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Funktionen des Erzählers

Funktionen des Erzählers

Bisher wurde behandelt, wo sich der Erzähler im Verhältnis zu der von ihm erzählten Geschichte befindet. Man kann darüber hinaus aber noch Funktionen des Erzählers unterscheiden. Angedeutet wurde das bereits in dem Kapitel zur Metadiegese und deren Funktion. Jörg, so wurde festgestellt, könnte Peter auf dem Schulhof eine Geschichte mit didaktischer Intention erzählen, damit sein Freund die Möglichkeit hat, eine Lösung für sein Problem zu finden. In diesem Fall erfüllt Jörgs Erzählung eine explikative Funktion. Der Erzähler Jörg erfüllt eine narrative Funktion, denn der Inhalt der Erzählung, die Geschichte, steht im Mittelpunkt. Diese soll Peter anregen, seine Handlungsweise zu überdenken.

Die narrative Funktion ist eine Selbstverständlichkeit. Sie ist immer gegeben, wenn ein Erzähler eine Geschichte erzählt. Sie kann allerdings in den Hintergrund treten, weil eine (oder mehrere) der vier anderen Funktionen wichtiger werden. Diese weiteren vier Funktionen werden anschließend besprochen. Allerdings ist zu beachten, dass – wie so oft – eine klare Trennung im Anwendungsfall selten zu leisten ist: „Keine dieser Kategorien ist völlig rein und frei von jeder Querverbindung zu den anderen, keine außer der ersten [narrative Funktion] ist völlig unverzichtbar, und zugleich ist keine von ihnen, so sehr man sich auch darum bemühen mag, vollständig vermeidbar.“ (S. 184)