Neue Schriftenreihe "Pressburger Akzente"

News vom 01.11.2011

PD Dr. Sabine Eickenrodt und Dr. Jozef Tancer haben am Institut für Germanistik, Niederlandistik und Skandinavistik der Philosophischen Fakultät der UK Bratsilava eine neue Schriftenreihe mit dem Titel "Pressburger Akzente. Vorträge zur Kultur- und Mediengeschichte an der Comenius-Universität Bratislava" gegründet.

Das neue Periodikum publiziert jeweils Einzelvorträge im Umfang von 30 bis 60 Seiten.

Mit einem Beitrag von Prof. Dr. Anke Bennholdt-Thomsen ist im September 2011 die Nummer 1 der Schriftenreihe erschienen. Der Titel des Beitrags lautet: "Donaustrom und Meer. Wasser-Landschaften als Erinnerungs-Orte in Ingeborg Bachmanns Werk".


Die Konzeption dieses inderdisziplinär orientierten Periodikums basiert auf kulturwissenschaftlichen Gastvorträgen aus der Slowakei und deren angrenzenden Nachbarstaaten - sowie aus Deutschland. Die in den zweimal jährlich erscheinenden Heften abgedruckten Detailstudien in deutscher Sprache gehen auf Werkstattgespräche am Institut für Germanistik, Niederlandistik und Skandinavistik zurück. Sie setzen den Konsens darüber voraus, dass polyphone und hybride Sprachlandschaften einen "Gedächtnisraum" imaginieren: im Sinne einer Wahrnehmung von Landschaften und gesellschaftlichen Sprachräumen, die als topographisch vermittelte kolletive Erinnerungsleistungen verstanden werden, als literarische, kultur- und mediengeschichtliche Konstruktionen und Fiktionalisierungen. Somit werden philosophische und literaturwissenschaftliche Fragen der Ästhetik und Poetik auf kultuelle Phänomene übertragen und die semiotische Vermittlung von Wahrnehmungsräumen und Orten in den Blick genommen.

Im Fokus des Erkenntnisinteresses steht die sprachliche Realisierung von Landschaften, deren kulturpoetische Relevanz und metaphorische Repräsentation in Texten und weiteren Medien. Geplant sind Beiträge, die sich kollektiv überlieferten und durch mediale Vermittlung imaginierten Landschaften widmen (wie z.B. der des "blauen Donau-Raums", der "wilden Karparten", der "ungarischen Steppe", der "heiligen Berge", des "unbekannten Ostens"). Der konzeptionelle Schwerpunkt dieses neuen Periodikums liegt auf den kulturhistorischen Topoi mehrsprachiger Kommunikation und den mit ihnen verbundenen Zuschreibungen von "Landschaft". Legitimiert wird er durch das Wissen um die Multilingualität einer Bevölkerung, die slowakische, tschechische, ungarische und deutsche Akzente setzte; sie ist mit der Geschichte Bratislavas als eines bedeutenden medialen Ortes in Zentraleuropa eng verbunden.

(Zitat aus dem Vorwort zur ersten Ausgabe)

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