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Insa Wichert

Fuetterer
Bildquelle: Elke Schöps

Angriff der Ausdruckshand. Funktionen der Hand in frühexpressionistischer Prosa im Kontext zeitgenössischer Kunst und Wissenschaften

Adresse
Habelschwerdter Allee 45
14195 Berlin

Insa Wichert studierte im Bachelor die Fächer Deutsche Philologie und Musikwissenschaft an der Humboldt-Universität zu Berlin. Im Anschluss daran absolvierte sie den Masterstudiengang Deutschsprachige Literatur mit dem Schwerpunkt Neuere Literatur an der Freien Universität Berlin. Parallel zu ihren Studientätigkeiten arbeitete sie konstant für national und international tätige Verlage und übernahm dort Verantwortung in den Bereichen Redaktionsbetreuung, Projektmanagement und Software-Qualitätssicherung. Im Juni 2020 folgten die Aufnahme des Promotionsstudiums an der Freien Universität Berlin und die Förderung durch ein Projektstipendium der Friedrich Schlegel Graduiertenschule für literaturwissenschaftliche Studien.

Dissertationsprojekt (Arbeitstitel): Angriff der Ausdruckshand. Funktionen der Hand in frühexpressionistischer Prosa im Kontext zeitgenössischer Kunst und Wissenschaften

Ziel des Dissertationsprojektes ist die Aufarbeitung einer bisher unerforschten Wechselwirkung von frühexpressionistischer Prosaliteratur und zeitgenössischen Theorien zur menschlichen Hand. Zum Analysekorpus gehören Erzählungen der Autoren Carl Sternheim, Max Brod, Alfred Döblin und Johannes R. Becher, in denen die Hand inmitten unterschiedlicher Thematiken wie einer arbeitsweltlichen Disziplinierung oder innerhalb institutioneller Strukturen auffällig wird.

Durch ein Close Reading ist einerseits beabsichtigt das mit der Hand und ihrer Gestensprache verbundene Ausdrucks- und Funktionsspektrum innerhalb der Erzählungen zu untersuchen. Andererseits wird das Projekt in einem wissenshistorischen Sinne herausarbeiten, wie sich die ausgewählten literarischen Texte zu zentralen Debatten, die etwa im Bereich der Arbeitswissenschaft oder der Psychoanalyse zeitgleich geführt wurden, verhalten. Neben dieser interdiskursiven Kontextualisierung erfolgt eine intermediale Einordnung, indem Verknüpfungen zwischen der Literatur und dem Handeinsatz in anderen Künsten durch Kurzanalysen exemplarischer Werke aus bildender Kunst, Musikdrama, Stummfilm und Pantomime untersucht werden. Ein Ausblick auf versehrte Hände, die nach Ausbruch des Ersten Weltkriegs viele expressionistische Werke prägen, beschließt den primären Betrachtungszeitraum.

Das Dissertationsprojekt wird einen Forschungsbeitrag leisten, der die frühexpressionistische Kunst und Literatur als Wissensreservoirs für die Entwicklung einer Kultur der ,Ausdruckshand‘ erkennbar macht, die zwar erst nach dem Ersten Weltkrieg als solche konzeptualisiert, jedoch bereits im Kunst- und vor allem im Literaturbetrieb der Vorkriegsjahre erprobt wird.

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