Springe direkt zu Inhalt

Iterative Erzählung

Der narratologische Begriff Iteration (von lat. iterare: ‚wiederholen’) ist ein erzähltechnisches Mittel zur Zeitgestaltung in Texten.
Jede narrative Aussage, die in einer Erzählung getroffen wird, kann auf zeitlicher Ebene aufgrund ihrer Frequenz, sprich ihrer Häufigkeit des Auftretens, untersucht werden. Sie stellt die „Wiederholungsbeziehungen zwischen Erzählung und Diegese“ dar und ist somit, laut Genette, eine der „wesentlichen Aspekte der narrativen Zeitlichkeit“ auf der Ebene der Sprache. (Vgl. hierzu Die Erzählung, S. 81)
Im Hinblick darauf kann eine Erzählung entweder als singulativ oder als iterativ eingestuft werden. In Opposition zur singulären Erzählung, die nur einmal über eine einzelne oder individuelle Begebenheit berichtet, steht die iterative Erzählung, die quasi einmal summarisch erläutert, was sich wiederholt auf diese oder ähnliche Weise zugetragen hat. Es wird also „einmal (oder besser: ein einziges Mal) erzähl[t], was n-mal passiert ist (1E/nG)“ (Die Erzählung, S. 83).

Hinweise hierauf geben Worte wie: manchmal, immer, sonntags, täglich, regelmäßig, usw.

Literatur:
Genette, Gérard: Die Erzählung. 2. Auflage München 1998.

(A.B.)