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Diskussionsrunde | table ronde: Ma nuit au musée. Lesung und Gespräch mit Kaouther Adimi zu „La Joie ennemie“

16.02.2026 | 18:00 - 20:00
2026_WiSe_Diskussionsrunde_La joie ennemie

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Die Autorin im Gespräch mit Elisabeth Fritz und Marie Jacquier
Einführung: Ulrike Schneider

Mit La Joie ennemie (2025) legt Kaouther Adimi einen singulären Text im Rahmen der Reihe Ma nuit au musée des Verlags Stock vor, die Autor:innen dazu einlädt, eine Nacht in einem Museum ihrer Wahl zu verbringen. Für diese Erfahrung entschied sich Kaouther Adimi für das Institut du monde arabe anlässlich einer Ausstellung über Baya, eine zentrale Figur der algerischen Malerei, die von Matisse und Picasso gefeiert wurde. Die 1931 in Algier geborene und früh verwaiste Künstlerin wurde von einer französisch-französischen Familie aufgenommen und 1947 in Paris vom Galeristen Aimé Maeght entdeckt. Doch in der nächtlichen Stille drängt sich eine andere Erzählung auf, und die Autorin wird von ihrer eigenen Familiengeschichte in Algerien heimgesucht, wohin ihre Eltern 1994 zurückzukehren beschlossen. Angesichts der Gemälde Bayas konfrontiert Kaouther Adimi ihre eigenen Erinnerungen mit denen anderer, indem sie sowohl familiäre Archive als auch Quellen aus dem Leben der Künstlerin erschließt.

Das Gespräch mit Kaouther Adimi wird es ermöglichen, zu erkunden, wie der museale Ort das Schreiben beeinflusst und einen Resonanzraum zwischen ästhetischer Erfahrung und Erinnerung schafft, während zugleich die symbolischen und politischen Dimensionen der beiden beteiligten Dispositive – Museum und Literatur – befragt werden. Neben einer Einführung und dem Gespräch über das Buch wird der Abend auch eine Lesung von Auszügen aus La Joie ennemie durch die Autorin umfassen.

Die Veranstaltung wird in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Forum für Kunstgeschichte (Centre allemand d'histoire de l'art) organisiert. In diesem Kontext markiert der Abend zugleich die Eröffnung eines interdisziplinären deutsch-französischen Kolloquiums zur Reihe Ma nuit au musée, das im Herbst 2026 in Berlin stattfinden wird.

Eintritt frei (im Rahmen der verfügbaren Plätze)

Kaouther Adimi wurde 1986 in Algier geboren und lebt heute in Paris. Sie ist Autorin mehrerer bei den Éditions Seuil erschienener Romane, darunter Nos Richesses, ausgezeichnet mit dem Prix Renaudot des lycéens 2017, sowie Les Petits de décembre, prämiert mit dem Prix du roman métis des lycéens 2019. Au vent mauvais (2022) wurde mit dem Prix du roman des étudiants France Culture–Télérama sowie dem Prix Montluc Résistance et liberté ausgezeichnet.

Ulrike Schneider ist Professorin für romanische Philologie und Co-Direktorin des Frankreichzentrums an der Freien Universität Berlin. Sie ist spezialisiert auf die Literatur der Renaissance, der Frühen Neuzeit und der unmittelbaren Gegenwart. Zu ihren jüngsten Publikationen zählen die (mit herausgegebenen) Sammelbände Berlin International. Literaturszenen in der geteilten Stadt (1970–1989) (2023) sowie Wissenspaarungen. Verhandlungen von Wissen in vormodernen Kulturen (erscheint demnächst).

Marie Jacquier ist promovierte Literaturwissenschaftlerin und wissenschaftliche Koordinatorin des Frankreichzentrums an der Freien Universität Berlin. Ihre Forschungsschwerpunkte liegen in der zeitgenössischen französischsprachigen Literatur sowie in den Beziehungen zwischen Literatur, Kunst und insbesondere Film. Zu ihren jüngsten Publikationen zählen Autorfiguren zwischen Text und Bild. Reflexionen von Autorschaft bei Annette Messager, Annie Ernaux und Michel Houellebecq (2025) sowie der Sammelband Autosociobiography. A Literary Phenomenon and Its Global Entanglements (2025).

Am DFK Paris beteiligte Kolleg:innen

PD Dr. Elisabeth Fritz
Stellvertretende Direktorin
Telefon: +33 (0)1 42 60 60 73
efritz@dfk-paris.org

Zeit & Ort

16.02.2026 | 18:00 - 20:00

DFK Paris
Hôtel Lully
45 rue des Petits Champs
75001 Paris