Roxanne Mahboubi

Friedrich Schlegel Graduiertenschule
Dramenästhetische Marginalität. Eine Studie zu Nebentexten ab den 1960er-Jahren
14195 Berlin
- seit Mai 2025 Promotionsstipendiatin des Evangelischen Studienwerks Villigst
- April 2025 Elsa-Neumann-Stipendium des Landes Berlin (nicht angetreten)
- Juni 2024–Februar 2025 Projektstipendiatin der Friedrich-Schlegel-Graduiertenschule
- 2020–2024 Masterstudium der Allgemeinen und Vergleichenden Literaturwissenschaft am Peter Szondi-Institut der Freien Universität Berlin; Masterarbeit: „How can I speak again?“ Sprachräume in Sarah Kanes Nebentexten
- 2015–2020 Bachelorstudium der Allgemeinen und Vergleichenden Literaturwissenschaft und Philosophie an der Goethe-Universität Frankfurt am Main
Seit den 1960er-Jahren entstehen vermehrt Dramen, deren innovativ gestaltete Nebentexte die traditionelle Hierarchie von Haupt- und Nebentext unterlaufen und damit eine ästhetische Neubestimmung des Nebentextes im Drama einfordern. Das Dissertationsprojekt untersucht Dramen von Samuel Beckett, Peter Handke, Martin Crimp, Sarah Kane, Thomas Köck und Wolfram Höll, die diese Aufwertung des Nebentextes auf unterschiedliche Weise realisieren – als dramatische Nebenordnung, dramatische Desintegration und dramatische Dislokation – und so einen breiten Horizont innovativer Dramatik im deutschsprachigen und britischen Raum aufspannen.
Im Zentrum meiner Untersuchung steht die Frage, wie sich die ästhetische Emanzipation des Nebentextes mit einer Kritik an gesellschaftlichen Logiken der Marginalisierung verschränkt. Ausgangspunkt ist die Annahme, dass die Aufwertung des Nebentextes nicht nur die Organisation des Dramentextes verändert und zentrale Kategorien dramatischer Textualität neu konfiguriert, sondern zugleich Macht-, Ausschluss- und Repräsentationsverhältnisse reflektiert und kritisch verhandelt.
Diese doppelte Perspektive wird unter dem Begriff der ‚dramenästhetischen Marginalität‘ gefasst. Darunter verstehe ich eine besondere Form-Inhalt-Korrespondenz, in der Marginalität nicht lediglich als Motiv erscheint, sondern als ästhetisches Organisationsprinzip das Verhältnis der Textelemente und Textebenen strukturiert.





