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André Reichert

André Reichert

 

E-Mail: reichert [at] schriftbildlichkeit.de

 

Dissertationsvorhaben

"Diagrammatik des Denkens. Zum Anfang des Denkens und Denken des Anfangs bei Descartes, Heidegger und Deleuze"

 

Projektbeschreibung

Das Dissertationsprojekt „Diagrammatik des Denkens. Zum Anfang des Denkens und Denken des Anfangs bei Descartes, Heidegger und Deleuze“ hat zum Ziel, im Aufweisen der Denkfiguren eine implizite Diagrammatik zu entwickeln. Dabei wird versucht, methodisch an eine grammatologische Dekonstruktion mit einer diagrammatologischen Rekonstruktion des jeweiligen Denkens anzuschließen, wobei der dekonstruierte Text, erneut an seinen Anfang versetzt, sich selbst reparierend eine Zusammenschau der den Text konstituierenden Denkfiguren erlaubt. So wird die derart verfasste Lektüre erfahrbar machen, dass Descartes nicht durch das Auffinden eines ersten Begriffes neu zu denken anfängt, sondern das dieses Auffinden selbst in einem Wechselspiel der Denkfiguren von Ausschluss, Einschluss und Projektion besteht, die dem ersten Begriff vorausgehen und ihn determinieren. Die analysierten Denkfiguren werden in einem zweiten Schritt mit einer Physik des Denkens konfrontiert, wie ich sie im Denken des Anfangs in Heideggers Aristotelesinterpretation sowie in den Texten zum „anderen Anfang“ angelegt sehe. Hier wird versucht, im Rückgang auf den Ursprung des Denkens sowie im Geschehen-machen eines anderen Anfangs, die Voraussetzungen des ersten Anfangs im Denken aufzudecken, als dessen Wiederholung Descartes in „Was ist Metaphysik?“ gelesen wird. Dem dort skizzierten Baumdenken stellt Deleuze ein rhizomatisches Denken gegenüber, das die Voraussetzungen des Baumdenkens sichtbar macht um sie zu variieren. Dennoch bleibt das Denken hier auf ein vorgängiges Bild verwiesen. Dagegen will diese Dissertation aber nicht ein anderes Bild des Denkens malen, sondern vielmehr entlang der Denkfiguren Denkdiagramme zeichnen und sie auf ihre Operativität im Denken hin betrachten. Der Übergang von einem Anfang des Denkens hin zu einem Denken des Anfangs soll ermöglichen, den Begriff des Bild des Denkens zum Begriff der Denkdiagramme zu verschieben, wobei dann die Nachbildung des Bildes durch die Operativität der Diagramme ersetzt wird. Den zu lesenden Schriften wird so kein Bild gegenübergestellt, sondern in der Zwischenstellung öffnet das Diagramm die Schrift für einen Blick auf die Supralinearität der Interventionen der Denkfiguren in der Schrift, im Gegensatz etwa zur Linearität der Repräsentation oder der Referenz.

 

Curriculum Vitae

Seit 01.10.2008

Promotionsstipendiat am DFG-Graduiertenkolleg 1458 „Schriftbildlichkeit“ an der Freien Universität Berlin

Seit WS 07/08

Organisation und Leitung des alternativen Oberseminars „MoMo-Leipzig“, zus. mit K. Schwarzwald und Prof. Dr. U. J. Schneider

Seit 04/2007

Graecum

Seit 2006

Gründung und Redaktion der Zeitschrift „molpé. Zeitschrift für ambulante Metallurgie“, zus. mit Christian Driesen

10/2004-06/2005

Pensionnaire Étranger an der Ecole Normale Supérieure, Paris

10/2000-03/2007

Magisterstudium der Fächer Philosophie / Germanistik / AVL an der Universität Leipzig, Abschluss: sehr gut

 

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Dahlem Research School