Giulia Cigna

02_MG_7154.a-

Pre-Doc-Alumna der FSGS

Giulia Cigna ist Italienerin und wurde in Palermo geboren. Dort erwarb sie in ihrem Doppelabitur eine humanistische Hochschulreife mit internationalem Zweig und Wahlfach Spanisch. Dieser Abschluss wird in Spanien ebenfalls anerkannt. Nach dem Abitur begann sie das Bachelorstudium „Fremdsprachen und Literaturwissenschaft“ an der Universität Siena (Italien), wo Germanistik und Anglistik die Schwerpunkte des Studiums darstellten. Im Rahmen eines Erasmusaufenthaltes studierte Giulia Cigna zwei Semester an der Universität Bremen. Nach dem Bachelorabschluss studierte sie im Master „Allgemeine und Vergleichende Literaturwissenschaft“ an der Freien Universität Berlin, wo sie im Sommersemester 2014 graduierte.

2015/16 wurde Giulia Cigna 15 Monate über ein Stipendium der FSGS gefördert, um Ihr Promotionsprojekt zu entwicklen.

In den Versen von Il tempo e le origini divine bezeichnet Pier Paolo Pasolini sein Verhältnis zur Zeit als einen aufreibenden Kampf, als eine unendliche Geburt, die fortwährend Anlass für neue ‘Schöpfungen’ geben kann: „E torno all’estenuante / lotta col tempo, parto senza fine...“. Diese Verse stellen allerdings nur eine der zahlreichen Arten dar, wie die Zeit von Pasolini in breit gefächerten Tätigkeitsfeldern direkt angesprochen, beschrieben, (plastisch) manipuliert oder überarbeitet wurde. Der Ausgangspunkt von Giulia Cignas Forschungsprojekt ist, dass die wiederkehrende Thematisierung der Zeit durch das Gesamtwerk Pasolinis für ein Signal einer breiter angelegten Fragestellung bezüglich der möglichen Darstellung der Zeit steht, das sich wiederum in verschiedene mögliche Darstellungen, Wahrnehmungen und Bewusstsein für die Zeit überträgt. Auf Grundlage dieser Annahme bildet das Pasolini’sche Œuvre und seine interdisziplinäre Untersuchung rund um das Thema der Zeit das Zentrum des Forschungsprojekts. Gleichzeitig – und obwohl Pasolini Kern der Arbeit bleiben wird – werden wahrscheinlich andere Schriftsteller im Laufe des Projekts einbezogen, da eine Lektüre Pasolinis über andere Autoren, die die Zeit ebenfalls als eine Art Coprotagonisten behandeln, zur Erweiterung der Interpretation Pasolini’scher Wirklichkeit und seiner Zeitkonzeption führen kann. „Quid est enim tempus?“, fragte sich nicht nur der Heilige Augustinus. Das Forschungsprojekt Giulia Cignas widmet sich diesen und anderen Fragen, die die Zeit problematisieren und versuchen, sie neu zu gestalten.

Aufsätze:

  • „«E torno all’estenuante lotta col tempo…» Pasolini e una diversa temporalità in Petrolio“, in Italian Culture, Taylor and Francis, Vol. 34, 1, (online) April 2016, S. 16-33.
  • „Von zeitlichen und dialektischen Bildern Pasolinis bis zu Überschneidungen mit Benjamin und Hegel“, in Lo Sguardo.net, N. 19, 2015 (III), S. 45-69 [http://www.losguardo.net/].
  • „Pasolini y las huellas de su crítica al desarrollo en «la forma progressiva e magmatica della realt໓, in Dialogía, 9, 2015, S. 190-207 [https://www.journals.uio.no/index.php/Dialogia].
  • „Los colores del tiempo en Petrolio de Pier Paolo Pasolini“, in Despalabro, VII, Madrid: Universidad Autónoma de Madrid, Juli 2014.
Zur Website Fachbereich Philosophie und Geisteswissenschaften
GeschKultLogo
Dahlem Research School
Deutsche Forschungsgemeinschaft
logo einstein grau