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Mittelalter

Der Teufel im abendländischen Mittelalter

Im abendländischen Mittelalter sind das alltägliche Leben und die Phanasie stark von der christlichen Religion geprägt. Die Figur des Teufels, der gefallene Engel der Bibel, spielt dabei eine immer zunehmend bedeutendere Rolle als Antagonist Gottes, der das Böse verkörpert. Vom theologischen Denken bestimmt, findet sie in dem völkischen Aberglaube ihren fruchtbarsten Boden.
Während das Fegefeuer im XII Jh. auftaucht, entwickelt sich die Geographie der Hölle weiter, wo die Sünder jeweils nach ihrer Schuld beurteilt und bestraft werden. Durch visionäre Reisen ins Jenseits, deren Höhepunkt sich in Dantes Göttlicher Komödie zeigt, wird über die Struktur und das Aussehen des Jenseits erfahren und berichtet. Die Beschreibung der Hölle und der Bestrafung der Verdammten gilt als Mahnung und fordert ein sündenfreies Leben auf der Erde.
Häufiger als die Besuche der Menschen in der Hölle, sind die des Teufels auf der Erde. Schon in der Bibel anwesend, findet das Thema der Verführung des Menschen durch den Teufel eine grosse Resonanz im Mittelalter und verbreitet sich mittels des Predigen unter dem Volk, so wie es in den zahlreichen Erzählunge aus Beispielsammlungen offensichtlich ist. Dort findet man eine Reihe an Beispielen der Kräfte und Tricks des Teufels und des Benehmens des Menschen dem Teufel gegenüber. Der “Fürst der Welt” repräsentiert die Verkörperung der Sünde, die die Kräfte des Menschen auf die Probe stellt und bekämpft werden muss. Der Mensch ist oft nicht stark genug und wird von Teufel besiegt, manchmal sogar besessen, um seinen Zwecken zu dienen. Dieses Thema kann sich weiter zum Thema des Teufelspakts entwickeln, wenn der ehrgeizige Mensch die Schmeichelei des Teufel akzeptiert und er seine Seele für den Gefälligkeit des bösen und mächtigen Herrn eintauscht.
Die Erscheinungsformen des Teufels sind meist ralistisch -eine Schlange, eine Ziege, eine Frau- da er im Mittelalter als echtes Wesen wahrgenommen wird und allein sein Auftreten genügt, den Menschen Schrecken einzujagen. Im Alltagsleben kann man Spuren seiner Präsenz finden, besonders in einigen faszinierenden Objekten, wie dem Spiegel, oder in Tieren. Auch das Anderssein oder die Krankheit können als Zeichen des Teufels interpretiert werden.
Allmählich nimmt aber der “Herr der Hölle” auch die Gestalten des Scheusslichen, als Halbtier-Halbmenschwesen an, die groteske und parodistische Darstellungen liefern können.

(Beatrice Barbieri)

NOTKER DER STAMMLER (um 840 bis 912),
Der Teufel narrt einen Bischoff
Der Teufel nutzt Habgier und Eitelkeit

THIETMAR VON MERSEBURG (975 bis 1018), Der Teufel im Dormitorium

EKKEHARD IV. VON ST. GALLEN (um 980 – um 1060), Notker der Stammler verprügelt den Teufel

RADULF GLABER (um 990-1046/47), Dreimal erschien mir der Teufel

OTLOH VON EMMERAM (um1010 bis 1070), Gaukelspiele des Satans

CAESARIUS VON HEISTERBACH (um 1180-1240),
Der Teufel versucht eine Nonne
Der Geist der Unzucht und die Kraft der Beichte
Die Entlarvung der Teufelsdiener
Höllenfahrt eines Klerikers
Die Strafe des Landgrafen Ludwig
Das Los der Sünder des Jenseits
Der Teufel und das Studium

ÉTIENNE DE BOURBON (um 1180 oder 1190/95 bis 1261),
Menschliche Bosheit übertrifft die des Teufels
Kampf gegen die Busse
Das dem Teufel geweihte Kind

JACQUES DE VITRY (1160/70 bis 1240),
Die Heilige Jungfrau vertreibt den Teufel
Die Teufel im Dienst der Jungfrau Maria

DER STRICKER (um 1190 bis um 1250), Der Richter und der Teufel

JAKOB VON VORAGINE (1228/30 bis um 1290), Der Teufelsknecht Theophilus

JANS ENIKEL (1230/40 bis um 1290), Des Teufels Papst

GIOVANNI DIE BOCCACCIO (1313 bis 1375), Wie man den Teufel in die Hölle schickt

GEOFFREY CHAUCER (um 1340 bis 1400), Der Büttel und der Teufel

HANS ROSENPLÜT (um 1400 bis 1460), Der Teufel im Kloster

HANS FOLZ (um 1435/40 bis 1513), Der Schinkendieb als Teufel

DANTE ALIGHIERI (1265 bis 1321), Vergil und Dante erblicken Luzifer

BONAVENTURA (Ernst August Friedrich Klingemann 1777 bis 1831), Zweite Nachtwache ??Nachtwachen

MARTIN LUTHER (1483 bis 1546),
Historia, wie ein Poltergeist einen Pfarrherrn geplagt habe, und D. Luther riet, wie er solle vertrieben werden
Den Teufel kann man mit Verachtung und lächerlichen Possen vertreiben.
Vom Teufel und seinen Werken