Springe direkt zu Inhalt

Emblem

 

Emblem

"Die Anforderungen an einen Lernenden waren demnach enorm. Eine Menge an Wissen musste aufgenommen, strukturiert und gespeichert werden, um es im Fall der Anwendung, d. h. in der Regel bei der Rede vor Gericht, parat zu haben. Für diesen Bereich der strukturierten Speicherung war seit jeher das rhetorische Redner-officium der memoria zuständig. In der Herennius-Rhetorik, bei Cicero und bei Quintilian finden sich genaue Ausführungen, wie man sich Sachverhalte gut einprägen kann. Betrachtet man diese Anleitungen, liegt die Vermutung nahe, dass die emblematische Tradition auf dem Boden von Rhetorik, Mnemonik und experimentierenden Formen der Wissensansammlung und -strukturierung entstanden ist."

[Ursula Kocher: Der Dämon der hermetischen Semiose. In: Bildersprache verstehen. Zur Hermeneutik der Metapher und anderer bildlicher Sprachformen. Hrsg. von Ruben Zimmermann. München 2000, S. 151-167.]