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Dr. Regine Strätling

Institut / Einrichtungen:

Fachgebiet / Arbeitsbereich:

Spielräume der Schrift. Paratextuelle Gefüge als Medien von Subjektivierung

Koordinatorin

Fax
030 - 838 504 37

Vita

Regine Strätling studierte Allgemeine und Vergleichende Literaturwissenschaft, Philosophie und Französisch in Berlin und Paris. 1996-1997 Referentin für kulturelle Kooperation an der Delegation der Europäischen Kommission in Prag. 1998 ausgezeichnet mit dem Stefan-George-Preis für junge Übersetzer frankophoner Literatur. 2000-2003 Stipendiatin des Graduiertenkollegs „Körper-Inszenierungen“ an der Freien Universität Berlin. 2003-2004 Koordinatorin des Graduiertenkollegs „Praxis und Theorie des künstlerischen Schaffensprozesses“ an der Universität der Künste Berlin. 2007 Promotion an der Freien Universität Berlin mit einer Arbeit über Michel Leiris. Publikationen: Aufsätze und Essays zum Thema Autobiographie.

The ludic self. Subjecitivsation trough Ludic Forms of Autobiographical Writing

This project researches the processuality of subjectivation through paratextual forms. Its starting point is the assumption that subjectivity is not a given substance, but a product of an ongoing process of mediation. To investigate the interconnection between mediality and subjecitivity, I study (published) texts, which are not only place and instrument for the author to explore his or her own self but texts the authors of which expect from certain forms of paratextuality a specific benefit in experiencing and translating their subjectivity. More particularly, I am interested in playful literary forms, which do not only attempt to convey an invisible self with a scriptoral visibility and readability, but which, by there specific characteristics, do also convey visibility to the temporal process of these attempts and thus to the temporal process of self-insight and self-reference. Such forms are for example auctoral prefaces, footnotes and marginalia added by the author at different points in time to an existing text of his own. But these forms may also comprise more experimental phenomena such as drawings, charts and any sort of insert that disrupts the continuity of the narration. The project aims at a better understanding of processes of subjectivation especially in their tentative, ludic dimension, a dimension rather neglected in comparison to the study of aspects of power generating subjectivation (e.g. Foucault, Butler).

Maophilien in Philosophie, Wissenschaft und den Künsten – eine Studie zur französischen Intellektuellengeschichte mit Ausblick auf Italien und Westdeutschland

Das Projekt untersucht in einer vergleichenden Perspektive die Faszination der westeuropäischen Intellektuellen durch das maoistische China im Zeitraum von 1950-1980. Im Unterschied zur vor­liegenden Forschung liegt dabei das Interesse nicht auf einer Rekonstruktion der zersplitterten Land­schaft kommunistischer Gruppierungen, ihrer Verwerfungen und ihrer Manifeste, sondern auf der Untersuchung der Resonanz, die von der Chinafaszination und insbesondere den Chinareisen von Intellektuellen ausgeht und in die verschiedensten künstlerischen (Literatur, Film, Fotographie, Theater) und wissenschaftlichen Disziplinen wie etwa Literaturwissenschaft, Philosophie, Semiotik, Anthropologie und Psycho­ana­lyse hineinwirkt. Die methodische Herausforderung und Innovation liegt darin, die polito­logische und soziologische Dimension des Projekts mit einem Zugang zu den jeweiligen Werken zu verbinden, der die ästhetische und theoretische Produktivität dieses ‚Umwegs über China’ erfasst und damit auch die wechselseitige Gebundenheit von Ästhetik und gesellschaftlichen Diskursen aufweist.

Im Zentrum der projektierten Forschung stehen die Chinareisen mehrerer Generationen französischer linker Intellektueller – durchweg Nicht-Sinologen – und die im Zusammenhang mit diesen Reisen entstehenden wissenschaftlichen und künstlerischen Produkte. Der Schwerpunkt des Projekts liegt auf Frankreich, weil hier die Maophilie in besonders facettenreicher Weise produktiv wird. 

Figurationen. Rhetorik des Körpers in den Autobiographien von Michel Leiris, München 2012: Wilhelm Fink.

Sich selbst aufs Spiel setzen. Spiel als Technik und Medium von Subjektivierung, hg. gemeinsam mit Christian Moser, München 2014: Fink Verlag (in Vorbereitung).

Witty Art. Der Witz und seine Beziehung mit den Künsten, hg. gemeinsam mit Erika Fischer-Lichte, München 2014: Fink Verlag.

The Beauty of Theory. Zur Ästhetik und Affektökonomie von Theorien, hg. gemeinsam mit Joachim Küpper, Mirjam Schaub und Markus Rautzenberg, München 2013: Wilhelm Fink.

Spielformen des Selbst. Das Spiel zwischen Subjektivität, Kunst und Alltagspraxis, Bielefeld 2012: Transcript.

»Fetische intermedial. Die Zeitschrift ›Documents‹«, in: Zeitschrift der Schweizerischen Gesellschaft für Allgemeine und Vergleichende Literaturwissenschaft, Themenheft Primitivismus intermedial, hg. von Nicola Gess, Christian Moser und Markus Winkler, 2015.

»La réception de Michel Leiris en Allemagne: Études littéraires et travaux philosophiques«, in: Annie Pibarot (Hg.), Réceptions de l’œuvre de Michel Leiris (= Cahiers Leiris 4) (in Vorbereitung).

»Witz und Ästhetik. Überlegungen zur Einführung«, in: Witty Art. Der Witz und seine Beziehung mit den Künsten, hg. dies. und Erika Fischer-Lichte, München 2014: Fink Verlag.

»Vom Wagnis zum Hasard: Zum Stellenwert des Risikos in autobiographischen Poetiken«, in: Monika Schmitz-Emans (Hg.): Literatur als Wagnis / Literature as a risk. Berichtsband zum DFG-Symposion vom 03.-07. Oktober 2011, Berlin 2013: de Gruyter.

»Zur Einführung« (mit Markus Rautzenberg), in: Joachim Küpper/ Mirjam Schaub/ Markus Rautzenberg/ dies. (Hg.), The Beauty of Theory. Zur Ästhetik und Affektökonomie von Theorien, München 2013: Wilhelm Fink, S. 7-17.

»Noten zur Autobiographie«, in: Bernhard Metz/ Sabine Zubarik, Den Rahmen sprengen –Anmerkungspraktiken in literarischen Texten II, Berlin 2013: Kadmos, S. 153-173.

»Spielen, Wiederholen, Erinnern«, in: Uta Daur (Hg.), Authentizität und Wiederholung. Künstlerische und kulturelle Manifestationen eines Paradoxes, Bielefeld 2013: Transcript, S. 105-118.

»Individualität«, in: Thomas Nehrlich, Friederike Wissmann und Maria Zinfert (Hg.), Kunstkomparatistik. Zum Gedenken an Gert Mattenklott, Berlin 2012: Edition AVL, S. 25-28.

»Autobiographie Spielregeln und Spielräume«, in: dies. (Hg.), Spielformen des Selbst. Das Spiel zwischen Subjektivität, Kunst und Alltagspraxis, Bielefeld 2012: Transcript, S. 181-203.

»Einleitung«, in: dies. (Hg.), Spielformen des Selbst. Das Spiel zwischen Subjektivität, Kunst und Alltagspraxis, Bielefeld 2012: Transcript, S. 9-21.

»Der Autobiograph als Torero. Stierkampf, Scham und Wahrhaftigkeit bei Leiris und Goytisolo«, in: Magdalena S. Mancas/ Dagmar Schmelzer (Hg.), Der ›espace autobio­graphique‹ und die Verhandlung kultureller Identität. Ein pragmatischer Ort der Autobio­graphie in den Literaturen der Romania, München 2011: Martin Meidenbauer, S. 277-292.

»Potential Autobiographies. Georges Perec’s Play with Genres and Art Forms«, in: Alfred Hornung (Hg.), Autobiography and Mediation, Heidelberg 2010: Winter, S. 329-338.

»Erinnern, Imaginieren und Erfinden. Autobiographische Texte von Lyn Hejinian und Georges Perec« (gemeinsam mit Philipp Mehne), in: Paragrana. Internationale Zeitschrift für Historische Anthropologie, Beiheft 2, 2006: Imagination und Invention, hg. v. Toni Bernhart und Philipp Mehne, S. 185-200.

»Geträumtes Neolithikum. Claude Lévi-Strauss’ ›Tristes Tropiques‹«, in: Text 1, 2006, S. 65-69.

»Die Autobiographie als Kunstrezeption. Intermedialer Diskurs in Leiris’ ›L’âge d’homme‹«, In: Irene Albers/ Helmut Pfeiffer (Hg.), Michel Leiris: Szenen der Transgression, München 2004: Wilhelm Fink, S. 165-183.

»Wie aus mir wieder ich werden soll. Zu einem autobiographischen Paratext von Michel Leiris«, in: Friedrich Weltzien/ Amrei Volkmann (Hg.), Modelle künstlerischer Produktion. Architektur, Kunst, Literatur, Philosophie, Tanz, Berlin 2003: Reimer, S. 81-90.

Rezensionen

Henrik Baumann, Die autobiographische Rückkehr. Studien zu Serge Doubrovsky, Hervé Guibert und Jean Rouaud. Martin Meidenbauer Verlag 2008. In: Europa zwischen Fiktion und Realpolitik. Frankreich-Forum 9 (2010).

Magdalena Marszalek: ›Das Leben und das Papier‹. Das autobiographische Projekt Zofia Nalkowskas: Dzienniki 1899-1954. Heidelberg (Synchron Wissenschaftsverlag der Autoren) 2003. In: Komparatistik. Jahrbuch der Deutschen Gesellschaft für Allgemeine und Vergleichende Literaturwissenschaft, Heft 2003/2004.

 

Lexikon- und Handbuchartikel

»Roland Barthes par Roland Barthes«, in: Autobiography / Autofiction. An International and Interdisciplinary Handbook, 3 Vols, Vol. 3: , hg. von Martina Wagner-Egelhaaf, Berlin/New York 2015: de Gruyter (im Druck)

»Michel Leiris, 'La Règle du jeu'«, in: Autobiography / Autofiction. An International and Interdisciplinary Handbook, 3 Vols, Vol. 3, hg. von Martina Wagner-Egelhaaf, Berlin/New York 2015: de Gruyter (im Druck)

»Referentiality«, in: Autobiography / Autofiction. An International and Interdisciplinary Handbook, 3 Vols, Vol. 1: Theory and Concepts of Autobiography/Autofiction, hg. von Martina Wagner-Egelhaaf, Berlin/New York 2015: de Gruyter (im Druck)

»Existentialismus«, in: Metzler Lexikon Ästhetik, hg. von Achim Trebeß, Stuttgart 2006: Metzler.

»Figur«, in: Metzler Lexikon Ästhetik, hg. von Achim Trebeß, Stuttgart 2006: Metzler.

 

Radiobeitrag

De Percé à Berlin. Literarischer Beitrag für Radio Canada in der Reihe Chroniques de la Gaspésie. Gesendet am 1. April 1996.

 

Sonstiges

Seit 2012 Mitglied im Editorial Board der E-Zeitschrift European Journal of Life Writing (herausgegeben von der International Auto/Biography Association).

 

Unpublizierte Vorträge (Auswahl):

Zur Faszination französischer Intellektueller durch das maoistische China. Vortrag im Kolloquium für Zeitgeschichte an der Universität Bielefeld am 27.6.2011.

Autobiographical Spaces, Architectures of the Self: Georges Perec’s Strolls. Beitrag auf der NeMLA-Conference 8. - 11. April 2010 Montreal, Seminar »Literature and Architecture«.

Spiel-Räume. Modi literarischer Selbstkonstituierung. Vortrag auf dem Auswahlsymposium »Räume anthropologischen Wissens. Produktion und Transfer«, Ruhr-Universität Bochum 5. - 7. November 2010 (Listenplatz).

Autobiographische Spielregeln. Vortrag auf dem Workshop “Material Autobiographies and Topographies of the Self: New Trends in the Cultural Analysis of Subjectivity”, Universiteit van Amsterdam, 25. - 26. Juni 2009.

Is Shame and Authentic Feeling? The Aesthetics of Exposure of Leiris and Goytisolo. Vortrag auf dem Workshop „Desperately Seeing Authenticity”, Goldsmiths College, London 5. - 7. März 2008.

Repetition, Play and Death: Michel Leiris’ Non-Linear Autobiographical Writings. Vortrag auf dem Workshop »Non-linear Narrative in Twentieth and Twenty-first Century Artistic Practices«, Goldsmiths College, London 14. - 15. Februar 2008.

Writing from Beyond the Grave. Theatricality and Figurative Death in the Autobiographical Works of Michel Leiris. Vortrag auf der Tagung »Performative Resurrections: Death, Rebirth, and the Trope of the Risen«, Graduate Centre for the Study of Drama, University of Toronto 8. - 10. November 2001.

Deutsche Forschungsgemeinschaft