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Julia Giessler

Julia Giessler

 

E-Mail: giessler [at] schriftbildlichkeit.de

 

Dissertationsvorhaben

"Körpergestaltungen, Körpermodifikationen und ihre sozio-kulturelle Bedeutung im Alten Orient“

 

Projektbeschreibung

Ziel der Dissertation ist die erstmalige Zusammenstellung altorientalischer Phänomene von Körpergestaltungen und -modifikationen sowie deren sozio-kulturelle Analyse. Durch Bearbeitung der themenrelevanten Keilschriftquellen sollen Materialitäten, Funktionen und Terminologien der angewandten Formen körperlicher Veränderungen erschlossen werden.

 

Gegenstand der Untersuchung ist der Körper, der als Medium zur Visualisierung von sozial oder kulturell relevanten Zeichen genutzt wird. Dabei wird die Haut, die eine Möglichkeit zur Notation sowohl ikonischer als auch schriftlicher Darstellungen bietet, fokussiert. Die Wechselwirkung schriftbildlicher Notationsformen wie auch deren operatives Potential innerhalb der illiteralen Gesellschaftsschichten des antiken Mesopotamiens ist dabei zu prüfen. Des weiteren sollen die schriftbildlichen Notationen auf dermalen Flächen in Relation zu denjenigen Kennzeichen gesetzt werden, die den Körper als dreidimensionales Medium nutzen. Die Betrachtung der verschiedenen Materialitäten körperlicher Kennzeichnung dient paradigmatisch zur Untersuchung unterschiedlicher visueller Zeichensysteme.     

Die keilschriftlich überlieferten Formen von Körpergestaltung und -modifikation dienten überwiegend einer präskriptiv wie auch deskriptiv relevanten Kennzeichnung privaten oder göttlichen Eigentums. Die aus den Textquellen hervorgehenden rechtsspezifischen, religiösen oder sozialen Bedeutungen der einzelnen körperlichen Kennzeichen sollen in dieser Arbeit genau herausgestellt werden. Neben der offenkundig vorliegenden semiotischen Funktion, die körperliche Kennzeichen an unfreien Individuen erfüllen konnten, sind den Körpergestaltungen und -modifikationen, die an Tempelbediensteten vorgenommen wurden, rituelle bzw. kultische Bedeutungsebenen zuzuordnen. Darüber hinaus ist kontrastiv eine dekorative Funktion körperlicher Veränderungen zu prüfen.     

Der philologische Nachweis von Tätowierungs-, Brandmarkierungs- und Einritzungspraktiken sowie auch von Farbmarkierungen stellt einen weiteren Schwerpunkt der Arbeit dar. Durch eine Untersuchung der semantischen Felder affiner Termini wird eine begriffliche Kategorisierung der jeweils zugrundeliegenden Markierungstechniken angestrebt.

 

Curriculum Vitae

Seit 10/2011

 

Doktorandin im Graduiertenkolleg „Schriftbildlichkeit“ an der Freien Universität Berlin (DFG–Stipendium)

 

2010-2012

 

Tätigkeit als Lektorin an der Philipps-Universität Marburg: Korrektur der Druckfahnen der Publikationen  „Einführung in das Hethitische“ sowie „Untersuchung zu den Konditionalsätzen, Konzessivsätzen und Irrelevanzkonditionalia des Altirischen (Prof. Dr. E. Rieken)

 

Seit 08/2009

 

Promotion an der Philipps-Universität Marburg

 

2008-2009

 

Tätigkeit als wissenschaftliche Hilfskraft an der Philipps-Universität Marburg: Mitarbeit zur digitalen Edition des mittelbretonischen Heiligenlebens „An buhez sant Gwenôle“ (DFG-Projekt)

 

2008

 

Magistra Artium (Philipps-Universität Marburg), Bewertung: „sehr gut“, Thema: „Zeichen am Körper – eine sozio-kulturelle Betrachtung von Körpergestaltungen und Körpermodifikationen im Alten Orient“

 

2006-2007

 

Mitarbeit als studentische Hilfskraft an der Philipps-Universität Marburg, Keltologie / Allgemeine und Vergleichende Sprachwissenschaft

 

2002

 

Wechsel des Hauptfaches zu Altorientalistik

 

2001-2008

 

Magisterstudium an der Philipps-Universität Marburg: Deutsche Sprache und Literatur (HF bis 2002); Keltologie (1.NF), Tibetologie (2.NF)

 

 

Deutsche Forschungsgemeinschaft
Dahlem Research School