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Bernhard Metz

Bernhard Metz

Freie Universität Berlin

Friedrich-Schlegel-Graduiertenschule

Alumnus der FSGS

Komparatistik

Adresse
Habelschwerdter Allee 45
14195 Berlin

Bernhard Metz studierte in Berlin, Pisa, Konstanz und Baltimore, und schrieb seine Promotion zur Lesbarkeit der Bücher. Typographische Studien zur Literatur in Allgemeiner und Vergleichender Literaturwissenschaft. Von Oktober 2014 bis September 2017 war Bernhard Metz Stipendiat der Friedrich-Schlegel-Graduiertenschule.

Weitere Informationen auf der Personalseite des Institutes für Allgemeine und Vergleichende Literatur.

Synkrisis/Comparatio – Kulturen und Praktiken des Vergleichs in literarischen Inszenierungen rhetorischer Überbietung

Bernhard Metz untersucht die literarische Synkrisis/Comparatio in den westeuropäischen Literaturen mit Schwerpunkt auf deren Formen und Wandlungen seit dem 17. Jahrhundert. Synkrisis/Comparatio bezeichnet den wertenden Vergleich, die vergleichende agonistische Gegenüberstellung von Personen, Argumenten und Sachverhalten bei strikter Entscheidung für eine Seite. Literaturhistorisch werden darunter aber auch Streitgedicht, Streitrede, Streitgespräch und Streitgesang verstanden. Synkrisis/Comparatio kann als Schnittstelle von Rhetorik und Poetik, Argumentation und Repräsentation aufgefasst werden. Es steht die Inszenierung rhetorischer Agone und der Ausstellung von Beredsamkeit in literarischen Texten im Fokus, aber auch das Scheitern und Misslingen von Kommunikation. Der inszenierte Dialog in epischen, dramatischen und lyrischen Texten (seltener in Prosa) lässt zwei Kontrahenten häufig als Antagonisten vor einer Schiedsinstanz auftreten, die zu entscheiden hat, welcher Behauptung, Position, Rede oder auch Figur der Sieg zukommt. Nach dem 17. Jahrhundert verlieren die traditionellen Ausformungen der Synkrisis/Comparatio wie Rangstreitgedicht und Streitgesang an Bedeutung und nehmen ab; das synkritische und nie auf ausgleichender Gerechtigkeit basierende Prinzip weicht Idealen vorurteilsfreier, objektiver und gerechter Vergleichung. Dies geschieht synchron zu einem generellen Niedergang bzw. zunehmenden Bedeutungsverlust der Rhetorik. Synkrisis/Comparatio verschwindet aber nicht einfach, sondern bleibt transformiert bestehen und weist eine erstaunliche longue durée auf. Ihre Tiefensemantiken bzw. Funktionen tauchen in Kultur und Literatur seither in verschiedenen Ausformungen wieder auf, die hier eingehend analysiert werden sollen.

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