Exorzismus

„Viele Exorzisten arbeiten wie besessen. Sozusagen auf Teufel komm raus…“

Werner Mitsch

 

 

Plagt Sie der Teufel unentwegt, und Sie wollen ihn loswerden? Dann brauchen Sie einen Exorzisten (aus dem Lateinischen und Griechischen übersetzt: „Hinaus-beschwörer“, „Austreiber“). Der Exorzist tritt in Verbindung mit dem Dämon und versucht ihn zu beseitigen. Er kann dieses Ritual durch Tanz, Ausrufen des Namens, Handauflegen beim Betroffenen, Glockenläuten, mit Feuer, Eisen und riechenden Speisen (wie z. B. Knoblauch und Zwiebeln) vornehmen.
Im Neuen Testament beschreibt das Markus-Evangelium (1,23-39), wie Jesus seine öffentlichen Heilungen mit einem Exorzismus beginnt: „Und er zog durch ganz Galiläa, predigte in den Synagogen und trieb die Dämonen aus.“ Seit Beginn des Christentums und bis in die Gegenwart ist Exorzismus ein wichtiger Bestandteil der katholischen Lehre und Liturgie. Der sogenannte „einfache Exorzismus“ besteht aus der Taufe, weil sich der Täufling von jeglicher Sünde und dem Teufel reinwäscht. Der „Große Exorzismus“ bleibt einem Priester vorbehalten. Selbst Papst Benedikt XVI. lässt weiterhin Exorzisten ausbilden.
Es ist egal, ob Sie sich wie der „Heilige Antonius von Padua“ in Wilhelm Buschs allegorischer Bildergeschichte mit einem Kirchenkreuz wehren (Literatur) oder in Hans-Christian Schmids Film „Requiem“ den Versuch der Teufelsaustreibung bei der jungen Anneliese Michel erleben, den richtigen Ton anstimmen (Musik) oder nach Bildmotiven in der Kunst suchen. Die Hauptsache ist, dass der Teufel Sie in Ruhe lässt!

(Christian Schobeß)

Der Teufel hat nicht nur die Eigenheit, sich in einen Menschen oder in ein Tier zu verwandeln, sondern auch Menschen besessen werden zu lassen und durch diese zu agieren. Viele Filme beschäftigen sich mit dem Thema der Besessenheit und des Exorzismus, meistens amerikanische wie The Exorcist, End of Days oder The Exorcism of Emily Rose: Sie erzählen die Geschichte von Menschen, die vom Teufel besessen wurden. In End of Days wird der Teufel am Anfang als etwas Abstraktes präsentiert, schnell aber übernimmt er den Körper von Gabriel Byrne. Am Ende des Filmes tritt der Teufel als ein Tier auf. Warum der Teufel in den Filmen bestimmte Menschen aussucht, wird nicht immer geklärt, das ist z. B. in End Of The Days der Fall. Es gibt aber auch Filme, in denen die Menschen selbst mit ihrem Verhalten oder sündigem Leben ihre Besessenheit verursachen (Exorcist 1973, Sheitan 2005).

 

 

Giotto di Bondone: Exorzismusdurch den heiligen Franziskus in Arezzo