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Semantische Relationen

Neben der Beschreibung der Bedeutungen von sprachlichen Zeichen beschäftigt sich die Semantik mit der Beschreibung der Beziehungen, die Bedeutungen zueinander einnehmen können.

1) Synonymie
Deckungsgleichheit der Bedeutung (u.a. für die Paraphrasierung). Bestimmte Aspekte der Bedeutungskonstituierung (z.B. Perspektivierung) werden jedoch häufig außer Acht gelassen.

Das Gegenstück zur Synonymie sind Wörter, deren Bedeutungen in unserem Sprachgebrauch keinerlei Verbindung zueinander aufbauen (Bsp.: Schrank – Konzert) - bis auf die Tatsache, dass sie Teil unseres Wortschatzes sind.
Zwischen diesen beiden Polen siedeln sich die folgenden Relationen an.

2 + 3) Allgemeine Bedeutungsähnlichkeit und Heteronymie/ Inkompatibilität
Wortfelder, deren Wortreihen auf einen Sachverhalt verweisen und diesen in seiner Vielfalt lexikalisch differenzieren. Die Zuordnung zu einer der beiden Relationen ist oft schwierig. Heteronymie erscheint dabei konkreter, denn hier gilt, dass ein Sachverhalt zu annäherungsweise 100% durch seine Wortreihe erfasst wird (Bsp.: Wochentage).

4) Komplemetarität/ Kontradiktion
In einem zweigeteilten Sachverhalt bilden die beiden komplementären Lexeme (?) sich gegenseitig ausschließende Bedeutungen (Bsp.: offen - geschlossen).

5) Antonymie/ Kontrarität
Innerhalb eines Sachverhaltes (Bsp.: gefühlte Temperaturen) gibt es eine Skala möglicher Wortbedeutungen (kalt – kühl – lauwarm – warm – heiß), deren Endpunkte (kalt – heiß) sich gegensätzlich zueinander verhalten.

6) Konversion (Umwandlung) 1
Ein Sachverhalt (Bsp.: Tausch von Wirtschaftsgütern auf einem Markt) wird aus entgegengesetzten Perspektiven beschrieben (kaufen – verkaufen).

7) Konversion 2
Aus einer Perspektive (Bsp.: Arbeitgeber) werden gegensätzliche Sachverhalte präsentiert (einstellen – entlassen).

8) Implikation 1
Innerhalb eines Sachverhaltes (Bsp.: Berufsbezeichnungen) gibt es ein Hyponym (Unterbegriff – Maurer), welches auf das Hyperonym (Oberbegriff – Handwerker) verweist.

9) Implikation 2
Innerhalb eines Sachverhaltes (Bsp.: Abendunterhaltung) gibt es zwei Bedeutungen, von denen die eine (ins Kino gehen) die andere (sich einen Film anschauen) impliziert, ohne dabei eine systematische Ordnung zu beinhalten wie das bei Implikation 1 der Fall ist.

Für 8) und 9) gilt, dass eine bedeutungsmäßig eindeutige Zuordnung jeweils nur in eine Richtung stattfindet.

(K.K.)