Élodie Ripoll

Farbepistemologien im französischen Roman des 18. und 19. Jahrhunderts

Élodie Ripoll, geboren 1986 in Toulouse, studierte in den französischen Classes préparatoires (2004-2007) und absolvierte danach einen doppelten Bachelor- und Masterabschluss in Lettres Modernes sowie Études germaniques an der Université Lumière Lyon 2 sowie das Staatsexamen an der Universität Leipzig. Sie war Stipendiatin der Deutsch-französischen Hochschule (2007-2012). Ihre zweite Masterarbeit widmete sich den Beziehungen Büchners zur französischen Romantik. Im Laufe ihres Studiums nahm sie an unterschiedlichen Veranstaltungen für Nachwuchswissenschaftler teil, wie an den Forschungstagen Frankreich und Frankophonie (2010, 2011, 2012) und der French Graduate Conference an der Universität Cambridge (2012) oder der eikones Summer School (2012).

Von Oktober 2012 bis März 2016 hat sie an der Friedrich Schlegel Graduiertenschule promoviert. Bereits im Oktober 2015 konnte sie ihre erste Stelle als Wissenschaftliche Mitarbeiterin an einer deutschen Universität antreten.

 

In ihrer Arbeit untersucht Élodie Ripoll diachron die Bedeutung und den Wandel des literarischen Einsatzes von Farben im französischen Roman des 18. und 19. Jahrhunderts, und zwar wesentlich auf Grundlage der Farbforschung Michel Pastoureaus sowie mit Hilfe von Foucaults Begriff der Epistemologie.

Obwohl das 18. Jahrhundert als „Farboase“ (M. Pastoureau) gilt, stellt man im französischen Roman dieser Zeit zwar eine – im wörtlichen Sinne – malerische Metaphorik fest, die Farben selbst spielen literarisch allerdings eine marginale Rolle. Erst im 19. Jahrhundert kommt es zu einem richtigen Paradigmenwechsel, beispielsweise im Realismus. Da Farbe als gesellschaftliches Phänomen zu verstehen ist, widerspiegelt das Benennen oder Nicht-Benennen von Farben vielfältige kulturwissenschaftliche Aspekte und gibt Aufschluss über epochenspezifische Wahrnehmungen von Realien. Aus literaturwissenschaftlicher Perspektive sind diese Phänomene umso spannender, da sie zum ästhetischen Programm einer entstehenden Gattung gehören, deren Umgang mit Farben sich im Laufe der Jahrhunderte (insbesondere im 18. und 19. Jahrhundert) grundsätzlich geändert hat. Dieser zentrale Paradigmenwechsel soll auf Europaebene anhand von einem breiten Korpus transdisziplinär untersucht werden; unterschiedliche wissenschaftliche Diskurse wie Kunstgeschichte, Geschichte, Philosophie, Kulturwissenschaft, Physik, Technik müssen in die Untersuchung einfließen. Dementsprechend werden transdisziplinäre Fragestellungen aus literatur- und kulturwissenschaftlichen, inter- und transmedialen sowie epistemologischen Perspektiven formuliert.

 

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