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Person

Person

Die Person des Erzählers ist in den vorherigen Lerneinheiten schon oft erwähnt, aber bis jetzt nie selbst zum Gegenstand der Betrachtung erhoben worden. Unter der Kategorie ‚Person‘ soll sie nun auf ihre Eigenschaft als filmische narrative Instanz hin untersucht werden. Die filmische Erzählung verfügt über keine Grammatik im Sinne eines schriftsprachlichen Textsystems, das einen Erzählerwechsel über den Wechsel von Personalpronomen wie ‚ich‘ und ‚er‘ markieren könnte. Außer den Figuren und der VON, die das schriftliche Textsystem in mündlicher Form verwenden, greift der Film daher auf andere Mittel zurück, den Ort des Erzählers in Bezug auf sein Verhältnis zur Geschichte und der Ebene, von der aus er erzählt, zu markieren. Genette hat die Definition des literarischen Erzählers, die nur aufgrund seines grammatikalischen Charakters erfolgt, bereits kritisiert (vgl. S. 174–175) und diese Kritik kommt dem filmischen Erzählen sehr entgegen. Um die An- und Abwesenheit der Person des Erzählers in der Diegese differenzierter zu bestimmen, führt Genette die Kategorien homo- und heterodiegetisch sowie intra- und extradiegetisch ein (vgl. S. 175ff.). Bei der Bestimmung der Person des filmischen Erzählers ist demnach, wie bei der literarischen Erzählung, zwischen der Beziehung zur Geschichte und der Ebene der Narration zu unterscheiden. Aufgrund der vielen verschiedenen gleichzeitig agierenden Komponenten der filmischen narrativen Instanz ist es darüber hinaus möglich, die An- und Abwesenheiten dieser in Bezug auf die Diegese parallel herzustellen. Um Ebene und Beziehung der filmischen narrativen Instanz zur erzählten filmischen Geschichte genauer zu erklären, werden im Folgenden die vier Typen durchgegangen, die nach Genette die Person der Erzählung anhand der narrativen Ebene und ihrer Beziehung zur Geschichte ausmachen (vgl. S. 178). Dabei werden, wenn es sich anbietet, Beispiele aus „American Beauty“ zitiert.