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Expeditionen ins Kunstreich

Konzept: Dr. Stefanie Wenner, Dr. des. Kristiane Hasselmann

Interdisziplinarität gehört zu den Schlagworten, die neuere Forschung nicht nur in den Naturwissenschaften, sondern auch in den Geisteswissenschaften beflügeln sollen. An der FU und insbesondere am Institut für Theaterwissenschaft hat solche Forschung bereits Tradition. Aus dieser Tradition heraus scheint der Besuch von Kunstereignissen sinnvoll, um methodisch zwischen den Disziplinen zu vermitteln.
Insbesondere auf der Seite von den explizit performativen Künsten von Theater und Tanz existieren seit langem schon sogenannte “Labore”, die erfahrene Choreographen, Regisseure und Performer für einen bestimmten Zeitraum zusammenbringen, um an Produktionen zu arbeiten. Diese “Labore” haben häufig einen Theorieteil, in dem sich die Künstler mit Theorie befassen, um Inspiration für eigene kreative Prozesse zu erhalten. Nach diesem Modell führen wir nun Expeditionen ins Kunstreich als Gegenstand von und Inspiration für wissenschaftliche Arbeit durch. Wenn Kunst- und Kulturwissenschaften sich mit Künsten und Kultur befassen, bietet sich ein solches Vorgehen an: Aus der Universität hinaus, hinein ins Kunstreich, frei nach Heinz Sielmann, der, nebenbei bemerkt, einer der Inspiratoren von Joseph Beuys war. Wir besuchen Theateraufführungen und Ausstellungen, die Arbeiten auswählen, die selbst zwischen den Künsten stehen. Dies sind folgende aktuell in Berlin gezeigte Arbeiten:

Ausstellung: Atlasgroup (Hamburger Bahnhof)
Tanz: Alain Platel et al Nightshade (HAU)
Theater: Christoph Schlingensief Kaprow City (Volksbühne)
Um der Metapher der Laborsituation, die diese Expeditionen herstellen sollen, treu zu bleiben, werden jeweils anschließend auswertende Gespräche im Kreis des Graduiertenkollegs geführt, die das Material an die eigenen Fragestellung zurück binden.

Deutsche Forschungsgemeinschaft