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Anastasiia Sergeeva

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Bildquelle: Lorenz Becker

Doktorandin

Deutsche und russische historiografische Schriften: Grundbegriffe, Sprache und Rhetorik

Adresse
Habelschwerdter Allee 45
Raum JK 33/136

2016 hat Anastasiia den Bachelor an der National Research University "Higher School of Economics" in Moskau abgeschlossen mit der Bachelorarbeit zum Thema "Nestorchronik als Quelle des Synaxarions". Davor hatte sie aber schon den ersten Schritt in Richtung vergleichender Literaturwissenschaft getan, indem sie Texte der russischen Romantik analysiert und viele wichtige Bezüge zu den deutschen Romantikern herausgefunden hat.

2018 hat sie den Masterstudiengang „Komparatistik: russische Literatur in der kulturvergleichender Perspektive“ abgeschlossen. Ihre Masterarbeit wurde den deutschen und französischen Übersetzungen historischer und philosophischer Werke von Nikolaj Karamzin gewidmet, die schon zu Lebzeiten Karamzins verfasst bzw. veröffentlicht wurden. Sie hat untersucht, wie sich Karamzins geschichtsphilosophische Schlüsselbegriffe – Selbstherrschaft, Nation, Patriotismus usw. – in den Originaltexten und in den Übersetzungen unterscheiden und funktionieren.

Ihre akademische Interessen liegen grundsätzlich in der transkulturellen Bewegung der literarischen Texte sowie generell in kulturellen Transfers des 18. und 19. Jahrhunderts, also in den Phänomenen der sogenannten „Sattelzeit“, die von den bedeutenden sozialen und kulturellen Umwandlungen geprägt ist. In ihrer aktuellen Arbeit untersucht sie die Sprache und Rhetorik einer Reihe der russischen und deutschen Historiker, die um 1800 ihre Visionen der russischen Vergangenheit entwickelten.

Deutsche und russische historiografische Schriften: Grundbegriffe, Sprache und Rhetorik


In der Arbeit werden die Schriften deutscher und russischer Autoren in ihrer ständigen dialogischen und/oder konkurrierenden Wechselwirkung analysiert. Dazu zählen sowohl gelehrte Geschichtswissenschaftler als auch Schriftsteller und Universalgelehrte, die sich mit der russischen Geschichte auseinandersetzten: M. V. Lomonosov, G. F. Müller, G. S. Bayer, V. N. Tatišev, M. M. Ščerbatov, I. N. Boltin, N. M. Karamzin, C. F. Völkner, A. L. Schlözer.
Wie entsteht der russische historiographische Diskurs, was sind seine Regeln und wie differenziert er sich von dem literarischen;
Wie unterscheiden sich die rhetorischen Verfahren einzelner Autoren und welche Rolle spielen sie beim Konstruieren historischer Narrative;
Was sind die Schlüsselbegriffe jeweiliger Geschichte und was tragen sie zu der Explanation der Geschichte bei?
Am Ende sollen diese Fragen beantwortet werden, indem ich auch versuchen werde,
– die Regeln des russischen historiographischen Diskurs und die Verwissenschaftlichung der Geschichte in Russland;
– subject matter der Geschichte in dieser Epoche;
– Entstehung der historischen Mythen und des historiographischen Kanon
zu erschließen und zu beschreiben.


Publikationen

  • Antonij Pogorel'skijs "Hoffmannismus": Zur russischen Bearbeitung der deutschen romantischen Tradition. In: Welt und Wissenschaft: sbornik materialov studenčeskoj meźvuzovskoj naučno-praktičskoj konferencii, Moskva, Isd. dom Vysšej školy ekonomiki, 2016. S. 32-35.
  • Nikolaj Karamzins Geschichtsphilosophie in deutscher Übersetzung. Überlegungen zur translatorischen Transformation karamzinischer Schlüsselbegriffe. In: Zwerg Nase, Metro und die ideale Werbung: Sammelband der IV. Konferenz »Welt und Wissenschaft« vom 19. April 2018 an der National Research University Higher School of Economics in Moskau, Moskau, 2019. S. 22-31.

Konferenzen

  • „Dresden i Moskva: ekspansija fantastičeskogo prostranstva“ („Dresden und Moskau: Expansion des fantastischen Raums“). II. Jahreskonferenz „Russkaja literatura v komparativnoj perspektive“ („Russische Literatur in komparatistischer Perspektive“), 12. November 2016
  • „Antonij Pogorel'skijs "Hoffmannismus": Zur russischen Bearbeitung der deutschen romantischen Tradition“. II. Konferenz für StudentInnen und DoktorandInnen "Welt und Wissenschaft", Moskau, 9. April 2016
  • „Nikolaj Karamzins Geschichtsphilosophie in deutscher Übersetzung. Überlegungen zur Verwandlung der Karazamschinschen Schlüsselbegriffe“. IV. Konferenz für StudentInnen und DoktorandInnen „Welt und Wissenschaft“, Moskau, 19. April 2018
  • „Evropejskie perevody Istoričeskogo pochval'nogo slova Ekaterine II N. M. Karamzina: o transformacii osnovnych ponjatij“ („Europäische Übersetzungen Nikolai Karamzins Historische Lobrede auf Katharina II.: Transformation der Grundbegriffe“). IV. Jahreskonferenz „Russkaja literatura v komparativnoj perspektive“ („Russische Literatur in komparatistischer Perspektive“), 30. November -1. Dezember 2018
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