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Juni 2021: Workshop "Einen Unterschied machen – Differenz und Differenzen in der Filmwissenschaft" in Kooperation mit der AG Filmwissenschaft der Gesellschaft für Medienwissenschaft

News vom 19.05.2020

5. Workshop der AG Filmwissenschaft (Berlin, Juni 2021)

Call for Papers

Einen Unterschied machen – Differenz und Differenzen in der Filmwissenschaft

Filme verhandeln Differenzen. Sie sind maßgeblich an der Hervorbringung, Stabilisierung oder Verschiebung von Unterscheidungskategorien beteiligt, die elementarer Bestandteil jeder kulturellen Praxis sind und dabei auch das Fundament von Macht- und Ungleichheitskonstellationen bilden. Sie sind weder als isoliert noch als stabil zu betrachten, sondern stets prozessual und im Verhältnis zueinander. Aus soziologischer Perspektive wird diesem Gedanken mit dem Begriff der Intersektionalität Rechnung getragen, der Differenzierungen vor allem als Basis von Diskriminierungen fokussiert, auf filmisch-mediale oder ästhetische Fragestellungen jenseits von Repräsentationsparadigmen aber nur bedingt übertragbar ist.

Im Fokus der Filmwissenschaft standen bislang überwiegend Einzeldifferenzen, die die Fachgeschichte maßgeblich geprägt haben. Hierzu zählen vor allem die Geschlechterdifferenz, aber auch Ethnizität, Nationalität und Klassenunterschiede. Darüber hinaus wird mit Blick auf nicht-menschliche Tiere oder künstliche Intelligenz zunehmend die anthropologische Differenz schlechthin zur Disposition gestellt. Jenseits dieser Großerzählungen spielen auch mediale Unterscheidungen – etwa die Rede von Formaten wie „die kleine Form“, „die große Leinwand“, fiktional oder dokumentarisch, analog oder digital etc. – eine bedeutsame Rolle in Theoriebildung und wissenschaftlicher Praxis.

Der Workshop möchte die Produktion von Differenzen im Film und den produktiven Umgang mit ihnen in der filmwissenschaftlichen Praxis in den Blick nehmen. Gedacht ist an Erkundungen von Differenz, die thematisch und/oder methodisch angelegt sind oder auch das Verhältnis von Einzeldifferenzen zueinander fokussieren. Welche politischen Implikationen hat eine epistemologische Auseinandersetzung mit Kategorisierungen von Differenz? Inwiefern steht sie einer diskursiven Konjunktur entgegen, die eher die Auflösung von Differenzen impliziert bzw. propagiert? Worin besteht ein möglicher Gewinn gerade für die Filmwissenschaft? „Differenzen“ im Sinne von Meinungsverschiedenheiten schließlich können auch eine produktive Folie für eine Auseinandersetzung im Rahmen des Workshops bilden. Vorgesehen sind Kurzvorträge und Statements (von max. 20 Min.), die zur Diskussion und Kritik einladen. Vorschläge bitte in Form eines Abstracts mit kurzem CV (insgesamt max. 2000 Zeichen inkl. Leerzeichen) bis zum 01.03.2020 an: t.richter-hansen@fu-berlin.de

Der Workshop der AG Filmwissenschaft findet im Juni 2021 [ehemals: 05.06.2020, verschoben wegen Corona-Pandemie] in Berlin statt und wird in Kooperation mit der peer reviewed OpenAccess-Zeitschrift nach dem film durchgeführt. Es ist geplant, die zu Artikeln ausgearbeiteten Beiträge des Workshops in einer Ausgabe zum Thema „Differenz und Differenzen in der Filmwissenschaft“ zu publizieren.

Veranstaltungsort: Freie Universität Berlin, Institut für Theaterwissenschaft, Seminar für Filmwissenschaft

Veranstalter*innen: Sabine Nessel, Freie Universität Berlin; Natalie Lettenewitsch, Freie Universität Berlin; Tullio Richter-Hansen, Freie Universität Berlin; Winfried Pauleit, Universität Bremen; AG Filmwissenschaft der Gesellschaft für Medienwissenschaft (Rasmus Greiner, Universität Bremen, AG-Sprecher)

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