Ana-Maria Schlupp

Ana-Maria Schlupp

Alumna der FSGS

Locus Terribilis, Nichtort, Sehnsuchtsort. Landschaftliche Zuschreibungen an die Walachei

Adresse
Habelschwerdter Allee 45
Raum JK 33/104
14195 Berlin

Ana-Maria Schlupp, geboren 1987 in Lugoj, Rumänien, studierte Germanistik (MA) und Anglistik (BA) in Timișoara und Innsbruck. Anschließend war sie an der Comenius Universität in Bratislava als ÖAD-Lektorin tätig.

Die Karpaten, Transsilvanien, Transkarpatien, das Schwarze Meer: das alles sind ehemals unheimliche Namen, landschaftliche Topoi, die, so Wolfgang Riedel, „auf ein Grundmodell ästhetischer Landschaftserfahrung [verweisen], das virtuell allen Lesern auf die ein oder andere Art je schon vertraut ist und von jedermann sogleich als Vorstellung wachgerufen werden kann“. In der Dissertation wird am Beispiel der „wilden Walachei“ danach gefragt, wie das Schreckliche einer Landschaft entsteht und wie ein eingebürgerter Begriff des alltäglichen Sprachgebrauchs durch Zuschreibungen seine Bedeutung erlangte. Ist die heute als Redewendung gebräuchliche Walachei eine imaginierte Landschaft und gibt es eine dazugehörige Landschaftsvorstellung? Die Region im heutigen Rumänien hat im deutschen Sprachgebrauch einen Bedeutungswandel durchlaufen. Der in die Literatur des 18. und 19. Jahrhunderts eingegangene locus terribilis „Walachei“ ist heute ein bedeutungsfreier Projektionsraum, ein sprichwörtliches Niemandsland, dessen verheißungsvolle begriffliche Leere Autoren für sich fruchtbar machen, indem sie die Verallgemeinerung der ursprünglich negativ behafteten Landschaft durch einen Prozess der Konkretisierung im Einzelnen aufheben.

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