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Ellen Hünigen

Ellen Hünigen

Ellen Hünigen

Ellen Hünigen

 

E-Mail: huenigen [at] schriftbildlichkeit.de

 

Dissertationsvorhaben

"Memorialität, mehrstimmige Gesangspraxis und schriftgeleitete Komposition im Schriftbild aquitanischer Musik-Codices des frühen 12. Jahrhunderts"

 

Projektbeschreibung

Das Thema der Arbeit bezieht sich auf die vier aquitanischen Musikhandschriften Paris, B.N., fonds lat. 1139, lat. 3719, lat. 3549 und London, B.L., Add. 36881, die um und nach 1100 entstanden sind. Der Fokus richtet sich auf die frühen Zeugnisse zweistimmiger Musik und deren Notation, die einen besonderen Schnittpunkt von mündlich-memorialer Praxis und Neu-Komposition anzeigt. Untersucht werden sollen das Schriftbild und die Aussagekraft und Funktionen der Zeichensetzungen. Was leistet die aquitanische Musiknotation für die in ihr entworfene bzw. niedergeschriebene Musik? Was können wir erfahren über das Performative, über Kompositions-Intentionen und die Verflechtung von Gedächtnispraktiken und schriftgeleitet Entworfenem? Welche Probleme für damalige Sänger und Notatoren lassen sich herauslesen, welchen Schwierigkeiten stehen wir gegenüber? Darstellungen der Stücke in Nachschrift (d. h. weitgehender Versuch der Adaption aquitanischer Notation) sollen sowohl zur Analyse als auch dem praktischen sängerischen Umgang dienen.

Die Notation wird auf verschiedene Funktionen hin untersucht: 1. die deskriptive (d. h. Beschreibung der komponierten Struktur durch die Schrift), 2. die präskriptive (d. h. Vorschriftcharakter des Notierten für den Sänger im Sinne einer Handlungsanweisung) und 3. die explorative Funktion im Sinne des Erkundens neuer Möglichkeiten musikalischer Gestaltung durch die Benutzung eines „Außenspeichers“ (Notenschrift), mit der Frage, in welcher Weise sie Kreativität freisetzen und beim Komponieren Entscheidungsprozesse beeinflussen kann.

Ansatzfläche für Fragen nach Wandlungsprozessen innerhalb der aquitanischen Notation bieten nicht nur die verschiedenen mit zeitlichem Abstand entstandenen Codices und ihre unterschiedlichen Schichten, sondern auch eine Anzahl konkordanter Stücke.

 

 

Curriculum Vitae

Seit 1.10. 2008

Promotionsstipendiatin am DFG-Graduiertenkollegs 1458 „Schriftbildlichkeit“ an der Freien Universität Berlin

WiSe 2001/2, WiSe 2007/8,  SoSe 2008

Lehraufträge an der Humboldt-Universität zu Berlin (zu Musikhandschriften des Mittelalters), Mitwirken in Paläographie-Vorlesungen an der Humboldt-Universität zu Berlin

1987-89, 1995-2002

Musikwissenschaftliche Studien an der Humboldt-Universität zu Berlin, v. a. zu früher Musiküberlieferung, Paläographie, Musiksoziologie, v. a. bei Prof. Dr. Christian Kaden und Prof. Dr. Gerd Rienäcker

Seit 1998

Mitglied des Vokalensembles VOX NOSTRA für Musik des Mittelalters und der Renaissance

Seit 2008

Mitglied des Ensembles Musikalischer Religionsdialog

Seit 1990

Lehrauftrag für Tonsatz / Gehörbildung an der Hochschule für Musik Hanns Eisler Berlin bzw. am Musikgymnasiums Carl-Philipp-Emanuel-Bach, Lehrtätigkeit (Klavier, Musiktheorie) an verschiedenen Institutionen

Seit 1990

Freischaffende Komponistin, Aufführungen in Deutschland, Schweiz, Italien, USA

1989-91

Meisterschülerin (Komposition) bei Friedrich Goldmann an der Akademie der Künste zu Berlin

1984-89

Kompositions- und Klavierstudium bei Gerhard Tittel und Dieter Brauer an der Hochschule für Musik Hanns Eisler Berlin

 

Seminare

1998-2008

Kurse zur Aufführungspraxis der Musik des Mittelalters in Kloster Retz (Österreich), Heiligengrabe und Lehnin bei Burkard Wehner (1998-2003), an der Schola Cantorum Basel bei Kathleen Dineen, Eric Mentzel u.a. (2002), in Kloster Zinna bei Maria Jonas (2003), in Berlin bei Eric Mentzel (2004), Gesangsunterricht bei Joachim Vogt (seit 2005)

1989

Internationales Bartok Seminar und Festival in Szombathely (Ungarn)

1986

Künstlerische Sommeruniversität Esztergom (Ungarn)

Seit 1986

Mehrmalige Teilnahme an den Geraer Ferienkursen für zeitgenössische Musik, dort 1989 Preis für Komposition

 

Stipendien

2006

Berlin-Rheinsberger Kompositionspreis

1992

Stiftung Kulturfonds Berlin

1991 und 2006

Senat von Berlin

1990

Akademie Solitude

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Dahlem Research School