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Interne Analepsen

II. Interne Analepsen/Prolepsen

1. Interne Analepsen

Interne Analepsen bewegen sich innerhalb des Zeitrahmens der Basiserzählung und führen daher manchmal zu einer Dopplung von narrativem Inhalt. Sie laufen also „leicht Gefahr […], redundant zu sein oder mit bereits Erzähltem zu kollidieren“. (S. 33)

Interne Analepsen fallen häufig nicht auf, da sie normaler Bestandteil der Sprache sind, in der Handlungen öfter anachron präsentiert werden. Das Plusquamperfekt im Deutschen beispielsweise trägt eine analeptische Struktur bereits in sich, wie das folgende Beispiel zeigt:

„Am Nachmittag kam Vater vom Sportplatz zurück, er hatte sich dort ein Fußballspiel angesehen. Ich stand im Badezimmer und toupierte meine Haare, als er kurz anklopfte, ins Bad hereinkam, sich auf den Rand der Badewanne setzte und mir schweigend zusah.“

Christoph Hein: Landnahme. Frankfurt am Main 2004, S. 136.


Interne Analepsen stellen zum einen sicher, dass der Leser Informationen, die zuvor sehr subtil oder überhaupt nicht in den Text eingefügt wurden, zur Kenntnis nimmt. Zum anderen dienen sie der Verdichtung einer Handlungsführung, die auf diese Weise verkürzt werden kann. Einzelne Handlungsabläufe müssen nicht detailliert beschrieben und können dennoch in den Text eingefügt werden.