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Der Teufel in der modernen Musik

Von Anfang an war und ist die Rockmusik mit dem Okkulten verbunden. Wichtiger Bestandteil dabei ist der Teufel – oder Satan. Manche Künstler sind von ihm inspiriert, die meisten fasziniert, andere sinnlich bzw. religiös mit dem Satan verbunden.
Zahlreiche Bands, die sich erst in den 1960er Jahren gründeten, verwenden das Teufelsmotiv eher unter kommerziellen Aspekten. Einige der bekanntesten Musikgruppen, die sich damit unmittelbar beschäftigen, werden im Folgenden genannt.

Black Sabbath
Dieser Name bedeutet „schwarzer Sabbat“. John „Ozzy“ Osbourne, der Sänger der Band, erklärt zur Namenswahl: „Bevor wir Black Sabbath waren, hieß unsere Band „Earth“, bis eines Tages Geezer sagte, dass es wirklich sehr viele Leute gibt, die Geld bezahlen, um Horrorfilme zu schauen; wir sollten also versuchen, Horrormusik zu komponieren. Deswegen haben wir unseren Namen gewechselt, und zwar ‘Black Sabbath‘“. Wie das Booklet des Albums „The best of Black Sabbath“ verrät, haben sie sich nur in einigen Liedern mit wirklich satanischen Themen beschäftigt (z. B. „N.I.B.“ und „Black Sabbath“). Geezer Butler, Bassgitarrenspieler der Band, hatte immer großes Interesse am Okkulten, was ihn dazu maßgeblich inspirierte.
Im Lied „Black Sabbath“ wird klar über den Satan gesprochen: „Big black shape with eyes of fire / Telling people their desire / Satan's sitting there, he's smiling / Watches those flames get higher and higher“. Und danach: „Is it the end, my friend? / Satan's coming 'round the bend / People running 'cause they're scared / The people better go and beware!” Der Satan ist also in diesem Lied offensichtlich der Feind, er ist kein Freund, er ist kein neuer Gott. Er ist genau das, was die christliche Religion sagt: das absolute Böse. Und er sieht genau so aus, wie die christliche Tradition ihm immer beschrieben hat.
Genau umgekehrt ist es bei „N.I.B.“. Der Teufel hat hier die Gestalt des Luzifers, der sich als Freund, als Befreier vom alten Leben und Führer in das ewige Leben präsentiert: „Some people say my love cannot be true / Please believe me, my love, and I‘ll show you / I will give you those things you thought unreal / The sun, the moon, the stars all bear my seal“. Und in der nächsten Strophe: „Follow me now and you will not regret / Leaving the life you led before we met / You are the first to have this love of mine / Forever with me ’till the end of time“. Der Teufel will den Menschen das Gefühl geben, dass er „der Eine“ ist, „der Auserwählte“. Schließlich: „Now I have you with me, under my power / Our love grows stronger now with every hour / Look into my eyes, you will see who I am / My name is Lucifer, please take my hand“. Der Luzifer ist also der Mächtigste, der Mensch kann nichts mehr tun. Und wahrscheinlich will er nichts dagegen tun, denn er kann sehen, wie „gut“ der Luzifer mit ihm ist, er „liebt“ den Luzifer, er wird bei ihm für immer bleiben. Deshalb bezeichnen Religionsfanatiker diese Band gern als satanisch und antichristlich. Der Teufel ist in diesem Lied der absolute Held, der zentrale Charakter, er scheint den Hörer zu bezaubern.
Auch in der Melodie von Black Sabbath taucht der Teufel auf. Die drei ersten Noten des Liedes „Black Sabbath“ sind das so genannte „Devil’s Third“ (Teufelstrio): Exakt diese drei Noten in dieser Reihenfolge waren im Mittelalter verboten, weil man glaubte, sie können den Teufel aufwecken.
Auf dem Cover des ersten Black-Sabbath-Albums, das den Namen der Band trägt, sieht man eine Figur (vermutlich Bandsänger Ozzy Osbourne), die auch als eine „kosmische“ Abbildung des Teufels verstanden werden könnte. Es war offensichtlich ein Versuch, die „Horrormusik“ mit einem ähnlichen „Horrorcover“ auf den Markt zu bringen; es könnte sehr leicht eine Szene aus einem Horrorfilm sein. Das umgedrehte Kreuz auf der Cover-Innenseite geschah ohne Zusage der Band durch die Plattenfirma, die den Verkaufsumsatz erhöhen wollte. Auf dem Album „Sabbath Bloody Sabbath“ ist die Präsenz des Teufels eindeutiger: Man sieht eine mutmaßliche Opferung auf einem Bett, das am Kopfende die Zahl 666 trägt, die Zahl des Teufels.

Ozzy Osbourne
John „Ozzy“ Osbourne hat nicht nur eine atemberaubende Karriere als Mitglied von Black Sabbath hinter sich, er ist auch als Solist sehr erfolgreich. Wichtiger Teil dieser Karriere ist das „Ozzfest“, ein Musikfestival mit Rock und Heavy Metal Bands aus aller Welt, das die gesamten Vereinigten Staaten zur Ekstase bringt. Emblem dieses Festivals ist der Teufel (die sehr berühmte altgriechische Gestalt „Pan“ mit menschlichem rotem Körper, Ziegenkopf und Ziegenbeine bzw. Unterkörper). Eins seiner bekanntesten Lieder heißt „Mr. Crowley“, eine direkte Anspielung auf Aleister Crowley, einen der berühmtesten Satanisten des 20. Jahrhunderts: „Mr. Crowley, what went on in your head? / Oh, Mr. Crowley, did you talk to the dead? / Your life style to me seemed so tragic / With the thrill of it all / You fooled all the people with magic / Yeah, you waited on Satan's door”. In diesem Fall wird Satan als Pendant zu Gott beschrieben, der eine Tür in der Hölle, genauso wie Gott im Paradies, hat.

Rolling Stones
Die Giganten des Rock ‘n‘ Roll führen in ihrem Album „Beggars Banquet“ als erstes Lied „Sympathy for the devil“auf. Der Teufel ist in diesem Song der Ich-Erzähler: „Please allow me to introduce myself / I’m a man of wealth and taste / I’ve been around for a long, long year / Stole many a mans soul and faith / And I was round when Jesus Christ / Had his moment of doubt and pain / Made damn sure that Pilate / Washed his hands and sealed his fate / Pleased to meet you / Hope you guess my name“. Wieder ist es ein „christlicher“ Teufel, es gibt Verweise auf die Bibel. Der Teufel erzählt weiter, was er alles Schlechtes und Böses im Laufe der Jahrzehnte getrieben hat. Der Hörer kann bzw. will nicht verstehen, wer der Erzähler eigentlich ist: „But what´s puzzling you / Is the nature of my game“. Und der Teufel ist (natürlich) noch heute böse: “Just call me Lucifer / ´Cause I’m in need of some restraint / So if you meet me / Have some courtesy / Have some sympathy, and some taste / Use all your well-learned politics / Or I’ll lay your soul to waste“. Der Teufel – in der Gestalt des Luzifers – wird hier als Gott, als absoluter Herr präsentiert, vor dem der Mensch Furcht haben sollte.

Iron Maiden
Dieses weltberühmte Band des Heavy Metal spricht häufig über den Teufel in seinen Texten. Das bekannteste teuflische Lied heißt „The number of the beast“. Am Anfang steht eine unmittelbare Anspielung auf die Bibel: „Woe to You Oh Earth and Sea / for the Devil sends the beast with wrath / because he knows the time is short / Let him who hath understanding / reckon the number of the beast / for it is a human number / its number is six hundred and sixty six.” Weiterhin liest man die Geschichte eines Mannes, der an einer Schwarzen Messe teilnimmt: „The night was black was no use holding back / 'Cause I just had to see was someone watching me / In the mist dark figures move and twist / was all this for real or just some kind of hell / 666 the Number of the Beast / Hell and fire was spawned to be released.” Und die nächste Strophe: “Torches blazed and sacred chants were praised / as they start to cry hands held to the sky / In the night the fires are burning bright / the ritual has begun Satan's work is done / 666 the Number of the Beast / Sacrifice is going on tonight.” Das Lied geht so weiter, und am Ende wird der Teufel selber zum Ich-Erzähler: “I'm coming back I will return / And I'll possess your body and I'll make you burn / I have the fire I have the force / I have the power to make my evil take its course.” Hier ist also der Teufel als der Satan, der Gott des Bösen präsentiert, an den man als an jeden anderen Gott glaubt. Der Teufel kommt auch auf dem Einband der CD vor, wo er als Puppe des Bandmaskottchens dargestellt wird.

Marilyn Manson
Heutzutage ist der berühmteste satanische Künstler zweifellos Marilyn Manson. Er ist als Mitglied der Satanischen Kirche bekannt. Egal wo er bei seinen Konzerten auftritt, es gibt immer Probleme wegen seiner Texte, seiner Bühnenshow und seiner Person im Allgemeinen. Das Okkulte und das Satanische tauchen immer wieder in seinen Liedern auf, der Satan selber aber nicht so oft; Manson spricht öfters gegen Gott, aber allgemein, ohne Satan oder Teufel.
In dem Lied „Antichrist Superstar“ kommt der Satan dennoch klar vor: „The time has come it is quite clear / Our antichrist / Is almost here... / It is done.” Der Teufel ist also der Satan selbst, der Antichrist.

Andere Fälle

Auch Bands, die absolut nichts mit dem Okkulten zu tun haben, verwenden in ihren Liedern häufig den Teufel. Ein Beispiel dafür: die „Pixies“ und ihr Lied „Monkey gone to heaven“, wo man lesen kann: „If man is 5 / Then the devil is 6 / And if the devil is six / Then god is 7.
Die berühmteste deutsche Rockband, „Die Ärzte“, hat zwei Alben mit dem Teufel veröffentlicht: „Debil“ (später als „Devil“ wiederveröffentlicht) und „Die Bestie in Menschengestalt.“
Das Lied „Hymn“ der Pop-Band „Ultravox“ beschreibt den Teufelspakt, was in den Texten nicht unmittelbar klar wird (Give us this day all that you showed me / The power and the glory till my kingdom comes / Give me all the historybook told me / The faith and glory till my kingdom comes). Erst der Videoclip verdeutlicht das visuell.
Wer ein paar Stunden lang Musik am Radio hört, der wird etwas über den Teufel hören. Ob ernsthaft oder spielerisch, ob der Satan selbst oder das Böse als Frauengestalt präsentiert wird, das macht keinen Unterschied: Der Teufel ist der Superstar der modernen Musik.

Evangelos Koukides

Zum Weiterforschen
eine Liste mit ausgewählten Heavy-Metal-Bands, in denen der Teufel ebenfalls ein Gastspiel hat:

  • Abruptum
  • Absu
  • Bathory
  • Behemoth
  • Beherit
  • Belphegor
  • Burzum
  • Carpathian Forest
  • Coven
  • Cradle of filth
  • Darkthrone
  • Deicide
  • Dimmu Borgir
  • Emperor
  • Goatwhore
  • Gorgoroth
  • Immortal
  • Impaled Nazarene
  • Judas Iscariot
  • Malevolent Creation
  • Marduk
  • Mayhem
  • Mercyful Fate
  • Morbid Angel
  • Obituary
  • Pazuzuv
  • Pentagram
  • Rotting Christ
  • Slayer
  • Sodom
  • Venom