Teresa Präauer ist Samuel Fischer Gastprofessorin

Teresa Präauer (c) Thomas Langdon

Teresa Präauer (c) Thomas Langdon

»Poetische Ornithologie« –
zum Flugwesen in der Literatur
Sommersemester 2016
Mittwoch, 14–16 Uhr


Teresa Präauers Antrittsvorlesung
mit dem Titel »Tier werden« findet
am 25. Mai um 18 Uhr
im Raum L 115 (Seminarzentrum) statt.

Im Sommersemester 2016 hat die österreichische Autorin und bildende Künstlerin Teresa Präauer die Samuel-Fischer-Gastprofessur am Peter Szondi-Institut für Allgemeine und Vergleichende Literaturwissenschaft der Freien Universität Berlin inne. Teresa Präauer wurde 1979 in Linz geboren und lebt in Wien. Sie studierte Germanistik an der Paris-Lodron-Universität Salzburg und an der Humboldt-Universität Berlin, sowie in der Klasse für Malerei am Mozarteum Salzburg und postgradual an der Akademie der Bildenden Künste Wien.

Die bildende Kunst und die Literatur sind für Teresa Präauer, die als »große Hoffnung der deutschsprachigen Literatur« (FAZ, 06.08.2014) gehandelt wird, eng miteinander verbunden: Sie zeichnete das Postkartenbuch Taubenbriefe von Stummen an anderer Vögel Küken (Edition Krill 2009) und illustrierte das Bilderbuch Die Gans im Gegenteil von Wolf Haas (2010).

Ihr erster Roman Für den Herrscher aus Übersee (Wallstein 2012, Fischer TB 2014) ist eine sprachgewandte Geschichte über das Fliegen und Abstürzen, über das Lesen von Buchstaben und Sternkarten, und wurde bei der Frankfurter Buchmesse 2012 mit dem aspekte-Literaturpreis für das beste deutschsprachige Prosadebüt ausgezeichnet. Ihr Roman Johnny und Jean (Wallstein 2014, Fischer TB 2016)erzählt gewitzt und voller Anspielungen auf Kunst, Mode und Pop von zwei ungleichen jungen Männern, die weltberühmt werden wollen, und wurde mit dem Droste-Literaturförderpreis und dem Förderpreis zum Hölderlinpreis 2015 ausgezeichnet, sowie für den Preis der Leipziger Buchmesse 2015 nominiert.

Aktuell, im laufenden Jahr 2016 ist ihre Ausstellungsinstallation STARS im LENTOS Kunstmuseum Linz zu sehen und ihr Beitrag Frau Preblauer, was hat Schreiben mit Zeichnen zu tun? im Literaturmuseum Wien.

Teresa Präauer schreibt als Autorin regelmäßig für Zeitungen und Magazine zu Theater, Kunst, Literatur, Mode und Pop, darunter die Kolumne Zeug & Stücke für das Theaterfeuilleton nachtkritik.de und Präauer streamt für die Literaturzeitschrift Volltext, außerdem unregelmäßig auf ZEIT ONLINE. 2015 war sie als »Honorary Fellow in Writing« im International Writing Program der University of Iowa, sie lehrt außerdem an der Bayrischen Akademie des Schreibens und 2017 am Grinnell College of Liberal Arts in den USA.

Als 35. Samuel-Fischer-Gastprofessorin wird Teresa Präauer ein Seminar mit dem Titel »Poetische Ornithologie – zum Flugwesen in der Literatur« anbieten, das sich mit Vögeln und Fluggeräten in der Belletristik, in Sachtexten und in der bildenden Kunst beschäftigen wird. Flugwesen, die auch in Teresa Präauers Publikationen eine zentrale Rolle spielen, sollen dabei anhand von verschiedenen Text- und Kunstformen, beispielsweise in den Arbeiten von Otto Lilienthal, William Lishman oder John Cage, nicht nur motivisch, sondern auch anatomisch-poetologisch betrachtet werden. Dabei soll es auch um das Praktizieren einer genauen Lektürestrategie und Bildbeschreibung gehen: zwischen Wissenschaft und Vorstellungskraft plant Teresa Präauer mit ihren Studierenden die Vorbereitung der Gründung eines »Lehrstuhls für Poetische Ornithologie«.

Die erste Seminarsitzung ist am Mittwoch, 20. April, im Raum KL 29/235.