformen von Bedeutung sein. Neben einschlägigen theoretischen Abhandlungen werden Gedichte u. a. folgender Autoren diskutiert: Martin Opitz, Johann Christoph Gottsched, Friedrich Gottlieb Klopstock, Friedrich Hölderlin, August von Platen, Rudolf Borchardt, Johannes Bobrowski. Ein stets erweiterbare Textauswahl kann bereits vor Seminarbeginn über ›Blackboard‹ eingesehen werden.