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Intradiegetisch-homodiegetischer Erzähler

Intradiegetisch-homodiegetischer Erzähler

Ein intradiegetisch-homodiegetischer Erzähler erzählt seine eigene Geschichte, ist aber selbst nur eine Figur der Erzählung.

In Ludwig Tiecks Novelle „Der blonde Eckbert“ erzählt Eckberts Frau Bertha ihr bisheriges Leben:

„Als das Abendessen abgetragen war und sich die Knechte wieder entfernt hatten, nahm Eckbert die Hand Walthers und sagte: ‚Freund, Ihr solltet Euch einmal von meiner Frau die Geschichte ihrer Jugend erzählen lassen, die seltsam genug ist.‘– ‚Gern‘, sagte Walther, und man setzte sich wieder um den Kamin.
Es war jetzt gerade Mitternacht, der Mond sah abwechselnd durch die vorüberflatternden Wolken. ‚Ihr müßt mich nicht für zudringlich halten‘, fing Bertha an, ‚mein Mann sagt, daß Ihr so edel denkt, daß es unrecht sei, Euch etwas zu verhehlen. Nur haltet meine Erzählung für kein Märchen, so sonderbar sie auch klingen mag. Ich bin in einem Dorfe geboren, mein Vater war ein armer Hirte.‘“

Ludwig Tieck: Der blonde Eckbert. In: Ders.: Der blonde Eckbert. Der Runenberg. Die Elfen. Märchen. Stuttgart 1984 (= RUB 7732), S. 3–24; hier S. 4.