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Transtextualität

Transtextualität ist die Bezeichnung für Relationen zwischen Texten und wurde von Gérard Genette in „Palimpseste. Die Literatur auf zweiter Stufe“ (1982) als ‚unbelasteter’ Oberbegriff in die Intertextualitätsdebatte eingeführt.

Genette gliedert Transtextualität in fünf Typen: Intertextualität (in einem engen Sinne), Paratextualität, Metatextualität, Architextualität und Hypertextualität. Er wählt diesen Neologismus zum einen, um das Hereinwirken der begrifflichen Geschichte des Intertextualitätsbegriffes zu verhindern und zum anderen auf Grund der weit gefassten Bedeutungsebenen von Textrelationen, die er beschreibt und klassifiziert.

Transtextualität ist die „textuelle Transzendenz des Textes, die ich grob als alles das definiert habe, »was ihn in eine manifeste oder geheime Beziehung zu anderen Texten bringt«“ (Palimpseste, S. 9). Transtextualität ist eine grundlegende Eigenschaft von allen Texten, d. h. es gibt keinen Text, der nicht mindestens einen Typ von Transtextualität aufweist. Dies gilt insbesondere für die Architextualität mit ihrem Verweis auf zugrunde liegende Textstrukturen. Es erscheint geradezu undenkbar, einen Text ohne Zuordnung zu einer bestimmten Textsorte lesen zu können – und sei es nur, dass der Text als Fragment und somit als Vorläufer einer bestimmten Textsorte eingeordnet wird.

 

Literatur:

Gèrard Genette: Palimpseste. Die Literatur auf zweiter Stufe. 2. Aufl. Frankfurt/Main 1996 [1982].

 

(K.K.)