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2021

Lecture of Professor Niehoff-Panagiotidis at the online courses of the Jewish Community of Athens

topic of the lecture: Who are the Romaniotes?

on Sunday, May 9th (19 :00 PM GR/ISR time, 12:00 NY time, 09:00 LA time)


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"Fritz - Thyssen - Stiftung bewilligt workshop an der Freien Universität zur christlich - islamischen Baugeschichte. Pandemiebedingt kann sich der angekündigte Zeitpunkt noch verschieben. Wir streben eine Präsenzveranstaltung an."

Text:

Wir haben die Freude, Ihnen allen mitzuteilen, das unser Antrag auf Tagungs-Förderung durch die Thyssen-Stiftung unter dem Titel
„Workshop: Ein schwieriges, geteiltes Erbe: Die Byzantinistik zwischen christlicher und islamischer Kunstgeschichte, Freie Universität Berlin, 25.-27. Juni 2021“
von der Fritz – Thyssen – Stiftung gefördert wird.
Prof. Dr. Christian Freigang und Prof. Dr. Johannes Niehoff-Panagiotidis (Freie Universität Berlin)
Nochmals zur Erinnerung unser Aufruf:
„Die byzantinische Kunstgeschichte sieht sich in letzter Zeit mit tiefgreifenden Herausforderungen konfrontiert.Diese sind zum einen den schweren politischen und militärischen Unruhen in den Ländern des Nahen Ostens geschuldet. Zahlreiche Stätten sind seit Jahren unzugänglich oder zerstört; und die jüngste Umwidmung der Hagia Sophia zur Moschee muss man ebenfalls als Zeichen dafür lesen, dass zentrale Monumente ihrer historischen Lesbarkeit entzogen werden sollen. Sie ist nur ein spektakulärer Fall; in der gesamten Region werden Gotteshäuser zerstört oder je nach politischer Absicht umgewidmet: Es gibt viele Hagia Sophias.
Auf der anderen Seite sind in etwa in Regionen wie Kappadokien und in Bereichen wie der Wand- oder Buchmalerei und der Toreutik immer wieder Neufunde und Neubewertungen zu verzeichnen. Häufig auf dem Boden der Türkei oder Syriens gemacht, zeigen diese Funde, wie sehr die byzantinische und die christlich-orientalische Kunst seit den Anfängen miteinander verbunden waren.
Zugleich brechen mit einer tendenziellen Entwertung von klassischen Mittelalterprofessuren auch die Verbindungen zur Byzantinistik auf, die insofern institutionell nur noch an einigen deutschen Universitäten vertreten ist. Die Byzanz-Sammlungen einiger großer Museen (etwa im Bode-Museum Berlin) sind nur kommissarisch besetzt, und entsprechend gibt es in letzter Zeit in Deutschland keine nennenswerten Ausstellungen zu Themen aus diesem Bereich. Schließlich sind in der Byzantinistik selbst die Verbindungen zu Fächern, die im akademischen Bereich neue Konjunktur erleben, insbesondere der islamischen Kunstgeschichte, nicht selbstverständlich. Aus dem Blickwinkel der europäischen Kunstgeschichte entsteht insofern eine paradoxe Situation: Einerseits wird seit langer Zeit der Anspruch erhoben, Forschung grenzübergreifend, interkulturell und transdisziplinär zu perspektivieren. Das gilt insbesondere für den weiteren Bereich des
Mittelmeers, dessen kulturelle Prägungen und Tiefendimensionen sich durchaus nicht als „westlich“ verstehen lassen, sondern ein Musterbeispiel interkulturellen Austausch darstellen, das auch für die kunst- und kulturgeschichtliche Theoriebildung und Methodologie von herausragender Bedeutung ist.
Andererseits erscheint ein zentraler Bereich in diesem Feld, die Byzantinistik und mit ihr die byzantinische Kunstgeschichte, strukturell geschwächt, sodass Kernbereiche gerade der hochmittelalterlichen Kunst auch jenseits des Mittelmeerraums in ihrer teilweise sehr engen Verwobenheit mit der zeitgenössischen byzantinischen Kunst (Stichwort:Vierter Kreuzzug) zunehmend nicht mehr adäquat erfasst werden können.
Nicht zuletzt im Hinblick auf Diskurse und Verständnisse einer europäischen Identität erscheint die Situation der die byzantinische Kunstgeschichte umgreifenden Byzantinistik politisch bedenklich: Wenn auch das Fach zu den sogenannten „kleinen“ gehört, so wirkt es doch als Multiplikator, der auf Museen, Literatur, Tourismus usw. zurückwirkt und „Images“wie den des „Ostens“ prägt. Mit der angedeuteten Strukturschwäche rücken aber Byzanz und seine Verflechtungen mit dem Westen und dem Osmanischen Reich und seinen Vorgängermächten im Osten in eine auch politisch sicherlich nicht erwünschte Distanz, die bekanntlich durch die politischen und militärischen Problemlagen in einigen betroffenen Ländern noch bestärkt wird.
Schließlich sind es die von den heutigen WissenschaftlerInnen vertretenen neuen oder neu geschärften Ansätze im Hinblick auf Kontexte, Objekte und Objekthaftigkeit sowie Materialität, auf transkulturelle Phänomene und Kommunikationsformen, auch den Austausch von Kunsttechnologie und Vorlagen sowie Produktionsmethoden, und eine Neubewertung altüberkommener Epochengrenzen, die eine Stärkung der byzantinischen Kunstgeschichte und eine Sichtbarmachung ihres Potentials gerade jetzt geboten und wichtig erscheinen lassen.“
Der Workshop intendiert, einen möglichst breiten und zielorientierten Dialog zu den methodischen und institutionellen Verortungsmöglichkeiten des Fach Byzantinistik anzuregen. Themenfelder sind die politischen und institutionellen Imponderabilien, mit denen die Byzantinistik in vielen Regionen konfrontiert ist. Sodann soll es um methodische Perspektiven und Dialoge gehen. Hierbei ist insbesondere auch erwünscht, Kooperationsmöglichkeiten mit benachbarten historischen Kulturwissenschaften (islamische Kunstgeschichte, Koptologie, Slavistik,Judaistik) auszuloten.
Aufgrund der aktuellen Lage, ist es noch unklar, ob der workshop digital oder präsentisch geboten wird. Wir bitten unsere Teilnehmer/innen um Präzisierung ihrer Titel, falls nötig.
Vorgesehen sind Berichte und Projektvorstellungen aus Ihren/Eurenjeweiligen Spezialgebieten, die indessen nicht hermetisch bleiben sollen, sondern die benannten Möglichkeiten von neuen disziplinären und methodischen Verortungen der Byzantinistik ausloten bzw. dies zur Diskussion stellen. Nicht zuletzt soll der Workshop auch Desiderate, etwa im Bereich der universitären Lehre,formulieren, die für politische Entscheidungen und akademische Perspektiven aktiviert werden können.
Eingeladen(mit Vortragtiteln):
Dr. Gudrun Bühl (Byzantinistik, ehem. Dumberton Oaks, jetzt Museum für Lackkunst Krefeld, zugesagt): Neue Perspektiven der Elfenbeinforschung (Arbeitstitel)
Dr. Jon Cosme Cubas Díaz (Byzantinistik, Univ. Göttingen, zugesagt): Zum Status quo der Standorte der Byzantinischen Archäologie und Kunstgeschichte in Deutschland
Prof. Dr. Sabine Feist (Byzantinistik/Christlich Archäologie, Univ. Freiburg/Univ. Bonn, zugesagt): Der Kanon macht die Musik – Forschungsgeschichte und -gegenwart der Christlichen Archäologie
Dr. Naomi Feuchtwanger-Sarig (Kunstgeschichte/Jewish Studies, Tel Aviv Univ., zugesagt): "..A People that Shall Dwell Alone and Shall Not be Reckoned Among the Nations": (Num. 23:9): Jewish and Christian Visual Culture in Dialogue
Prof. BisseraPentcheva (Byzantinistik, Stanford University, zugesagt): Aural Architecture in Byzantium and the Latin West
Prof. Dr. Barbara Schellewald (Byzantinistik, Universität Basel, zugesagt): Mosaik interkulturell (Arbeitstitel)
Prof. Dr. Stephan Westphalen (Christliche Archäologie, Univ. Heidelberg,zugesagt): Zur Situation byzantinischer und frühislamischer Architektur in Syrien (Arbeitstitel)
Prof. Dr. Harald Wolter-von dem Knesebeck (Kunstgeschichte/Byzantinistik, Univ. Bonn, zugesagt): Some remarks on the exchange of patterns and models between East and West
Weitere TeilnehmerInnen:
Prof. Dr. Johannes Niehoff-Panagiotidis(Byzantinische Literatur):Whosemosque? And whose Church? On the dealing with an undesired past in Greece and Turkey
Prof. Dr. Christian Freigang (Kunst-/Architekturgeschichte): Einführung und Moderation
Provisorischer Ablauf bei präsentischer Verananstaltung:
25. Juni 2021: 15 h Eröffnung des Workshops, keynotelecture
26. Juni 2021: 9 – 18 h: Vorträge und Diskussionen, gemeinsames Abendessen
27. Juni 2021: 10 – 13 h: Besichtigung der Abteilungen spätantike, byzantinische und koptische Kunst des Bodemuseums




Sunday, May 9th   19 :00 PM GR/ISR time