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Ulrich Blumenbach liest David Foster Wallace "Unendlicher Spaß"

Ist von David Foster Wallaces Roman Infinite Jest die Rede, verfallen sogar Schriftsteller-Kollegen in höchstes Lob. Der US-Autor Dave Eggers nannte den Text »das wahrscheinlich seltsamste, unverwechselbarste und vertrackteste literarische Werk eines Amerikaners in den vergangenen zwanzig Jahren«. Don De Lillo befand kurz und bündig: »›Alles und noch mehr‹ könnte eine Beschreibung dieses Romans sein.«

Dreizehn Jahre nach der Erstveröffentlichung des Originals ist Wallaces Opus Magnum endlich auch auf Deutsch erhältlich. Der Übersetzer Ulrich Blumenbach hat die Leistung vollbracht, eine adäquate Fassung dieses in jeder Hinsicht extravaganten und überbordenden Werkes zu schaffen. Sechs Jahre lang hat er geduldig den Verästelungen des Originals nachgespürt, hat sprachliche Äquivalente ausgetestet und wenn nötig längst vergessene Worte wieder entdeckt - oder gänzlich neue erfunden.

Manchmal, so Blumenbach, habe er sich dabei gefühlt wie Luke Skywalker in der Müllpresse des Todessterns: Platzangst in der eigenen Sprache, während die Wände näher rücken. Doch Wallace »stemmt sich gegen die Beklemmungen von Schlagwort und Klischee. Sein Roman stellt eine kaum fassbare Ausweitung der Literatursprache dar, denn Wallace zündet eine Supernova, die den Raum der Sprache herz- und hirnerweiternd ausdehnt.« (Blumenbach) Eine Explosion, die nicht ungehört blieb: Unendlicher Spaß ist die am meisten diskutierte literarische Veröffentlichung des Jahres.

Ulrich Blumenbach liest aus dem Roman und gibt Auskunft darüber, wie man Dellen in die Wände der eigenen Sprache schlagen kann. Eine gemeinsame Veranstaltung der Graduiertenkollegs »InterArt« der FU Berlin und der Literaturwerkstatt Berlin.

 

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