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Lehrprojekt „Digitalisierung der Philolologie – Das Corpus Coranicum Christianum“


Das interdisziplinär ausgerichtete Lehrprojekt „Digitalisierung der Philologie – Das Corpus Coranicum Christianum der Berliner Byzantinistik unter Leitung des Wissenschaftlichen Mitarbeiters Manolis Ulbricht wurde erstmals im Wintersemester 2017/18 angeboten. Es besteht aus zwei Lehrveranstaltungen: einem sogenannten Fachseminar, in welchem philologische Grundlagenarbeit sowie klassische Methoden der Printpublikationen gelehrt werden, sowie aus einem Praxisseminar, in dem technisches Basiswissen für die Erstellung einer digitalen Edition vermittelt wird.

Inhaltlich befasst sich das Lehrprojekt mit Koranübersetzungen aus dem christlichen Kulturraum, die als Rezeptionsquellen des frühen Islam verstanden werden. Die verschiedenen Übersetzungen in byzantinischer, syrischer und lateinischer Sprache werden anhand ausgewählter Quellen textkritisch bis zu ihren spätantiken Ursprüngen rückverfolgt (Fachseminar) und mithilfe der Digital Humanities langfristig für den wissenschaftlichen Diskurs bereitgestellt (Praxisseminar).

Das Lehrprojekt wird vom Präsidium der Freien Universität Berlin sowie dem Fachbereich Philosophie und Geisteswissenschaften finanziell unterstützt.

 

Die Studierenden werden im Rahmen des Lehrprojektes „Digitalisierung der Philologie – Das Corpus Coranicum Christianum exemplarisch anhand von Handschriftendigitalisaten (,corpus‘) mit Übersetzungen des Koran (,coranicum‘) aus dem christlichen Kulturraum (,christianum‘) philologische Grundlagenarbeit (,Philologie‘) erlernen und sich Möglichkeiten der digitalen Weiterverarbeitung klassischer Texte (,Digitalisierung‘) aneignen. So sollen die Studierenden in selbstgesteuerten Lernprozessen befähigt werden, eine interdisziplinär und global nutzbare Datenbank zur Text- und Kulturgeschichte der Koranrezeption aus westlicher Perspektive vorzubereiten. Das Lehrprojekt reiht sich somit in die Forschungsschwerpunkte der Berliner Byzantinistik ein und möchte dabei Perspektiven einer etwaigen zukünftigen Förderung für junge Nachwuchswissenschaftler bieten.

 

Das byzantinistische Lehrprojekt „Digitalisierung der Philologie – Das Corpus Coranicum Christianum wurde am 09.02.2017 offiziell vom Präsidenten der Freien Universität Berlin Herrn Prof. Dr. Peter-André Alt im Rahmen der Preisverleihung des zentralen Lehrpreises 2016 gewürdigt (siehe Pressemitteilung Nr. 003/2017 vom 09.01.2017). Der Projektantrag wurde vom Wissenschaftlichen Mitarbeiter der Berliner Byzantinistik Manolis Ulbricht zusammen mit seinen Studierenden und (ehemaligen) Praktikantinnen Nadine Arndt (Editionswissenschaft), Katharina Litke (Klassische Philologie) und Johanna Schubert (Lateinische Philologie und Sozialkunde) als Bewerbung um den zentralen Lehrpreis 2016 der Freien Universität Berlin eingereicht.

Mit dem zentralen Lehrpreis der Freien Universität Berlin werden Projekte ausgezeichnet, die der Integration der Ergebnisse interdisziplinärer Spitzenforschung in die universitäre Lehre dienen. Ziel des Preises ist es, Wertschätzung für besonderes Engagement in der forschungsorientierten Lehre zum Ausdruck zu bringen. Dabei soll die Entwicklung von innovativen Lehrformen und -formaten gefördert werden, mit deren Hilfe die zentralen Anliegen des Zukunftskonzepts der Freien Universität Berlin auch im Bereich der Lehre umgesetzt werden.

 

Die Berliner Byzantinistik betreibt im Sinne dieses Zukunftskonzepts aktiv die nachhaltige Integration der an der Professur betriebenen Forschung in den ordentlichen Lehrbetrieb für die Studierenden. Durch diese Forschungsorientierte Lehre, etwa in Form von Forschungspraktika bereits im Bachelor- und Master-Studium, werden unsere Studierenden sowie Studierende der Nachbarfächer in interdisziplinärer Weise aktiv in Fragestellungen aktueller Forschungsprojekte einbezogen. Ziel der Berliner Byzantinistik ist es, die Studierenden an einer der stärksten Netzwerkuniversitäten Deutschlands möglichst frühzeitig an Methoden und Arbeitsweisen zukunftsorientierter Forschung heranzuführen.