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Polyphonie

Der von Michail Bachtin geprägte Begriff bezieht sich ebenso wie Dialogizität auf die Romane, in denen sich eine Vielzahl divergenter (sozialer) Stimmen und Diskurse brechen und entgegentreten. Die hieraus resultierende Stimmenvielfalt, die eine anti-hierarchische Struktur evoziert, überdeckt die Stimme des Autors, der somit als einzige und einzigartige Autorität seiner Rede zurücktritt, zugunsten der unterschiedlich sozial und ideologisch geprägten Figuren seines Romans.
Bachtins Untersuchungen zur Polyphonie und Dialogizität beeinflussten Literatur- und Kulturtheoretiker wie Kristeva und Todorov in der Entwicklung ihres Intertextualtätskonzeptes. )

(S.M.)