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Hyuntaek Yim

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E-Mail: yim [at] schriftbildlichkeit.de

 

Dissertationsvorhaben

"Die Notation traditioneller koreanischer Musik: Die Beziehung zwischen dem koreanischen Schriftsystem und dem Jeongganbo Notationssystem"

 

Projektbeschreibung

Das Jeongganbo Notationssystem ist die erste Mensuralnotation mit Tonhöhe und Tondauer in Asien. Es wurde in der Mitte des 15. Jahrhunderts von Sejong (1397-1450), dem vierten König der Joseon Dynastie (1392-1910), erfunden und zum ersten Mal in der historischen Musikhandschrift Sejongsilrokakbo,„Die Partitur der königlichen Annalen von Sejong, verwendet. Danach wurde die zeitgenössische Jeonggan-Notation in den 70er Jahren des 20. Jahrhunderts von Ki-soo Kim (1917-1986) neu systematisiert.

Die heutige koreanische Schrift Hangeul, die aus 14 Grundkonsonanten und 10 Grundvokalen besteht, geht auf die eigenständige koreanische Schrift Hunminjeongeum, „Die richtigen Laute zur Unterweisung des Volkes“, zurück. Hunminjeongeum ist sowohl der Name des koreanischen Alphabets, das 1443 vom König Sejong erfunden wurde, als auch der Titel des Buches, das 1446 mit einer detaillierten Anleitung zusammen veröffentlicht wurde. Dort wird das Herstellungsprinzip der neuen Buchstaben erläutert, eine Erklärung zu den Anfangs-, den Mittel-, und den Endlauten sowie den Buchstabenkombinationen gegeben, und es werden Beispiele für die Buchstabenverwendung beschrieben.

In meinem Forschungsprojekt geht es um den Zusammenhang zwischen dem koreanischen Schriftsystem und dem Jeongganbo Notationssystem: Die verschiedenen phänomenalen Regeln und Eigenschaften, die die eigenständige koreanische Schrift Hangeul auszeichnen, spiegeln sich im traditionellen koreanischen Notationssystem Jeongganbo wider.

Beispielsweise werden das Herstellungs- und Entwicklungsprinzip der koreanischen Buchstaben vermutlich in Verbindung mit den Prinzipien der von Ki-soo Kim erfundenen geometrischen Zeichen stehen, die in der zeitgenössischen Jeonggan-Notation zur Notierung verwendet wurden. Und die Reihenfolge, in der bei der Schreibung der koreanischen Buchstaben die Striche gezogen werden, und die Anordnungsregeln (links→rechts, oben→unten) der Phonemzeichen in einer Silbe sind Vorbild für die Notierungsregeln der Rhythmen in einem Quadrat in der Jeonggan-Notation. Die senkrechte Schreibweise (oben→unten) der koreanischen Schrift vor der Mitte des 20. Jahrhunderts und die Anordnungsregel (rechts→links) innerhalb der Spalten beeinflussten außerdem die Anordnungsregel innerhalb der Spalten in der Jeonggan-Notation.

In der Mitte des 20. Jahrhunderts wurde die Schreibrichtung des Koreanischen unter zunehmendem Einfluss der europäischen Kulturen und der Entwicklung der Druck- und Schreibmaschinen von senkrecht nach waagrecht verändert. Es wird neuestens von einigen koreanischen Musikwissenschaftlern behauptet, dass eine neue, waagrechte Anordnung des Jeongganbo Notationssystems eine bessere Lesbarkeit gewährleisten würde, als die bisherige senkrechte Anordnung, und sich darüber hinaus leichter handhaben und mit der heutigen waagrechten Schreibweise in Büchern kombinieren ließe. Deshalb ist die Frage, ob das zeitgenössische Jeongganbo Notationssystem nach dem Vorbild des heutigen Schriftsystems von der senkrechten Notierungsweise auf die waagrechte umgestellt werden soll, Gegenstand einer andauernden Debatte.

Ziel meiner Forschungen ist es, die Prozesse nachzuzeichnen, durch die sich das traditionelle koreanische Jeongganbo Notationssystem im Verhältnis zum koreanischen Schriftsytem veränderte, herauszuarbeiten, welchen unmittelbaren und mittelbaren Einfluss das koreanische Schriftsystem auf das Jeongganbo Notationssystem nahm, und zu überlegen, ob aufgrund der Veränderung des koreanischen Schriftsystems eine Reform des Jeongganbo Notationssystems möglich ist.

 

Curriculum Vitae

Seit 1.10.2008

Stipendiat am Graduiertenkolleg „Schriftbildlichkeit“ an der Freien Universität Berlin (Betreuer: Prof. Dr. Christian Kaden, Humboldt- Universiät zu Berlin)

09/2006 – 08/2008

Teaching Assistant am Institut für koreanische Musik der Seoul National University

03/2005 – 08/2006

Research Assistant am Institut für koreanische Musik der Seoul National University

03/2004 – 08/2007

Master am Institut für koreanische Musik der Seoul National University (Hauptfach: Komposition)

03/1995 – 02/2002

Bachelor am Institut für koreanische Musik der Dan-kook University (Hauptfach: Instrument Geomungo)

 

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Deutsche Forschungsgemeinschaft
Dahlem Research School