Dr. Martin Kindermann

Dr. Martin Kindermann

Freie Universität Berlin

Friedrich-Schlegel-Graduiertenschule

Alumnus der FSGS

Englische Literatur

Martin Kindermann hat Anglistik sowie Amerikanistik und Ostslavistik an der Universität Hamburg studiert und wurde dort im Fach Englische Sprache, Literatur und Kultur promoviert. Der Titel seiner Dissertation ist Zuhause im Text: Raumkonstruktion und Erinnerungskonstruktion im zeitgenössischen anglo-jüdischen Roman. Er war Promotionsstipendiat der Landesgraduiertenförderung und arbeitete regelmäßig als Lehrbeauftragter an der Universität Hamburg sowie an der Leuphana Universität Lüneburg. Er veröffentlichte bislang zu Fragestellungen der Postkolonialität, Interkulturalität und deren erzähltheoretischen Repräsentationsstrategien. Er ist Mitglied der Literary London Society und seit 2013 ständiger Autor des Literary London Journal. Seit Oktober 2014 ist Martin Kindermann Stipendiat der Friedrich-Schlegel Graduiertenschule.

Als Lehrbeauftragter am Institut für Anglistik und Amerikanistik der Universität Hamburg:

SoSe 2014           „The Poet in the City: Poetic Representations of Urbanity from Romanticism to the Present“

SoSe 2013           „Depicting an-Other: Joseph Conrad’s Heart of Darkness and Salman Rushdie’s The Satanic Verses

SoSe 2012           „Einführung in die anglistische Literaturwissenschaft“

SoSe 2011           „Anglo-Jewish Writing: Linda Grant’s The Clothes on Their Backs and Naomi Alderman’s Disobedience

WS 2010/2011    „Charles Dickens: Little Dorrit und Our Mutual Friend. Gesellschaftspanorama und Labyrinth“

Als Lehrbeauftragter an der Leuphana Universität Lüneburg:

SoSe 2014           „Mapping Intercultural London: Zadie Smith’s White Teeth and Naomi Alderman’s Disobedience

WS 2013/2014    „The Two Sides of the Coin – Economics and Ethics in Anglo-American Writing“

Poetische Selbstkonstruktion religiöser Minderheiten im Großbritannien des 19. Jahrhunderts am Beispiel katholischer Autoren

Forschungsprojekt

In seinem Forschungsprojekt untersucht Martin Kindermann die poetische Selbstkonstruktion religiöser Minderheiten im Großbritannien des 19. Jahrhunderts am Beispiel katholischer Autoren (u.a. Oscar Wilde und Gerard Manley Hopkins), die in einem komparativen Analyseschritt zu muslimischen und jüdischen Dichtern in Beziehung gesetzt werden. So zielt die Untersuchung auf vergleichende Aussagen zu Repräsentationsstrategien der religiösen Selbstkonzeption in lyrischen Texten.

Einen besonderer Fokus liegt auf Momenten der intertextuellen Interaktion und der Dialogizität, die sowohl intra- wie auch interreligiös in ihrer Relevanz für die Konzeptionen religiöser Selbstentwürfe in den Texten beleuchtet werden. Das Projekt begreift den Akt des Dialogs als poetisches Gestaltungsmittel auf mehreren Ebenen: In der Bezugnahme auf religiöse Prätexte sowie Traditionslinien innerhalb der jeweiligen Religionsgemeinschaften, in der Interaktion mit dem literarischen Umfeld, in der Dichtung als Artikulation intrareligiöser Diskurse, in der direkten Artikulation des Selbst in Beziehung zu Gott sowie in der Bestätigung und Vergewisserung der eigenen religiösen Selbstkonzeption.

Intertextuelle Verflechtungen mit dem religiösen Prätext werden demnach im Kontext der jeweiligen Tradition der religiösen Dichtung in Katholizismus, sowie vergleichend in Islam und Judentum, in den Werken auf ihre Identität konstruierende Funktion hin betrachtet. Diese müssen wiederum in ihrer Reaktion auf zeitgenössische literarische Diskurse Großbritanniens reflektiert werden. So bildet die poetische Artikulation auch eine Sichtbarmachung des marginalisierten Selbst.

Forschungsinteressen

  • Darstellungen religiöser Identität in der Lyrik des 19. Jahrhunderts
  • Anglo-jüdische Literatur
  • Literarische Darstellungen von Interkulturalität
  • Literarische Raumkonzeptionen
  • Der britische Roman vom 19. Jahrhundert bis zur Gegenwart
  • Erzähltheorie

Konferenzorganisation

06.09.-08.09.2012      mit Rebekka Rohleder (Freie Universität Berlin): Organisation und Durchführung der durch Drittmittel finanzierten Konferenz “Narrating Spaces – Reading Urbanity” an der Universität Hamburg, gefördert durch die Körber-Stiftung, ICA – Inter-Cultural Activities e.V., DER SPIEGEL, Gehörlosenverein Niederelbe-Stade e.V.

Monographien:

Zuhause im Text: Raumkonstitution und Erinnerungskonstruktion im zeitgenössischen anglo-jüdischen Roman (Neofelis: Berlin, 2014).

Aufsätze:

         „Hybrid Presence: Der Erinnerungsraum in Bernardine Evaristos Soul Tourists“, in: Dennis Büscher-Ulbrich / Stefanie Kadenbach / Martin Kindermann (Hg.): Innovation – Konvention: Transdisziplinäre Beiträge zu einem kulturellen Spannungsfeld (Bielefeld: Transcript, 2013), S. 243-265.

          mit Dennis Büscher-Ulbrich und Stefanie Kadenbach: „Einleitung: The More Things Change“, in: Dennis Büscher-Ulbrich / Stefanie Kadenbach / Martin Kindermann (Hg.): Innovation – Konvention: Transdisziplinäre Beiträge zu einem kulturellen Spannungsfeld (Bielefeld: Transcript, 2013), S. 7-20.

         „The Narration of Space in Charles Dickens’s Our Mutual Friend, Little Dorrit, and Bleak House“, in: Monika Fludernik / Benjamin Kohlmann (Hg.): Anglistentag 2011 Freiburg. Proceedings (Trier: Wissenschaftlicher Verlag, 2012), S. 221-240.

         „Narrative Spaces and the Location of Jewish Identity in Naomi Alderman’s Disobedience“, in: Alina Gromova / Felix Heinert / Sebastian Voigt (Hg.): Jewish and Non-Jewish Spaces in the Urban Context. Conference Proceedings (Berlin: Neofelis, Erscheinungstermin Herbst 2015).

         „Poetic Mobility and the Anglo-Jewish Self in Amy Levy’s and Elaine Feinstein’s Cityscapes“, in: Martin Kindermann / Rebekka Rohleder (Hg.): Narrating Spaces – Reading Urbanity: Exploring the Spatial Semantics of the City across Cultural Texts. Conference Proceedings (Erscheinungstermin Sommer 2016).

         „Narration im (Text-)Raum: Jonathan Safran Foers Extremely Loud and Incredibly Close in raumsemantischer Lektüre“, in: Claudia Heuer / Timo Lüth (Hg.): Kultur – Subjektivität – Authentizität. Entgrenzungen: von Intertextualität bis Transmedialität (Hamburg: Peter Lang, erscheint 2016).

 Reviews:

         „Review of Ulrich Kinzel (ed.), London: Urban Space and Cultural Experience“, in: The Literary London Journal, Volume 11, Number 1 (Spring 2014): 84-86.

         „Review of Tom Chivers / Martin Katz (ed.): Mount London. Ascents in the Vertical City“, in: The Literary London Journal, Volume 12 (in Vorbereitung, Erscheinungstremin Herbst 2015).

Herausgeberschaften:

         mit Dennis Büscher-Ulbrich und Stefanie Kadenbach: Innovation – Konvention: Transdisziplinäre Beiträge zu einem kulturellen Spannungsfeld (Bielefeld: Transcript, 2013), gefördert durch einen Druckkostenzuschuss der Hamburgischen Wissenschaftlichen Stiftung.

          mit Rebekka Rohleder: Narrating Spaces – Reading Urbanity: Exploring the Spatial Semantics of the City across Cultural Texts. Conference Proceedings (in Vorbereitung, Erscheinungstermin Sommer 2016).

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