Springe direkt zu Inhalt

Der Teufel im Film

Der Teufel geht ins Kino

 

„Der beste Trick, der sich der Teufel je ausgedacht hat war, den Menschen davon zu überzeugen, dass er nicht existiert“, so Kevin Spacey bei den „Üblichen Verdächtigen“ (1995). So ähnlich stellt man sich die Filme vor, die den Teufel im Bildschirm nicht zu zeigen entscheiden. Sie sind überzeugender und ernsthafter als die, in denen berühmte Schauspieler einen „Helden“ verkörpern, über den niemand mit Sicherheit sagen kann, wie er genau aussieht.

Man kann ihn Satan, Luzifer oder Mephistopheles nennen. Auf jeden Fall bleibt das Gefühl, das wir beim Hören seines Namens bekommen, immer gleich: etwas zwischen Schauder, Angst und Terror. Im besten Fall werden diese Gefühle mit Spannung und Geheimnis gemischt.

Diese sind jedoch auch einige der „Zutaten“, die zweifellos ihre Macht an Kunst bewiesen haben. Infolgedessen hatten die vom Königreich des Bösen stammenden Geschichten immer einen Einfluss auf die Buch- und Kinofreunde. Die Romane und die Filme setzen für die Menschen, die mit dem Bösen „touristischen“ Kontakt aufnehmen wollen, den einzigen einfachen Weg fest. Mit anderen Worten, Satan verkauft sich gut!

Roman Polanskis Film „Neun Pforten“ (1999) ist einer der vielen Filmen, die die völlige Macht des Dämons aufzeigen, wie auch den unendlichen Kampf des Gutes für seine Bewältigung. Obwohl aber der Film von einem sehr guten Roman inspiriert wurde, den Roman von Arturo Perez Reverti “der Club Dumas“ ist die kinematographische Übertragung gar nicht so gut. Man hält ihn für einen der schlimmsten Filme des Regisseurs.

Er ist trotzdem viel besser als andere Filme seiner Kategorie, wie zum Beispiel Peter Hyams „Nacht ohne Morgen“ (“End of Days“). Diesmal ist in Peter Hyams "End of Days" der Leibhaftige in Gabriel Byrne gefahren. Byrne spielt den Satan mit überzeugendem Temperament, als Schauspieler kann er doch nicht überzeugen. Wer soll den noch stoppen? Arnold Schwarzenegger steht in der Rolle des Ex-Cop Jericho Cane vor einem fast aussichtslosen Kampf gegen die Zeit. Die schwache und sinnlose Story hat der Fakt verstärkt, dass der Austro-Athlet einen gebrochenen, verwitweten und dem Alkohol verfallenen Helden spielen muss.

Es ist eine Tatsache, dass die kinematographische Vergangenheit Satans ihre Wurzeln schon in der Beschaffenheit des Kinos hat. Satan im Kino existiert seit dem vorletzten Jahrhundert. Sein Debüt macht er 1896 im französischen Film „Le Manoir du Diable“. In seiner klassischen Form im König der Hölle ist er in Goethes Faust zu finden. Eine Menge von Schauspielern haben Satan als einen üblichen Menschen dargestellt.

Erwähnenswert sind 2 Schauspieler, die sich mit dem Terror im Kino identifizieren lassen. Der erste ist Vincent Price in “The Story of Mankind” (1957) und Christopher Lee in “Poor Devil” (1973). Die teuflische Gestalt hat auch Telly Savvalas in “The House of Exorcism“ (1976) des italienischen Regisseurs Mario Bava genommen. Satan war der Held sogar in Musical “Cabin in the sky“ von Vincente Minnelli(1943).

Satan als Held ermöglicht es vielen Schauspielern, Wunder zu machen. Es ist aber nicht zu vermeiden, dass er gleichzeitig Filme weniger seriös macht. Eine Ausnahme sind natürlich Komödien, wie Ingmar Bergmans „Das Teufelsauge“ (Djävulens öga) (1960). In Wirklichkeit basiert derjenige Schauspieler, der Satan verkörpern soll, auf seiner eigenen Meinung und Bild vom Satan. Demzufolge kann man solche Interpretationen einigermaßen akzeptieren, während ein kommerzieller Schauspieler genügt, um die Zuschauer mitzureißen.

Robert de Niro war zum Beispiel in der Rolle des Mephistopheles im Film von Alan Parker “Angel heart” überzeugend, genauso wie Jack Nicholson in „Die Hexen von Eastwick“ (“The Witches of Eastwick“), Jeff Goldblum in “Mister Frost“ und Al Pacino in „Im Auftrag des Teufels“ (“Devil’s Advocate“) . Alle oben erwähnten Schauspieler haben das Königreich der Dunkelheit besucht.

Auf der anderen Seite ist es kein Zufall, dass den Film „Die neun Pforten“ genau derjenige Regisseur drehte, der mit dem Film „Rosemary’s Baby“ (1968) sein amerikanisches Visum bekam. Dieser Film ist nicht nur ein Klassiker in seiner Kategorie, sondern auch eine der ersten großen Produktionen in Hollywood, die sich mit solchen Tabus beschäftigten (wie der Satanismus und die schwarze Magie). Für diejenigen, die sich an den Film nicht erinnern können, ist Teufel als Figur auch da abwesend, mit einziger Ausnahme die Szene, in der Rosemary (Mia Farrow) mit ihm schläft (Wir sehen nur seinen Rücken).

Die Figur des Teufels sahen wir auch in “Exorzismus“ (1973) von William Friedkin nicht. Dies war das erste Blockbuster mit einem solchen Thema in der Geschichte des Kinos, und weiterhin ein Horror-Film, der nicht leicht zu vergessen ist. In diesem Film sahen wir die Konsequenzen der Besessenheit von Linda Blair und das war mehr als genug.

(Maria Salakidou)