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Prototypensemantik

Die Prototypensemantik arbeitet auf dem Gebiet der Wortsemantik und ist eine sinnvolle Ergänzung zur Komponentialsemantik. Die Entstehung dieser Theorie ist zurückzuführen auf die sog. kognitive Wende in den Wissenschaften des 20. Jahrhunderts. Im Mittelpunkt steht dabei die Frage, wie Bedeutungen von Wörtern, das Signifikat, im Gehirn des Menschen wiedergegeben werden. Ein Phänomen des Alltags bietet die Grundlage: Häufig werden Bezeichnungen zu einem in der Referenzwelt vorhandenen Objekt lediglich annäherungsweise über einen relativierenden Ausdruck zugeordnet. Die (vom Sprecher angenommene) Bedeutung eines Lexems scheint nicht 100%ig mit dem zu Bezeichnenden übereinzustimmen. Bsp.: „Es war eigentlich ein erholsamer Urlaub“. Es gibt demnach Ereignisse bzw. Objekte in der Referenzwelt eines Sprechers, die der Vorstellung von „erholsam“ eher entsprechen (die Prototypen) und andere, die dem weniger entsprechen, aber keiner anderen Bezeichnung zugeordnet werden können (untypische Vertreter).

(K.K.)