Eva von Redecker (HU Berlin): "Feministische Strategie und Revolution"

05.07.2011 | 18:15

Im Rahmen der Ringvorlesung:
Peripherie und Zentrum. Geschlechterforschung und die Potenziale der Philosophie

Eine Veranstaltung des Instituts für Philosophie in Zusammenarbeit mit dem Institut für Vergleichende Ethik und der Zentraleinrichtung zur Förderung der Frauen- und Geschlechterforschung an der Freien Universität Berlin

Konzeption und Organisation:

In einer Zeit, in der wenig für Stabilität spricht, besitzt die kritische Theorie nichtsdestotrotz kaum begriffliche oder normative Ressourcen, um von radikalem sozialen Wandel zu sprechen. Vielmehr, so Wendy Brown, hat sie noch nicht einmal die notwendige Trauerarbeit geleistet, um den Verlust ihres klassischen marxistischen Revolutionsbegriffes einzugestehen. In dem Vortrag soll zunächst analysiert werden, inwiefern ein androzentristisch verengter Blick in klassischen Revolutions-Konzeptionen inkonsistente Übergangsszenarien zwischen revolutionärem Kampf und anvisierter Utopie schafft. Die Losung der zweiten Frauenbewegung, nicht auf die Revolution warten zu wollen, sondern mit der schrittweisen Arbeit an der Utopie zu beginnen, soll demgegenüber als ein überzeugenderer Ansatz zur Transformation skizziert werden, der weder „bloß“ reformistisch noch auf „identitätspolitische“ Fragen beschränkt bleiben bräuchte.

  • Eva von Redecker, M.A. (Humboldt-Universität zu Berlin)

Eva von Redecker ist wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Philosophie der Humboldt-Universität zu Berlin. Sie hat in Tübingen, Cambridge, Berlin und Potsdam Philosophie, Neuere Geschichte und Literaturwissenschaft studiert und dies mit einer Magisterarbeit zu Hannah Arendts Moralphilosophie abgeschlossen. Im Mai ist ihr Buch „Zur Aktualität von Judith Butler. Eine Einführung in ihr Werk“ beim Verlag für Sozialwissenschaften erschienen. In ihrer Promotion befasst sie sich mit dem Revolutionsbegriff und Theorien radikalen sozialen Wandels.

Eva von Redecker ist außerdem Verlegerin bei Peer Press, einem kleinen mutualistischen Verlag.

 

Zeit & Ort

05.07.2011 | 18:15

Freie Universität Berlin, Institut für Philosophie, Vortragsraum, Habelschwerdter Allee 30, 14195 Berlin