Emma Lewis Thomas

Emma Lewis Thomas

Emma Lewis Thomas

Valeska-Gert-Gastprofessorin im Wintersemester 2013/14

Die amerikanische Tänzerin und Professorin für Tanzgeschichte (UCLA) Emma Lew Thomas übernimmt die künstlerische Gastprofessur für Tanz und Performance am Institut für Theaterwissenschaft.
Gemeinsam mit den Studierenden des Masterstudiengangs Tanzwissenschaft wird Emma Lewis Thomas am Beispiel von ausgewählten Choreographien des Ausdruckstanzes, u.a. von Mary Wigman und Harald Kreutzberg, aktuelle Fragen zur Geschichtlichkeit, zu Erinnern und Gedächtnis dieser Tanz-Formen erarbeiten: Welchen Zugriff auf die Tanzpraxis des Ausdruckstanzes, seiner Schulen nach 1945 ermöglicht das erinnernde Wiederholen? Welches (Körper-)Wissen wird dabei aktiviert? Welche historischen Kontexte, welches Wissen sind dafür relevant? Und wie, schließlich, können diese stets nur fragmentarischen Elemente wieder-er-funden und in die Praxis zeitgenössischer Körper übertragen werden?

Die Ergebnisse werden am am 19.12.2013 um 18.00 Uhr
unter der Leitung von Emma Lewis Thomas
im Hörsaal des Instituts für Theaterwissenschaft (Grunewaldstr. 35, 12165 Berlin) präsentiert.

Nachdem Emma Lew Thomas 1953 ihren BA-Abschluss erhalten und mit einem Stipendium nach Paris gegangen war, begann sie ihre professionelle Tanzausbildung als Meisterschülerin von Mary Wigman in Berlin (1954-58).
Zur selben Zeit trat sie an der Städtischen Oper Berlin und am Mannheimer Festspieltheater in Produktionen wie Sacre du Printemps und Carmina Burana auf und produzierte eigene Stücke auf verschiedenen Off-Bühnen in Berlin, Paris und Zürich. Emma Lewis Thomas promovierte zu Brechts Adaption von Gorkis Die Mutter (Indiana University) und war aktives Mitglied der Internationalen Brecht Gesellschaft, der Modern Language Association, der American Association of Teachers of German und der American Dance Guild. 1971 wurde sie an die UCLA berufen und fokussierte ihre Forschung auf französische, deutsche, dänische und italienische Tanzquellen und verschiedenste Notationsformen aus dem 15. - 19. Jahrhundert, um diese dann in Bewegung zu übersetzen und für ihre eigenen Produktionen zu nutzen. 1982 hatte sie eine Gastprofessur für Tanzgeschichte an die Justus-Liebig-Universität in Gießen inne. Offiziell seit 1998 im Ruhestand, ist Emma Lewis Thomas immer noch aktiv, so z.B. mit zahlreichen Performances wie Shakespeares Alls Well that Ends Well (2000), Reflections on Kreutzberg (2005) oder der für November 2013 geplanten Re-Kreation von Le Sacre du Printemps.