Matthias Nawrat ist Berliner Literaturpreisträger 2026
Autor wird durch Freie Universität Berlin auf Gastprofessur für deutschsprachige Poetik der Stiftung Preußische Seehandlung berufen
News vom 20.01.2026
Matthias Nawrat, 1979 im polnischen Opole geboren, emigrierte als Zehnjähriger mit seiner Familie nach Bamberg und lebt heute in Berlin. Er studierte Biologie in Freiburg und Heidelberg, danach Literarisches Schreiben am SchweizerLiteraturinstitut in Biel. Sein inzwischen sechs Romane, Essays und einen Gedichtband umfassendes Werk wurde viele Male ausgezeichnet und war unter anderem für den Deutschen Buchpreis und den Preis der Leipziger Buchmesse nominiert. Zuletzt erschien der Essayband Über allem ein weiter Himmel. Nachrichtenaus Europa. Mit Das glückliche Schicksal folgt im März 2026 ein neuer Roman.
In der Jurybegründung ist zu lesen: „So wie Matthias Nawrat einen eingeschränkten westlichen Horizont immerzu aufreißt und den Blick in alle Richtungen öffnet, so bedeutet Zeit bei ihm stets Gleichzeitigkeit. Es ist das Dazwischen, die subkutane Verbindung zwischen Gegenwart und Vergangenheit und deren verborgenes Wirken, die er in seinen Texten herausarbeitet, das Beziehungsgeflecht hinter den Bruchstücken unserer Wirklichkeit, die unsichtbaren Linien, die von der Vergangenheit in die Gegenwart führen. Wenn Matthias Nawrat in seinen Texten, seien es Romane, Essays oder Gedichte, den europäischen Raum erkundet, dann erkundet er ihn wie ein Archäologe, der behutsam die historischen Sedimentschichten abträgt. Ebenso behutsam, nie auftrumpfend, dabei zugleich von äußerster Präzision und poetischer Strahlkraft ist seine Sprache.“
Der Preisjury gehören an: Maja Beckers, Prof. Dr. Hans-Christian von Herrmann,
Dr. Sonja Longolius, Dr. Wiebke Porombka und Prof. Dr. Julia Weber.

