Ehrenpromotion von Karl-Otto Apel am 11. Juli 2000

Prof. Dr. Karl-Otto Apel wurde die Ehrendoktorwürde des Fachbereichs Philosophie und Geisteswissenschaften am 11. Juli 2000 verliehen

Im Rahmen des Internationalen Ethik-Kongresses überreichte der Dekan des Fachbereichs Philosophie und Geisteswissenschaften, Prof. Dr. Gert Mattenklott, Karl-Otto Apel, emeritus der Johann-Wolfgang von Goethe-Universität Frankfurt/Main, die Ehrendoktorwürde der Freien Universität Berlin.
Karl-Otto Apel wurde am 15. März 1922 in Düsseldorf geboren. Ab 1945 studierte er Philosophie in Bonn, wo er 1950 mit einer Arbeit über Martin Heidegger promovierte.  Mit der Schrift über "Die Idee der Sprache in der Tradition des Humanismus von Dante bis Vico" habilitierte er sich 1961 in Mainz. Es folgte der Ruf an die Universität Kiel (1962-69), dann an die Universität Saarbrücken (1969-72) und schließlich von 1972-bis zu seiner Emeritierung 1990 an die Johann-Wolfgang-Goethe-Universität in  Frankfurt am Main.
Seine Lehrtätigkeit war mit zahlreichen Gastprofessuren an auswärtigen Universitäten verbunden z.B. in Italien, USA, Canada, Brasilien und Spanien.

Karl-Otto Apel wurde bekannt als Vermittler zwischen angelsächsichen und kontinentalen Denktraditionen. Traditionskritisch plädiert er für die kommunikationsbezogene "Transformation der Philosophie", die Leitidee seiner praktischen Philosophie heißt "Diskurs und Verantwortung". Bereits 1971 stellte er der Philosophie die Frage, wie sich angesichts der Folgelasten und Gefahren der wissenschaftlich-technologischen Industriegesellschaft einerseits und angesichts des vorherrschenden moralneutralen Rationalitätsbegriffs andererseits eine neue Ethik begründen lasse. Seither arbeitet er beharrlich an einer neuen, dialogbezogenen genauen Ethikbegründung: er bestimmt das Prinzip der Verwortungsethik als Prinzip der Mitverantwortung aller in und gegenüber den gesellschaftlichen Teilsystemen Recht, Politik und Wirtschaft.