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Aktuelle Lehrveranstaltungen

Seminare im Sommersemester 2022

Seminar: (Literatur-)Geschichte und Zukunft des Lesens (Bereich: Literatur als Textpraxis)
Leitung:
Cornelia Ortlieb
Format: vor Ort
Zeit: Dienstags, 16:0018:00 Uhr (erster Termin 03.05.2022)
Ort: JK 33/121
Das Seminar findet in deutscher Sprache statt.

Lesen ist und bleibt eine wilde Praktik, die auch mit den Mitteln einer interdisziplinären Leseforschung nur punktuell erhellt werden kann. Neuerdings wird die Frage richtigen oder adäquaten Lesens auch vermehrt politisch diskutiert; sie begleitet jedes literaturwissenschaftliche Arbeiten, jede philologische Tätigkeit seit ihren Anfängen. Entsprechend will das Seminar die „Lust am Text“ (Barthes) ebenso in den Blick nehmen wie „Die Macht der Philologie“ (Gumbrecht) und Gelegenheit zur Reflexion verschiedener Modi des Lesens bieten. Dazu gehört etwa die Frage, wie unter den gewandelten Vorzeichen eines (post-)digitalen Zeitalters Texte und Bildelemente zu lesen sind, die teils von Maschinen bzw. Algorithmen erzeugt sind, etwa bei Emojis, Memes und Facebook-Posts (im Druck- und Buchformat), oder auch eine Diskussion der Auswahl-Strategien im blätternden, flüchtigen, zitierenden Lesen, mit einer Reflexion der Verschränkung von (wissenschaftlichem) Lesen und Schreiben. Die Überwindung historischer und kultureller Distanzen im aneignenden Lesen literarischer Texte und Aspekte des ‚Gelesenwerdens‘ sollen ebenfalls zur Sprache kommen, wie die neueren Überlegungen zu anderen Formen des Lesens, die eher mit einem Vokabular der Berührung oder auch der Verstrickung und des Verbundenseins beschrieben werden können. Die vorgeschlagenen Themen und Aspekte sollen möglichst gut mit den Forschungsprojekten und Promotionsvorhaben verbunden werden; entsprechende Vorschläge und Anregungen sind jederzeit willkommen.

Literatur zur Einführung (und Auswahl):

  • Roland Barthes: Die Lust am Text, Frankfurt a.M. 1973
  • Hans Ulrich Gumbrecht: Die Macht der Philologie. Über einen verborgenen Impuls im wissenschaftlichen Umgang mit Texten, Frankfurt a.M. 2003
  • Rolf Parr, Alexander Honold (Hg.): Grundthemen der Literaturwissenschaft: Lesen, Berlin, Boston 2018
  • Sabine Gross: Lese-Zeichen. Kognition, Medium und Materialität im Leseprozeß, Darmstadt 1994
  • Gala Rebane: Emojis, Berlin 2021
  • Hannes Bajohr, Annette Gilbert (Hg.): Text + Kritik: Digitale Literatur II, München 2021
  • Jürgen Gunia; Iris Hermann (Hg.): Literatur als Blätterwerk. Perspektiven nichtlinearer Lektüre, St. Ingbert 2002
  • Hanna Sohns, Johannes Ungelenk (Hg.): Berühren lesen, Berlin 2021
  • Kate Tempest: Verbundensein, Frankfurt a.M. 2021.

Für die Planung bitten wir Interessierte um Anmeldung unter a.herzog@fu-berlin.de.

Link zu der Veranstaltung im Vorlesungsverzeichnis.


Seminar: World Literature (Bereiche: Literatur in transnationaler Perspektive; Literatur und Wissen)
Leitung: 
Andrew James Johnston
Format: vor Ort
Zeit: Mittwochs, 16:0018:00 Uhr (erster Termin 27.04.2022)
Ort: JK 33/121
Das Seminar findet in englischer Sprache statt.

For the last twenty years or so, the issue of ‘world literature’ has become one of the central issues of literary studies. As the neoliberal narrative of globalisation has long lost its credibility in the humanities and as the planet is increasingly subject to fundamental transformations ranging from mass migration through climate change to never-ending asymmetrical warfare, literature as a cultural phenomenon is facing the challenges of the global. But even as ‘world literature’ or ‘global literature’ are moving to the centre of critical attention, new questions arise: What does the term ‘global’ actually mean when it is attached to literature? Is there such a thing as a ‘literary globality’ that is distinct from other forms of the global? What kind of world do we imagine when we speak of ‘global literature’? And what are the temporal dimensions of this globality? Is world literature an object of study or is it a set of methodologies? How, if at all, does world literature fit into literary history? These are only some of the questions that this course will have to address. Course work will primarily consist of reading and discussing a selection of seminal contributions to the world literature debate. The required texts will be put at the students’ disposal via Blackboard at the beginning of the teaching period. The course will be taught in English, with the vast majority of the texts being in English. But there will also be one or two texts in German – a competence of German at the level of C1 or higher would therefore be helpful.

Für die Planung bitten wir Interessierte um Anmeldung unter aj.johnston@fu-berlin.de.

Link zu der Veranstaltung im Vorlesungsverzeichnis.


Seminar: Forschungskolloquium IV: Stichwörter für die kritische Praxis (Bereich: Literatur als Textpraxis)
Leitung:
Michel Chaouli, Jan Lietz, Jutta Müller-Tamm, Simon Schleusener
Format: vor Ort
Zeit: Donnerstags, 16:0018:00 Uhr (erster Termin 21.04.2022)
Ort: JK 33/121
Das Seminar findet in deutscher Sprache statt. Einige der Sitzungen werden in englischer Sprache abgehalten.

Um den Status von Literatur und Poetik neu zu verorten, wollen wir uns in diesem Forschungskolloquium mit den Begriffen beschäftigen, die unsere kritische, theoretische und poetologische Praxis leiten. Das Kolloquium steht im Zusammenhang mit einem Publikationsprojekt, in dem sich ausgewählte Autor*innen aus Wissenschaft, Kunst und Literatur jeweils einem für die eigene Arbeit relevanten Begriff widmen. Bei diesen Begriffen handelt es sich nicht um tradierte literaturwissenschaftliche Fachtermini (wie Metapher, Symbol oder Diegese), sondern um Begriffe, die vergleichsweise offen und anschlussfähig sind. Nicht selten haben sie einen subtilen oder unscheinbaren Charakter oder sind am Kreuzungspunkt verschiedener Disziplinen und Wissensfelder situiert. Auf je spezifische Weise werfen sie Fragen über das Lesen und Schreiben in der heutigen Gegenwart auf – einer Zeit, in der sich die Bedingungen dieser Tätigkeiten rapide zu wandeln scheinen. Ist es heute vielleicht notwendig, unser Begriffsinventar zu erweitern, d.h. neue oder randständige Begriffe zu verwenden? Und welche Begriffe eignen sich dazu, neu gedacht, reaktiviert oder wiederbelebt zu werden? Solchen und ähnlichen Fragen wollen wir uns in diesem Semester widmen.
Das Kolloquium bezieht die Autor*innen des Publikationsprojekts in die Lehrveranstaltung ein: in jeder Sitzung wird eine*r der Beiträger*innen seinen oder ihren ausgewählten Begriff vorstellen. Diskutiert wird u.a. über Unschärfe, Störung, Kraft, Dialog, Influence, Ansteckung und Sinn.
Die Sitzungen finden im Seminarraum der Friedrich Schlegel Graduiertenschule für literaturwissenschaftliche Studien statt. Für einzelne Sitzungen ist die Teilnahme über Cisco WebEx möglich.

Interessierte melden sich bitte unter der Emailadresse jan.lietz@fu-berlin für die Teilnahme an der Veranstaltung an.

Link zu der Veranstaltung im Vorlesungsverzeichnis.

Link zur Veranstaltungswebsite.


Seminar: Faust I und II (Bereiche: Literatur als Textpraxis; Literatur, (Inter-)Medialität und die Künste, Literatur und Wissen)
Leitung:
Eva Geulen, Patrick Eiden-Offe
Format: vor Ort
Zeit: Donnerstags, 10:0012:00 Uhr (erster Termin 21.04.2022)
Ort: Raum 0.07, Georgenstr. 47, 10117 Berlin
Das Seminar findet in deutscher Sprache statt.

Goethes Faust gehört sicher zu den meist diskutierten Texten der deutschsprachigen wie vielleicht auch der Weltliteratur. Gerade deshalb aber werden immer neue Deutungen produziert – am Faust können neue Methoden erprobt und kanonisch beglaubigt werden. Im Seminar möchten wir von zwei aktuellen (und zugleich traditionsreichen) methodischen und theoretischen Fragestellungen ausgehen und diese am Faust in ein Gespräch bringen. Zum ersten Form- und Gattungsfragen: Das „Weltgedicht“ des Faust ist gattungsmäßig nur schwer einzuordnen – Goethe selbst hält sein Werk für „inkommensurabel“. Gerade dadurch provoziert der Faust aber umgekehrt Debatten darum, was wir mit „Form“ und „Gattung“ eines literarischen Werks eigentlich meinen. Zum zweiten wurde der Faust in den letzten Jahren immer wieder auch in sozialhistorischer Hinsicht herangezogen, wenn es um aktuelle Fragen von Geld- und Fiskalpolitik ging. Der Faust geht an den Ursprung des Kapitalismus und erörtert hier Probleme von Kredit, Schuld und sozialer Verbindlichkeit. Beide Fragerichtungen, die lange getrennt und geradezu als sich gegenseitig ausschließende behandelt wurden, werden in aktuellen Debatten um die Gattung als „sozio-kulturelles Klassifikationssystem“ (Werner Michler) in eine Konvergenz gebracht. Der Faust eignet sich wie kaum ein anderes Werk, die umrissenen Forschungstendenzen nachzuvollziehen und zu prüfen. Das Seminar ist nicht als Einführung gedacht, sondern wendet sich an fortgeschrittene Studierende, die ihr literaturwissenschaftliches Handwerkszeug schon sicher beherrschen und gerade deshalb in der Lage sind, es nun auch wieder kritisch zu hinterfragen. Erwartetet Studienleistung: Hausarbeit

Als Textgrundlage verwenden wir im Seminar die selbst schon klassische Ausgabe: Goethe, Faust. Zwei Teilbände: Texte und Kommentar, hg. u. komm. von Albrecht Schöne, Deutscher Klassiker Verlag, Berlin 82019, ISBN 978-3-618-68052-9, € 29,90.

Für die Planung bitten wir Interessierte um Anmeldung unter emmelot@zfl-berlin.org oder raabe@zfl-berlin.org.

Link zu der Veranstaltung im Vorlesungsverzeichnis.


Seminar: Der Literat, Politiker und Denker Ouyang Xiu (1007-1072) - Kontexte, Texte, Rezeption (Bereich: Literatur und Wissen)
Leitung:
Christian Meyer
Format: vor Ort
Zeit: Dienstags, 10:0012:00 Uhr (erster Termin 19.04.2022)
Ort: JK 25/132
Das Seminar findet in deutscher Sprache statt.

Für die Planung bitten wir Interessierte um Anmeldung unter chr.meyer@fu-berlin.de.

Link zu der Veranstaltung im Vorlesungsverzeichnis.


Seminar: Die Entstehung der Triebe (Bereich: Literatur und Wissen)
Leitung:
Joseph Vogl
Format: vor Ort
Zeit: Dienstags, 18:0020:00 Uhr (erster Termin 19.04.2022)
Ort: Universitätsgebäude am Hegelplatz, 1.301 Dorotheenstraße 24 (DOR 24) (Unterrichtsgroßraum)
Das Seminar findet in deutscher Sprache statt.

Die Geschichte der menschlichen Leidenschaften muss seit dem 19. Jahrhundert eine erstaunliche Innovation verzeichnen. Denn sowohl in der Literatur wie in den entstehenden Humanwissenschaften stößt man nun auf die Beschreibung von seltsamen Neigungen, die sich von älteren Passionen und Affekten dadurch unterschieden, dass sich in ihnen eine fatale ‚Verletzung der Willenskraft‘ manifestiert und zu ganz und gar unverständlichen Aktionen führt. Diese Regungen sind durch ‚unwiderstehliche‘, ‚unerbittliche‘ und ‚unheilvolle‘ Dynamiken charakterisiert und haben schließlich den Titel ‚Triebe‘ erhalten. Von der Formierung psychiatrischer und forensischer Wissensgebiete bis zur Entfaltung psychoanalytischer Theorie haben sich diese Triebe als neuer und kritischer Faktor in der Funktionsweise moderner Subjekte erwiesen, und gerade die Literatur – die romantische Novelle ebenso wie der naturalistische Roman – hat ihnen einen weitläufigen Schauplatz geboten. Das Seminar wird sich also der Entdeckung und dem anthropologischen Experimentierfeld des Triebhaften und der unbewussten Triebregungen widmen und neben literarischen Quellen auch einschlägige wissenschaftliche Quellen von der Psychiatrie in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts bis zur Freud’schen Psychoanalyse verhandeln. Das Seminar wird in Kooperation mit dem internationalen Promotionsnetzwerk „Das Wissen der Literatur“ durchgeführt.

Einführende Lektüre: Michel Foucault, Die Anormalen. Vorlesungen am Collège de France (1974-1975), Frankfurt/M. 2003 (erste, fünfte und sechste Vorlesung)

Für die Planung bitten wir Interessierte um Anmeldung unter sabine.imhof@hu-berlin.de.

Link zu der Veranstaltung im Vorlesungsverzeichnis.


Seminar: Medien im Film (Bereich: Literatur, (Inter-)Medialität und die Künste)
Leitung: 
Joseph Vogl
Format: vor Ort
Zeit: Donnerstags, 16:0020:00 Uhr (erster Termin 21.04.2022)
Ort: Universitätsgebäude am Hegelplatz, 1.301 Dorotheenstraße 24 (DOR 24) (Unterrichtsgroßraum)
Das Seminar findet in deutscher Sprache statt.

Nach Marshall McLuhan ist der Inhalt eines Mediums stets ein anderes Medium. Das bedeutet zugleich, dass sich das Wissen über die Funktionsweise von Medien nur in jenen Differenzen artikuliert, die Medien selbst setzen und sind. Ausgehend von dieser Überlegung widmet sich das Seminar der Frage, wie verschiedene – technische, symbolische – Medien im Film erscheinen und dabei nicht nur Auskunft über sich selbst, sondern über die Bedingung und Struktur kinematographischer Darstellung geben. Es wird also darum gehen, welche aktiven Rollen etwa Malerei, Photographie, Film, Tonband oder Video in Filmen von der Weimarar Republik bis zur Gegenwart übernehmen. – In den einzelnen (Doppel-)Sitzungen werden exemplarische Filmdokumente gezeigt und anschließend diskutiert.

Für die Planung bitten wir Interessierte um Anmeldung unter sabine.imhof@hu-berlin.de.

Link zu der Veranstaltung im Vorlesungsverzeichnis.


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