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Johannes Kleine

Zur Rückkehr der Religion in der deutschsprachigen Literatur der Gegenwart.

Johannes Kleine

Alumnus der FSGS

Adresse
Habelschwerdter Allee 45
Raum JK 33/134
14195 Berlin

Johannes Kleine, geboren 1985 in Lutherstadt Wittenberg, studierte an der Friedrich-Alexander Universität in Erlangen Psychologie, Politik und Linguistik, bevor er in Dresden ein Studium der Neueren deutschen Literatur und Anglistik/Amerikanistik aufnahm, das er 2009 mit einer Bachelorarbeit über literarische Verarbeitungsstrategien von Identitätskrisen jüdischer Intellektueller im Wiener Fin de Siècle abschloss. 2011 folgte ein Masterabschluss; die Arbeit Zur Applikation von Theoremen der Postkolonialität auf die deutschsprachige Migrationsliteraturwissenschaft wird alsbald und nach Ergänzung durch Prof. Dr. Walter Schmitz bei Thelem in Dresden vorliegen. Neben Praktika, etwa im Dresdner Literaturbüro, arbeitete er am MitteleuropaZentrum für Staats-, Wirtschafts- und Kulturwissenschaften u.a. an zahlreichen Artikeln des dort bald erscheinenden großen Handbuchs zur deutschsprachigen Literatur von Nichtmuttersprachlern. 2010 und 2011 organisierte er die Dresdner Chamisso-Poetikdozentur in Zusammenarbeit mit der Sächsischen Akademie der Künste. Das akademische Jahr 2011/2012 verbrachte Johannes Kleine als Graduate Student an der Rutgers University in New Brunswick, New Jersey. Er war von 2012 bis 2017 Stipendiat der FSGS. Seine Promotion zum Thema Zur Rückkehr der Religion in der deutschsprachigen Literatur der Gegenwart hat er im Mai 2017 abgeschlossen.

 

Johannes Kleine (born in Wittenberg, Germany, in 1985) studied (mainly) German and English literature at the universities in Erlangen-Nuremberg, Dresden and Rutgers, The State University of New Jersey. In 2009 he finished his BA in Dresden with a thesis on the literary works of Jewish writers in fin-de-siècle Vienna, his master’s thesis on the application of theorems from Postcolonial Studies in German literary studies on the literature written by non-native speakers of German followed in 2011.

In Dresden he worked for the Central European Center for the Study of Politics, Economics and Culture, for the city’s Office of Literature and the Saxon Academy of the Arts organizing events such as lectures and conferences and editing articles and books, among other things.

In August 2011 he was awarded the Max Kade-Fellowship with the help of which he joined the PhD program of the German Department at Rutgers. After one year of studying at Rutgers and Princeton, he joined the Friedrich Schlegel Graduate School of Literary Studies in October 2012.

In seinem Promotionsprojekt interessieren Johannes Kleine die kurze Geschichte des literaturwissenschaftlichen Feldes, das sich mit der deutschsprachigen Literatur von Nichtmuttersprachlern beschäftigt, und seine Entstehungsbedingungen. Insbesondere analysiert er, warum wann welche Theoreme und Methoden zur Beschreibung dieser Literatur angewandt wurden und wie andere ausgeblendet blieben. Ein Blick in strukturähnlich gelagerte Nachbarforschungsgebiete vor allem zur deutsch-jüdischen Literatur soll zeigen, welch fruchtbaren und womöglich weniger einengenden Anschlussmöglichkeiten auf ihre Aktivierung warten. Johannes Kleine will – die genannten Bereiche engführend – insbesondere prüfen, ob es über die Reaktualisierung eines Mittel- oder Zentraleuropadiskurses hinaus in den ‚Kleinen Literaturen‘ Versuche gibt, transnationale, transkulturelle oder transversale Räume und Diskurse zu strukturieren, zu aktualisieren oder aber deren Etablierungsmöglichkeiten überhaupt erst zu eruieren.

Dabei fällt besonders auf, dass über die ‚kleinen Literaturen‘ muslimischer und jüdischer Autorinnen und Autoren ein Sujet reaktiviert wird, das in der deutschsprachigen Gegenwartsliteratur insgesamt in den Hintergrund getreten ist: Das Religiöse. Mit Benjamin Stein und Navid Kermani werden zwei zeitgenössische Schriftsteller genauer untersucht, die in für dieses literarische Feld ungewöhnlichem Maße religiöse und theologische Fragestellungen in poetischen Texten bearbeiten und damit tatsächlich den Verweishorizont der deutschen Literatur verrücken.

 

The dissertation focusses on the discourse within German literary studies that analyzes the literature written by non-native speakers in German and asks – while laying out the history of this young scholarly focus and its most prominent debates – why which theorems and methods have been chosen by scholars in order to deal with their field of study.

Since Johannes Kleine argues that many methodological options which could have been helpful within recent discussions here have not been chosen, a close examination of fields with similar propositions and politico-aesthetic structures – such as the literary analyzing of contemporary texts by Jewish authors in German with a firmly Jewish content – shall be compared to the conditions and possibilities of the field. It will be especially interesting to examine the efforts of texts in both fields to rewrite and reestablish a ‘performed space’ Central Europe and other transcultural or transversal spaces and discourses.

Apart from that, two other main chapters will constitute the project: Analogous to the image of the Arab world evoked by German literature from authors with Arab descent (a topic with a comparatively long history of scholarly examination) the image of Iran/Persia in Iranian-German texts shall be focused, allowing for a critical evaluation of the former intellectual efforts.

At last, the project claims that there is a re-spiritualization becoming obvious within very recent German literature, primarily executed by texts written by non-Christian authors. Taking this for granted, Johannes Kleine will focus on mystic elements (or even mystic-driven or inspired poetologies) of texts written by authors such as Benjamin Stein or Navid Kermani.

28 Beiträge im ‚Handbuch der Migrationsliteratur‘. Hg. v. Walter Schmitz. Dresden: Thelem [im Druck]; u.a. zu Rafik Schami, Cyrus Atabay, SAID, Navid Kermani, Sudabeh Mohafez, Jan Faktor und Asfa-Wossen Asserate.

„Die Thematisierung und Inszenierung von Fremdheit in der Migrationsliteratur für Kinder und Jugendliche. Aktuelle Tendenzen in Literatur und Forschung.“ Gemeinsam mit Antje Graf und Daniela Kölling. In: interjuli. Zeitschrift für Kinder- und Jugendliteraturforschung 2/2011, S. 6-26.

„Jeder Mensch hat das Recht, fremd zu sein. Gespräch mit Francesco Micieli.“ Interview, gemeinsam mit Lukas Schergaut, Walter Schmitz und Anja Zimmermann. In: OSTRAGEHEGE. Zeitschrift für Literatur und Kunst (2011), H. 62, S. 22-28.

„Navid Kermani’s Poetic Approximation to Religious Experiences.“ In: Interpreting Experiences. Im/Possibilities of a Hermeneutic of Religious Experience. Hg. v. Ulrich Schmiedel et al. Leiden: Brill [in Vorbereitung].

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