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Mahamadou Famanta

Famanta
Bildquelle: Privat

Zwischen kolonialen Fallstricken und postkolonialen Neuorientierungen. Aktualisierung der postkolonialen Literaturkritik durch eine multiperspektivische Gegenüberstellung der postkolonialen Theorie(n), der Decoloniality und des Afrotopia-Konzepts

Adresse
Habelschwerdter Allee 45
14195 Berlin

Mahamadou Famanta hat sein Bachelor- und Masterstudium in Germanistik mit Schwerpunkt auf Literatur und Linguistik an der Université Joseph Ki-Zerbo (Burkina Faso) absolviert. Er absolvierte während des Bachlor- und Masterstudiums jeweils einen fünf- und drei-monatigen Forschungsaufenthalt im Rahmen des vom DAAD geförderten GIP-Programms an der Universität Stuttgart. Er schrieb seine Masterarbeit zum Thema: "Sprachkritik im deutschsprachigen postkolonialen Afrika-Diskurs. Umgang mit der Sprache in der postkolonialen Literatur".

Ab Oktober 2020 promoviert er mit eimem DAAD-Stipendium an der Friedrich Schlegel Graduiertenschule für literaturwissenschaftliche Studien.

Zusammenfassung des Dissertationsprojektes

Im Vordergrund meines Projektes steht die postkoloniale Literaturkritik, die eine kontextbewusste Literaturanalyse ist. Die Notwendigkeit dieser Literaturanalyse im aktuellen globalisierten Zeitalter ist darauf zurückzuführen, dass sie des Zusammenwirkens der Kultur, der Politik und der Wirtschaft in der Wechselbeziehung von unterschiedlichen Ländern bewusst ist. Jedoch stößt die postkoloniale Theorie selbst auf heftige Kritik und zwar u.a. wegen kolonialen Fallstricken, die auf die sich verändernden postkolonialen Realitäten zurückzuführen sind. Zentrale postkoloniale Konzepte wie das Eigene, das Andere, Othering, Mimikry, etc. stützen sich auf die Vorstellung eines Zentrums (der Westen) und seine Peripherien (einstige kolonisierte Länder), was aber wegen der Provinzialisierung Europas (Chakrabarty) in Frage gestellt werden kann. Vor diesem Hintergrund entstehen neue theoretische Orientierungen wie die dekoloniale Theorie Mignolos und das Afrotopia-Konzepts Sarrs, die zwar grundsätzlich ähnliche Ziele wie die postkoloniale Theorie verfolgen, aber sich an vielfältige Optionen (nach Mignolo) und schwankende Positionen (nach Mbembe) orientieren. Mit Blick auf koloniale Rekonstruktionen und ähnliche theoretische Orientierungen (Decolonialty, Afrotopia und die kritischen postkolonialen Arbeite Mbembes) rückt es zum einen die Frage nach der Aktualisierung des postkolonialen literarischen Analyseinstrumentariums in den Vordergrund und zum anderen in Bezug auf die deutschsprachige postkoloniale Diskussion die Frage, inwiefern diese Aktualisierung sich begründen und anwenden lässt. Dabei zielt das Projekt auf der theoretischen Ebene darauf ab, die postkoloniale literarische Analysemethode durch die Gegenüberstellung der postkolonialen Theorie, der Decolonialty und des Afrotopia-Konzepts neu zu denken. Auf der metadiskursiven Ebene, verfolgt es das Ziel, in Bezug auf die deutschsprachige literarische postkoloniale Diskussion die Schwäche einer postkolonialen Diskussion aufzuzeigen, die auf Sprache oder Nation begrenzt wird. Auf der Grundlage der theoretischen und der metadiskursiven Analyse geht es dieser Arbeit weiterhin darum, die aktualisierte postkoloniale Analysemethode an einem passenden Korpus zu erproben. Dazu geht sie multiperspektivistisch und komparatistisch vor.

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